Wie könnte man die Besprechung des Debütalbums der jungen, britischen Band The Crookes anders als mit einem abgewandelten Songtitel von The Smiths beginnen? Ich erspare mir einfach die Suche nach alternativen Anfänge
n und beginne mit der Referenzgröße schlechthin. Seit Voxtrot mit “The Start of Something” debütierten, hat niemand mehr so dreist (und gelungen) Morrissey, Marr & co zitiert, ohne als Plagiat durchzugehen.
Der Gitarrenpop auf “Chasing After Ghosts”, wie passend, steht eindeutig im Geiste der 80er Vorzeigeband. Erstaunlich, dass dieser Sound auch heute keineswegs altbacken wirkt und man den Jungs aus Sheffield daher nicht vorwerfen kann, die Nostalgiepauke zu schlagen. Jedenfalls nicht ausschließlich. Wer unter einer Pathosallergie leidet, kann mit den 11 Songs wohl nur wenig anfangen. Mir persönlich geht bei einem Tearjerker wie “Chorus Of Fools” das Herz auf. “Bloodshot Days” lässt klanglich Lilien regnen, so wie es auch Moz gefallen würde: eine Empfehlung für den Indieszene-DJ in der Provinz wie in den Metropolen. Talent borrows, genius steals!
