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Badly Drawn Boy: Mr. Soundtrack?

bdb-ostEs gibt nicht wenige Leute, die behaupten, dass der “About A Boy”-Soundtrack das beste Output des Mannes mit der Strickmütze darstellt, was eine gewisse pikante Note beinhaltet, schließlich wollte Badly Drawn Boy seinerzeit die Filmmusik gar nicht als eigentliches Album verortet wissen. Falsche Bescheidenheit oder doch nur eine weitere schrullige Anekdote des kauzigen Briten? In jedem Fall hat sich seit besagtem O.S.T von 2002 einiges getan und Damon Gough, wie der BDB mit bürgerlichem Namen gerufen wird, hat seit dem mit seinen Veröffentlichungen nicht nur begeistern können.

Vielmehr haben “Have You Fed The Fish?” aus dem selben Jahr, “One Plus One Is One” (2004) und “Born In The U.K.” (2006) vielerorts für Lange Gesichter gesorgt und immer stärker polarisierende Wirkung entwickelt. Dieser Eindruck wurde keineswegs durch die kruden Konzertmomente erhellt, die der passionierte Barträger sein Publikum immer mal wieder erleben lässt.

Seit “Born In The U.K.” sind nun bereits einige Jahre ins Land gezogen und bezeichnender Weise handelt es sich beim aktuellen Lebenszeichen des Badly Drawn Boy, die Veröffentlichung von “Is There Nothing We Could Do?” am 21. Mai 2010, ausgerechnet wieder um einen Soundtrack. Die musikalische Standortbestimmung Damon Goughs, welche sich in 15 neuen Studiosongs äußert, wurde durch den britischen TV-Film “The Fattest Man In Britain” inspiriert und dient diesem eben als Soundtrack. Das Album ist übrigens bereits im Dezember des letzten Jahres in Großbritannien erschienen und nun wird auch der hiesige Markt erschlossen.

Allein aus ökonomischer Sicht wird es wohl nicht einfach werden, einen Soundtrack zu einem hier unbekannten Film zu vermarkten und die ersten Höreindrücke halten dem nicht zu vermeidenen Vergleich mit der musikalischen Untermalung der Nick Hornby Verfilmung aus dem Jahre 2002 auch nicht wirklich stand. War der “About A Boy”-Soundtrack eine geniale Mischung aus einfühlsamen Songgroßtaten und passenden, außergewöhnlichen Score-Sequenzen, so zeigt “Is There Nothing We Could Do?” Badly Drawn Boy ausschließlich von seiner Empathischer-Songwriter-Seite. Ob man das wirklich braucht oder nicht bzw. von ihm noch braucht, muss wohl ohnehin jeder für sich selbst entscheiden. Ob Badly Drawn Boy verlorene Sympathien zurückgewinnen kann, wird sich entsprechend nur im Einzelfall entscheiden können. Stückwerk!

Film & Soundtrack: 12 Meter ohne Kopf

zmokWenn Störtebeker auf das 21. Jahrhundert trifft: der am 10. Dezember anlaufenden Kinofilm 12 Meter ohne Kopf begegnet der Legende des Seeräubers ohne Scheu und so tollkühn, wie man es eben von  Piraten erwarten würde.  Im Mittelpunkt des cineastisch verdichteten Plots steht nicht nur Klaus Störtebeker, sondern auch sein Weggefährte Gödeke Michels, quasi ein hanseatisches Buddy-Movie mit spritzendem Blut und markigen Sprüchen. Genremäßig ist der Film von Sven Taddicken und Matthias Pacht irgendwo zwischen Abenteuerfilm und Komödie zu verorten.

Von einer authentischen Aufarbeitung der störtebekschen Biographie kann also nicht die Rede sein, der Vergleich zu dem Fantasy-Blockbuster Fluch der Karibik hinkt aber auch mehr als ein Freibeuter mit Holzbein. Pluspunkt des Streifens ist sicher die gelungene Besetzung, denn allein schon die Hauptrollen sind mit Ronald Zehrfeld und Matthias Schweighöfer ausgezeichnet bestückt, hinzu kommen dann noch Detlef Buck, Jana Pallaske oder auch Simon Gosejohann.

Ebenfalls auf der Habenseite ist der für das Filmgenre ungewöhnliche Soundtrack , da der Piraten-Spirit mit zeitgenössischen Indierock-Klängen eingefangen wird. Leider sind aber die im Film verwendeten Stücke von alten (musikalischen) Helden wie The Clash nicht auf dem kaufbaren O.S.T. vorhanden, dafür aber eine gute Mischung aus akustischen Filmschnippseln, Score und ausgewählten Gassenhauern von The Thermals, Rantanplan oder auch T.Rex., Mit der erworbenen Cd kann man dann auch den programmatischen Leitspruch der dargestellten Seeräuber in den heimischen Wändern erklingen lassen. Dabei handelt es sich um das prägnante und den Grundkonflikt der Rahmenhandlung zusammenfassende: “Fickt die Hanse!” Piraten im 21. Jahrhundert eben!

Ob das filmische Projekt tatsächlich funktioniert, wird vermutlich nur ein Kinobesuch nachhaltig klären. Ein wenig merkwürdig mutet die Herangehensweise an die Legende des kopflos Dahinschreitenden  jedoch schon an.

Trailer:


Soundtrack von Element of Crime

Neben dem Schreiben vom “Der Kleine Bruder” hat Sven Regener wohl noch genug Zeit gehabt um mit seiner Band Element of Crime sieben Titel für den Soundtrack zum Film “Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe” einzuspielen. Der Film startet kommenden Donnerstag (28.08.), der Soundtrack ist heute erschienen und das Lied “Ein Hotdog unten am Hafen” schon länger als 7″ Single erhältlich!