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Katze: Du bist meine Freunde

katze-coverNeuer Süßstoff für alle Indiepop-Diabetiker da draußen. Nicht nur Diedrich Diederichsen hat der heutigen Jugend eine unterschwellige Sehnsucht nach dem Altsein attestiert, denn Katze kommen zu dem selben Ergebnis und steuern dem Trend mit in trotzig-jugendlichem Esprit getränkten Sonnenschirm-Punk entgegen. Die albumlange Alltagsabsage namens “Du bist meine Freunde” ist immer unterhaltsam, clever betextet und dabei trotz empfundener Déjà-vu-Dichte zitat-, aber nie ironiefrei. Maxime der 13 Songs ist entsprechend “Die Welt wird Comic, der Comic wird Welt”, wie der Promotext pointiert zusammenfasst, was dennoch selbstredend naheliegt, da Songschreiber Klaus Cornfield eben auch der zeichnenden Zunft angehört.

Was besagter Bandkater und seine Mitkatzen Minki Warhol und Karen Bolage auf “Du bist meine Freunde” fabrizieren, ist geradezu unverschämt eingängig und liebenswert, so dass man sich nur allzu gern, vielmehr völlig wehrlos zum “Shampoo Beach” führen lässt, den Wunsch verspürt, sich in bester Laune einen Schießkolben auszuleihen (“Komm wir klauen uns Pistolen”) und die knapp 36 Minuten des Tonträgers vor allem eins sind, “Kurz und Schmerzlos”.  Lieder wie “Bei mir wird immer alles schmutzig” beweisen zudem, dass Hymnen nicht immer monumental ausfallen müssen, sondern auch ganz klein und quietschbunt anmuten können, eingefasst in Plastikkapseln, aus Kaugummiautomaten plumpsend.  Katze sind alles andere als angestrengt hip, nie very Berlin und immer bodenständig genug, um sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen, was so vielen anderen Bands in Indiestadt bekanntermaßen völlig abgeht, daher ist es nicht allzu überraschend, abschließend festzustellen: Katze sind ab jetzt meine Freunde.

VÖ digital: 09.07.2010
VÖ physisch: 23.07.2010
Label: ZickZack /What’s So Funny About

Superpunk: Die Seele des Menschen unter Superpunk

dsdmusDandy-Soul für Fortgeschrittene und dazu einmal den Mod-Seniorenteller mit Herrengedeck, bitte! Ach, zum Schwelgen,  eine neue Platte von Superpunk hat doch immer etwas von nach Hause kommen, was wohl daran liegt, dass die Top Old Boys das famoseste BeatGarageKreuzüber-Replikat von Hamburg bis München, ach was sag ich, des gesamten ollen Kontinents bieten.

Gelernt ist eben gelernt und wenn dann noch Bernd Begemann die richtigen Regler im Produktionsprozedere bedient, dann kann man frohen Mutes “Die Seele des Menschen unter Superpunk” erörtern und evaluieren. Als kritischer Geist muss man natürlich Fragen mit skeptischer Note  – warum braucht man denn noch ein Album von den Punksnobs? – stellen und nach den ersten Tönen von “Ford Escort” erübrigt sich diese Haltung schlußendlich doch. Alles dabei: Bläser, Orgel und natürlich Carsten Friedrichs verehrungswürdig-schnodderiger Antigesang.

Superpunk spielen eben nicht nur Musik für Allnighter, sondern für die Tanzveranstaltung namens Lifetimer. Dick aufgetragen? Klar, aber dies beherrscht der zu rezensierende Fünfer schließlich auch. Dies resultiert in herrlichen Verliererhymnen wie “Das Feuerwerk ist vorbei”, das gekonnt den Bewusstseinsscheinwerfer des Hörers auf sich lenkt und dann einen gekonnt-dilettantischen Pole Dance vollführt. Im Abglanz solcher musikalischer Goldbarren kann man auch mit geschmacklos-kitschigem Tafelsilber wie “Alle lieben dich, Daniela”  noch einmal den Tisch decken, denn serviert wird dann eine wohl schmeckende Instrumentalcurrywurst a là “Up All Night”!

