Ich hatte mal dieses Paar High Top Sneaker von der Marke, deren High Top Sneaker man als junger Mensch nun mal trägt. Dieses Paar Schuhe entstammte einer besonderen Edition, die sich durch ein überbordend klischeemäßiges Flammendesign auszeichnete. So bemüht rebellisch dieses Schuhwerk auch daher kam, ich habe es, ganz bewusst jegliche Reflektion ausblendend, bedingungslos geliebt.
Seitdem ich diese Treter nicht mehr habe, beschäfte ich mich auch nur noch höchst selten mit – Achtung Anführungszeichen – “primitiven” Rock ‘n’ Roll Sounds. The Jim Jones Revue jedoch spielen einen derartig tighten Rocksound, dass man unwillkürlich heiße Fußsohlen bekommt. Seit Wochen bewegt sich die Schwarzscheibe auf meinem Plattenteller und wenn ich unterwegs bin, weht mir der MP3-Player die Pomade ins Haar. Ihr dreckiger Sound ist sicher für die Rockabilly-Puristen zu heterogen, aber an Szenedünkel und Genrebeschränkungen war ich ohnehin nie interessiert.
Allein der Titeltrack ihres aktuellen Tonträgers “Burning your house down” ist so mitreißend und überzeugend, dass man den Rest des Albums ganz (un-)voreingenommen begegnen muss. Dieser exaltierte Bluesbastard mit seinem psychotischen Gesang ist wirklich gefällig, man möchte nicht leise, sondern laut röhrend jubilieren. Das Ding passt definitiv auch auf den True Blood Soundtrack. Um noch zwei Anspieltipps zu liefern, seien noch die wunderbare Rhythm ‘n’ Blues Single “High Horse” und die gut gelaunte B-Seiten-Eröffnung “Shoot First” genannt. Die verrückten Briten sind wirklich eine Offenbarung, da sie einem untoten Genre ein wenig rosige Schminke ins Gesicht schmieren.
