Posts Tagged ‘ The Smiths ’

The Crookes: Ladendiebe aller Länder

Wie könnte man die Besprechung des Debütalbums der jungen, britischen Band The Crookes anders als mit einem abgewandelten Songtitel von The Smiths beginnen? Ich erspare mir einfach die Suche nach alternativen Anfängen und beginne mit der Referenzgröße schlechthin. Seit Voxtrot mit “The Start of Something” debütierten, hat niemand mehr so dreist (und gelungen) Morrissey, Marr & co zitiert, ohne als Plagiat durchzugehen.

Der Gitarrenpop auf “Chasing After Ghosts”, wie passend, steht eindeutig im Geiste der 80er Vorzeigeband. Erstaunlich, dass dieser Sound auch heute keineswegs altbacken wirkt und man den Jungs aus Sheffield  daher nicht vorwerfen kann, die Nostalgiepauke zu schlagen. Jedenfalls nicht ausschließlich.  Wer unter einer Pathosallergie leidet, kann mit den 11 Songs wohl nur wenig anfangen. Mir persönlich geht bei einem Tearjerker wie “Chorus Of Fools” das Herz auf. “Bloodshot Days” lässt klanglich Lilien regnen, so wie es auch Moz gefallen würde: eine Empfehlung für den Indieszene-DJ in der Provinz wie in den Metropolen. Talent borrows, genius steals!

Flashguns: Matching Hearts, Similar Parts

Erster Eindruck: stilsicher, womit nicht nur das Artwork gemeint ist und in der Impressionsfolge erhärtet sich  der Verdacht, dass Flashguns aus der Hypezentrale London genug Substanz vereinmatching-heartsen, um den Status Geheimtipp zu überwinden  und zur britischen Indiegarde aufzuschließen. Da das junge Trio bereits mit namhaften Künstlern wie White Lies, Jamie T, Bombay Bicycle Club und The Teenagers Backstageraum und Bühne teilten, dürfte beschriebenes Prozedere bereits eingesetzt haben, zumal sich ihre EP Matching Hearts, Similar Parts als wirklich hörenswert erweist. Melancholischen Indiepop mit Rotweinschwere kredenzen Sam Johnston (Gesang/Gitarre), Giles Robinson (Schlagzeug) und Olly Scanlon (Bass) dem Hörer und erreichen dabei eine durchaus fesselnde Intensität. Was besagten Melancholiefaktor anbelangt, sind Flashguns dann auch zwischen Editors, Voxtrot, Morrissey, Interpol und ähnlichen Bands zu verorten, nur um noch einige klangvolle Namen in die Assoziationsrunde zu werfen.

Matching Hearts, Similar Parts beinhaltet 4 düster-treibende Songs und einen Remix, wobei die Grundstimmung keineswegs erdrückend negativ ist. Bei “Bells at Midnight” und “St. George” sind die Väter im Geiste, Steven Patrick Morrissey und Johnny Marr, recht eindeutig zu identifizieren, was in opulente, aber keineswegs überladene Popsongs mündet. “Racing Race” fällt musikalisch ein wenig aus dem Rahmen und verdient besondere Erwähnung, da The XX wahrscheinlich so klingen könnten, wenn sie Blues-Einflüsse in ihre Musik integrieren würden. Der Laubér Remix von “I don’t not love you” ist übrigens keineswegs das inzwischen obligatorische Gimmick-Zugeständnis an die Indie-DJ’s dieser Welt, sondern funktioniert vollkommen selbständig und gefällt dabei sogar mehr als die eigentliche Original-Version. Sehr überzeugend, die Herrschaften aus London.

Morrissey, die Industrie und Ich

mcovAchtung! Dies ist keine Rezension des (gefühlt) 15. Morrissey „Greatest Hits” Albums. Das wäre geklärt. Ok. Doch noch einige zynische, jedoch irgendwie wehmütige Worte zum neuesten Goldenen Kalb der Plattenindustrie. Die Songs der neuen „Greatest Hits” sind absolut fantastisch und stammen zu über 50 Prozent von den letzten beiden Alben „You are the Quarry” und „Ringleader of the Tormentors”. Genau das ist das Problem. Natürlich feierte Mozzer mit diesen beiden Meisterwerken seinen dritten, musikalischen Frühling, doch wenn über die Hälfte aller Songs von jenen Alben stammen, riecht das ganze Produkt doch stark nach Abzocke. Read more »

Pop´s Finest: The Housemartins – Remember the 80´s

HM1Pop ist nicht nur überall und fast alles ist irgendwie Pop, sondern Pop ist darüber hinaus auch noch zeitlos. Ohne lange in der musikalischen Mottenkiste stöbern zu müssen, springt und tänzelt mir stets eine britische Band im Kopf herum, wenn ich an die 80er denke.

The Housemartins waren schon in jeder Beziehung besonders. Zum einen wäre da ihr hibbeliger, meist frohsinniger Proto-Britpop der auch heute noch für den ein oder anderen, hartnäckigen Ohrwurm sorgen kann. Read more »