Warum “Das waren Mods” fast zwei Jahre nach Singleveröffentlichung auch auf dem neuen Longplayer zu finden ist? Ja, ja, ich weiß schon: Why not? Ganz großer Sport ist in jedem Fall die ultimative Liebeserklärung an den muffigsten aller Rückzugsorte, zumal das Kultcharakter genießende friedrichs’sche Namedropping auch im Songtext zu “In der Bibliothek” Auferstehung feiert. Enorme Hitdichte wie bei den Klitschkos, will man meinen, da “Rette dich vor den einfachen Leuten” und vor allem das bedächtige “Ich will heute nicht kämpfen” allen Superpunk-Kontrahenten einen TKO bescheren, lässig aus dem Ärmel geschüttelt eines Bon vivants. Liebe zur Musik unpeinlich thematisiert? “Oh, dieser Sound” kredenzt die Antwort. “Frühstück am Abend und Pepsi am Morgen” und dann noch dieser Refrain: Schmunzeln, Feiern, Tanzen als Animationsprogramm  in der Ode an die Dekadenz namens “Babylon Forever”. “Die Seele des Menschen unter Superpunk” ist nicht nur das fünfte Studioalbum der anzugtragenden Nischenbesetzerband, sondern zudem ein sehr gutes geworden. (VÖ 04.06.2010)


the who the what the yeah: blackbox

Hier rollen nicht nur die Steine, sondern sie werden zuweilen auch geworfen. Entsprblackbox-coverechend angenehm unbequem präsentieren sich the who the what the yeah auf  ihrem Erstling blackbox. Die Band aus Wien umtänzelt dabei zum Glück leichtfüßig das eine oder andere Genreklischee und gibt sich sowohl kämpferisch als auch musikalisch abwechslungsreich. Irgendwo zwischen Indierock, Sixties-Beat, Postpunk und Rock ‘n’ Sonst-was haben die fünf Herren ihre Zelte aufgeschlagen und wer hätte gedacht, dass sich hinter dem durchaus gelungenen englischen Bandnamen deutschsprachige Texte verbergen, die zwischen Frontal-Slogans, poetischem Anspruch und Befindlichkeitsanalyse mutig den Spagat wagen. Dabei weiß der mal hysterisch-nölige und mal butterweiche Gesang von Martin Konvicka im Kontext jederzeit zu gefallen und um die Katze vorzeitig aus dem sprichwörtlichen Sack zu lassen: blackbox bewegt den Rezipienten auf der ganzen Füße-Bauch-Hirn-Achse.

“Auf der Strecke” gibt gleich zu Beginn den essenziellen Spirit des Albens wieder, perlt treibend-dynamisch aus den Boxen, gibt sich wütend und tanzbar – eine vertonte Abrechnung als Album-Opener. Kann man so machen, weil es funktioniert. “Unser Herr Bürgermeister” offenbart Superpunk-Gestus und Sixties-Orgel, allerdings mit größerem Rotz-Faktor als die Crew um Carsten Friedrich, mit der sich the who the what the yeah 2008 bereits die Bühne teilten. Das Stück “Die Angst” gibt sich betroffen und unzufrieden, bemüht dabei allerdings, den doch ein wenig zu oft so generell behandelten Topos von der blockierenden Wirkung von Angst und der Signifikanz ihrer Überwindung. Nichtsdestotrotz ein gefälliger Song und vom Tempo her die erste Drosselung auf blackbox, wobei sich der Drive auch im Midtempo-Bereich bewahrt und ebenso wie die interessant-hektischen Vocals weiterhin als leitmotivisch erweisen. Trademarks als Glücksfall. “Ein langsamer Tod” gestaltet sich als melancholisch-wütender Popsong mit Postpunk-Ästhetik. “Was uns aufhält” ist eine moderne Ton, Steine, Scherben Reminiszenz für (uns) Spätgeborene im melodischen Powerpop-Outfit – kommt etwa die neuen (Noise) Conspiracy aus Vienna?

