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Open Source 2010: Pop im Galopp

osourceDas Open Source Festival gehört nicht nur wegen dem interessanten Tag-und-Nacht-Konzept zu den Festivalperlen in NRW, sondern auch und vor allem aufgrund der großartigen Location. Am letzten Wochenende traf man sich ganz gemütlich auf der Galopprennbahn in Düsseldorf und genoss in einem exquisiten Ambiente gepflegtes Stilmischmasch und die Headliner Dendemann, Bonaparte und den exklusiven Festivalauftritt von Tomte.

Allein das Areal des Open Source wäre ohne die wohlwollende Unterstützung durch das Kulturamt wohl kaum finanzierbar und neben dem musikalischen Programm, welches sich auf drei Bühnen aufteilte, bot das Festival auf dem Grafenberg zudem mit der Aktion “Kultur(zu)stände” noch einiges mehr zu entdecken. Besagte Aktion diente verschiedenen Künstlern und Designern als Forum, um sich zu präsentieren, was sich als sehr gelungenes Begleitprogramm klassifizieren lässt. Aber nun zum Geschehen auf der Hauptbühne.

dendeNach dem gemütlichen, aber sich länger als gedacht darstellenden Spaziergang – Shuttlebusse sind nervig, wie man nach dem Ende des Tagesprogramms erfahren durfte – fanden wir uns ca. 5 Minuten vor dem Auftritt von his Dendeness vor der Hauptbühne ein. Mit Erstaunen mussten wir feststellen, dass der Großteil des Publikums die trägen Gesäße auf der gegenüberliegenden Tribüne geparkt hatte, was irgendwie albern, aber ja auch so vorgesehen war. Also dann halt in die erste Reihe und der Dinge harren, die folgen sollten. Dendemann, seit dem aktuellen Album “Vom Vintage verweht” mit Liveband auf Tour, betrat mit leichter Verspätung, aber ordentlich Bock und Schalk unter der Vokuhila die Bühne.

Dass besagte Backingband ihr Geld wert ist, ließ sich schnell herausfinden, denn vor allem als energetisch ist die Liveshow von Dende und seiner Crew zu bezeichnen. Mit viel Wortwitz, Pausenentertainment und einem Set, das aus neuen & alten Sachen, B-Seiten, Raritäten und Medleys bestand, wusste Volker Racho a.k.a. Dendemeier auch das nicht besonders Hip Hop affine Publikum zu begeistern. Hat ja auch ordentlich gerockt, der alte Tausendsassa.

Dann die 2010 unvermeidlichen Bonaparte mit ihrer artsy-fartsy Freakshow inklusive pseudo-burlesquer Inszenierung, die abgeschminkt und aus dem Kostüm geschält, doch nur als die alte Tante Rock ‘n’ Roll entlarvt werden. Aber lassen wir doch jemand zu Wort kommen, der mehr von den Zirkushippstern hält…

bonaparte22…denn anstatt die Berliner Kapelle um das Schweizer Mastermind Tobias Jundt bis auf die Unterhosen auszuziehen (was ja schon ein bis drei zum “Theaterprogramm” gehörenden Team-Mitglieder übernehmen) und zu analysieren, dass danach nicht mehr viel substantielles übrig bleiben würde, kann man auch einfach begeistert sein von so viel Energie, Kreativität und eigentlich doch ganz schön tollen Tönen. Dass sich zur vergleichsweise immer noch recht frühen Uhrzeit die mit Abstand meisten der dreieinhalb- bis viertausend Besucher vor der Bühne scharten und ziemlich in Bewegung gerieten, mag diese These stützen.

Überraschend große Einigkeit bestand schließlich beim “Headliner”, den mancher vermisste. Doch mit ihrem 2010 exklusiven Festival-Erscheinen machten sich die ansonsten noch immer pausierenden Tomte spielend leicht zu genau diesem Abschlusshighlight. Quer durch die vergangenen drei Alben spielte sich das Quartett (Keyboarder Simon Frontzek suchte man vergebens, zumindest akustisch wurde er aber auch nicht vermisst) und zeigte sich dabei spielfreudig wie eh und je.

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Thees Ulmanns Witze und Anekdoten sind zwar nicht immer der Knaller und die Performance auch nicht fehlerlos, doch alleine der liebevoll quäkende Frontmann und Tomte-Gitarrengott Dennis Becker hatten offensichtlich so viel Bock auf diesen Auftritt, dass es einfach ansteckend wirken musste – fanden übrigens auch die Sprösslinge von Drummer Max Schröder, die sich samt Heike Makatsch im Publikum tummelten.