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Mit “Raus von hier” beweisen the who the what the yeah dann, dass sie auch Radiopop können, wenn sie nur wollen. “Rock ‘n’ Roll wird niemals sterben” – wer eine mehr als nur potentiell abgedroschene Phrase mit gehörigem Selbstbewusstsein in einen absolut unpeinlichen und umschmeichelnden Song einbetten kann, dem gehört die Schulter geklopft. Das ist neben der großen Variabilität der Lieder eine weitere Stärke des Longplayers, denn blackbox eignet sich auch für den ungeduldigen Hörer. Taktisch geschickt im Albumaufbau, gibt das Quintett gerade nach dem zum Verschnaufen einladenden Mittelteil Vollgas in Form eines Hit-Viererpasches, aus dem “Meister Eden” am prägnantesten heraussticht, tolle Orgel und ein Refrain zum memorieren, einfach mitreißend! Zum Abschluss des gelungenen Debütalbums gibt “Solitär” nochmal den Postpunker und zeigt Ellebogen, wirkt aber auch ein wenig bemüht und dennoch: the who the what the yeah zappeln und flippern sich zu einer Highscore.

Superpunk-Single umsonst

Die neue Superpunk-Single Das waren Mods kann man ab jetzt für lau und in richig guter Qualität  runtergeladen werden. Ein feiner Zug der grundsympathischen Herren, die am kommenden Sonntag Düsseldorf gewohnt stilsicher heimsuchen werden.

Superpunk im Stone, Düsseldorf

12.10.08
20:00

Was: Superpunk

Was: 12.10.08 20.00

Wo: Stone im Ratinger Hof, Düsseldorf

Wieviel: 13 EUR

Warum: Darum!

Superpunk mit neuer Single

Platten aufnehmen macht Spaß, Platten veröffentlichen noch mehr. Am 10.Oktober erscheint mit “Das waren Mods” ein brandneuer Song als 7″ mit exklusiver B-Seite und als Gratisdownload. Super!!!

Alles ist Popcast #2

Frisch aus unserem Alles Ist Pop-YouTube-Kanal: Die zweite Folge des “Alles ist Popcasts”.

Die auditiv und visuell behandelten Themen sind diesmal:

Get Well Soon – (Alles ist Pop Bericht)
Superpunk – (Alles ist Pop Bericht)
The Magnificent Brotherhood – (Alles ist Pop Interview)

Schon besser als der erste, was? Hier anschauen

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Superpunk: Why Not?

Superpunk - Why not?Meine Damen und Herren: Superpunk schlagen wieder zu!

Super… äh… punk?

Ja, genau. Wem das allerdings nichts sagt der… nunja, bringt mich erstmal in eine ziemliche Bredouille. Denn die Musik von Superpunk zu beschreiben oder gar zu vergleichen ist gar nicht mal so einfach.

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Superpunk Record Release Party (Pretty Vacant)

25.01.08
22:00

Was: Superpunk Record Release Party mit Verlosung und vielen Goodies. Und der neuen Platte…
Wo: Pretty Vacant, Düsseldorf
Warum: “‘Why Not?’” ist die vierte lange CD von Superpunk und es ist die verdammt nochmal Beste weit und breit, eine Steigerung, eindeutig, und ich kann es begründen. Es ist Spaß, wo kein Spaß ist, es sind Perlen vor die Säue einer Kultur, die gesungene Diddelmausgrußkarten für Pop hält.” — Bernd Begemann

Superpunk in Essen

03.03.08
20:00

Was: Konzert – Superpunk
Warum: Why Not?
Wo: Grend, Essen
Wieviel: 13 EUR

Warum: Garagen-Soul für junge und alte Punks, Mods und solche die es werden wollen – Wer kann da noch stillstehen? Die Superpunkfaust in die Luft gestreckt und ab dafür! (Alles ist Pop)