Das Düsseldorfer Herz eroberte Thees endgültig mit diversen kleinen Oden an die Stadt, wie dem Anspielen von ein paar Tote-Hosen-Tönen gleich zu Beginn oder der Einbindung einiger Stadtteile in die Songs. Wirklich groß wurde es aber erst ganz zum Schluss, als sich der schon Tomte-übliche Gänsehaut-Teil, in dem das Publikum den Refrain der “Schönheit der Chance” noch nach verklingen der Musik in der Dauerschleife weitersingt, zum ganz besonderen Moment aufschwang.

Plötzlich folgte Thees dem Beispiel einzelner Zuschauer, die spotan ihre Shirts ausgezogen hatten und diese hoch über den Köpfen zum Takt kreisen ließen. Und dann überkam ihn die Euphorie-Welle, er brüllte: “Alle Männer Oberkörper-nackt! Auch die hässlichen! Auch die Schönen”. Und die Männer folgten ihm. Und die Band auch. Und plötzlich war das Gelände in gleißendes Scheinwerfer-Licht getaucht, tausend Kehlen sangen und hunderte Shirts kreisten über freien Oberkörpern. Schlusspunkt Thees: “Deutsche Rockmusik endet genau jetzt!”.

Von Jan und Bastian

Thees singt – ihr filmt. Leider.

Foto: 1Live Artikel

Tomte suchen ein Kamerakind für ihr Konzert in Köln. Besser gesagt vier. Die dürfen dann ganz toll im Auftrag von 1Live während des Auftritts filmen und oha das Chef-Kamerakind darf auch vorher mit der Band frühstücken. Neben einer Aktion für 1Live sollen dabei auch von Studenten geschnittene Videclips bei rauskommen.

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Tomte erklären HEUREKA Song für Song

Kurz bevor mir die Medienpräsenz des Hernn Uhlmann endgültig zu viel wird, verweise ich noch kurz und gerne auf ein sehenswertes Video beim Musikexpress, bei dem ebenjener zusammen mit Simon Frontzek die Songs der neuen (BTW: hörenswerten) Tomte Platte “Heureka” besprechen. Endlich verstehe ich das “Our feet are the same” was sich anhört wie “Auf Wiedersehen” aus Track 2…

Gestatten, wir kommen aus Hamburg 3

Immer das alte Lied mit Samplers (tatsächlich der Plural, auch im Deutschen), auf denen nur alte Lieder zu finden sind. Dieses ursächliche Problem mit Zusammenstellungen, auf denen größtenteils bereits veröffentlichte oder gar betagte Songs zu finden sind, trifft auch auf “Gestatten, wir kommen aus Hamburg 3″ zu. Schon der Titel verrät die gesamte, zugrunde liegende Programmatik und ein wenig platt kommt er auch daher. Beäugt man die diversen vertretenen Interpreten der Doppel-CD, so findet man die zu erwartende Indie- und Pop-Prominenz der Hansestadt: Tocotronic, Jan Delay, Udo Lindenberg, Tomte, Die Sterne, Kettcar, Oli Schulz, Selig, Kante, Bernd Begemann,  Fotos, Bernadette La Hengst, Clickclickdecker und, und, und… Read more »

Tomte in der Zeche Bochum

07.11.08
19:00

Was: Tomte

Wo: Zeche Bochum

Wann: 7.11.08 19.00

Wieviel: 23 EUR

Im Kleinformat: The Rifles, Tomte

Singles! Der (mittlerweile) ungeliebte Stiefsohn der Plattenindustrie und auch bei Musikfreunden polarisieren die kleinen Tonträger ungemein. Ungeachtet davon, gibt es immer wieder gute Gründe eine Single zu erwerben: beispielsweise um den Künstler zu unterstützen, die Ungeduld auf ein kommendes Album partiell zu befriedigen oder aber um der Sammelleidenschaft genüge zu tun. Im Folgenden zwei Veröffentlichungen der letzten Zeit.

No Love Lost war 2006 mit Sicherheit eines der gelungensten Gitarrenpop Alben des Jahres. The Rifles überzeugten trotz sich aufdrängender Plagiatsbezichtigungen. Spielfreude und gutes Songwriting machten Eigenständigkeitsdefizite wett und Songs wie Local Boy, She´s got standards, oder Repeated Offender avancierten vorrübergehend zu potentiellen Lieblingsliedern. Talking, die erste neue Single 2007 brachte dann aber die große Ernüchterung. Der Song war zwar ganz ok, klang aber auch gleichzeitig nach Dirty Pretty Things Resterampe: Fett produziert, nach vorne gehend, aber auch uninspiriert und substanzlos. Kein Wunder, dass die Band den Song auch großherzig verschenkte.

Nun erschien mit I could never lie ein neues Lebenszeichen der Londoner und siehe da: doch nichts verlernt! Die gleichnamige A-Seite ist ein großartiger, locker-fluffiger Hit und könnte das neue “Local Boy” werden. Die Grundzutaten wurden neu arrangiert und mit dem richtigen Melodiegespür gekonnt angereichert. Wieder ein Grund um das Ende des Sommers zu trauern. Auf der B-Seite eine richtig gute, atmosphärische Live-Version von Narrow Minded Social Club. Wenn Konzertmitschnitte immer so mitreißend wären, hätten sie wohl einen besseren Ruf. Die 7″ kommt obendrein als super schickes double gatefold daher. Tolle Aufmachung mit gutem Inhalt.

CD Maxi´s sind schlicht und ergreifend ein liebloses Produkt. In den meisten Fällen jedenfalls. Da eh so wenig von ihnen verkauft werden, geben sich die meisten Plattenfirmen bei Gestaltung und Inhalt eher selten Mühe. Ein Jammer, dass diese Beschreibung inzwischen, zumindest in Teilen, auch auf Veröffentlichungen des heiß geliebten Grand Hotel van Cleef zutrifft. Die neue Tomte Single Der letzte grosse Wal ist zwar immerhin in ein ganz kleidsames Digipack gehüllt, doch etwas mehr als die eine B-Seite hätte es schon sein dürfen. Zumindest der Preis von knapp 4 Euro entschädigt und versöhnt wieder. Musikalisch lohnt der Kauf sich allemal.

Die Vorabsingle zum letzten Album von Uhlmann und Co traf meinen Geschmack leider nicht (ganz). Die aktuelle Auskopplung weiß dagegen sogar sehr zu gefallen. Keine bahnbrechenden Neuerungen im Tomte-Kosmos, aber irgendwie runder, austarierter und verdammt songorientiert ist es geworden. Der letzte grosse Wal hat sicher das Zeug, um auf Konzerten der Band zu einem echten Publikumsliebling zu werden. Das nur auf der Single erhältliche Füll deine Lungen mit Feuer ist bei den ersten Durchgängen nicht ganz so eingänglich wie der Titeltrack, doch ein echter Grower verbirgt sich da hinter der rauhen Schale. Insgesamt ein guter Vorgeschmack auf den kommenden Longplayer. 10. Oktober: Heureka!



Tomte: Der letzte grosse Wal

Die neue Tomte SIngle ist seit heute erhältlich. Als B-Seite gibt es den Non-Album Song ‘Füll deine Lungen mit Feuer’.

SIMON & SIMON IN LOVE (live im Druckluft)

05.09.08
20:00

Was: Simon von Sir Simon Battle/Tomte und Simon von den Kilians in Kooperation…

Wo: Druckluft (Oberhausen)

Wieviel: 10 Euro

(Noch mehr) Details zum neuen Tomte Album

Schon länger sind TItel (“Heureka”), Erscheindungsdatum (10.10.2008) und erste Single (Der letzte große Wahl, 19.09.08) bekannt. Nun verkündet der GHVC Newsletter unter dem Motto “Try to download this, Punk! “, dass der auf dem Cover zu betrachtende Tomte-Aufnäher mit der CD kommt. Die Widergeburt der Kutte?

Neben der Tour findet am 25. Semtember in Dortmund übrigens ein Akustik-Konzert statt. Ach ja, es wird auch wieder fleissig und sinnfrei gebloggt.

Justaloud.com: Die Nachfrage bestimmt den Preis

Die Preisbildung in der Marktwirtschaft funktioniert bekanntlich durch Angebot und Nachfrage. Wenn mehr Menschen ein Gut kaufen wollen steigt im allgemeinen der Preis. Weniger Interessenten und der Preis sinkt. Wie aber verkauft man Dinge wie z.B. ein paar Songs, für die sich erstmal kaum ein Mensch interessiert, weil es einfach zu unbekannt ist? Read more »