Posts Tagged ‘ Postrock ’

So So Modern: Crude Futures und ekstatischer Klang

crude-futuresTrendige Energydrinks, teergleiche Kaffeesubstanzen, Exzesse mit Guaraná – wer mal wirklich so richtig hibbelig vor Begeisterung drauf kommen will, sollte  statt Koffeinexperimenten lieber “Crude Futures”, das neue Album der neuseeländischen Dancepunk-Durchstarter So So Modern konsumieren. Dennoch rast die Band nicht durchgängig durch ihren Tausendsassa-Sound, sondern integriert gekonnt viele Verschnaufpausen voller Höhenluft. Die  verwendeten, zuweilen eigenwilligen Versatzstücke werden stets durch den bandeigenen Turbomixer gejagt, sodass sich die einzelnen Elemente doch immer wieder zu einer homogenen Gesamtmasse vermengen. Die Neuseeländer reichern die 9 Songs auf “Crude Futurers” stets mit einer zwischen Psychedelik und Avantgarde changierenden Note an, was der Tanzbarkeit des Ganzen keinen Abbruch tut. Dabei können dann auch aufgeschichtete, instrumentale Tanzberge wie “Berlin” enstehen, dass sich in seiner Konsequenz der Versiertheit mehr als nur einen Funken von Genialität bewahrt.

Die generierten Songlandschaften wie in “Dusk & Children” gehen weit über die herkömmliche Ästhetik vermeintlicher Genrenachbarn hinaus und grenzen eindeutig am Postrock-Hoheitsgebiet. In manchen Passagen erinnern So So Modern durchaus an ihre Labelmates Foals, um dann doch an der nächsten musikalischen Weggabelung einen anderen Pfad zu beschreiten. Zum Abspacken geeignete Neonexplosionen  wie das extrem memorierungswürdige “The Worst Is Yet To Come” erinnern dann auch ansatzweise an Royal Bangs, doch an Alleinstellungsmerkmalen mangelt es So So Modern nicht, sodass die Band aus dem pazifischen Inselstaat keinerlei Exotenbonus braucht, um Europa im Sturm zu erobern. Vor allem nicht, wenn man Hits wie “Dendrons” oder “Be Anywhere” im Repertoire hat und wer sich dem Songsog von “Give Everything” entziehen kann, dem hilft auch Koffein via intravenöser Injektion nicht mehr.

Kokomo: Postrock in Selbstorganisation

kokomoSelbermachen. Gerade der Drang zum D.I.Y. (Do it yourself) macht Sub- und Gegenkulturen seit mehr als 30 Jahren so spannend und attraktiv. Die Duisburger Postrock-Band Kokomo dokumentiert mit ihrer anstehenden CD-Veröffentlichung nicht allein die Liebe zu instrumentaler Musik, sondern unterstreicht ebenfalls, dass Selbstorganisation auch oder gerade in einer automatisierten Wegwerfgesellschaft von besonderer Bedeutung sein kann. Kokomo haben ihr erstes Album “Matterhorn Bob and the black fair” nicht nur in Eigenregie aufgenommen, sondern gestalten auch das Design selbst, doch damit nicht genug. Alle Fäden laufen zusammen, wenn die Band-Mitglieder zudem noch die Hülle selbst drucken und das Ergebnis  durch handverlesene Bastelarbeit jeweils zum Unikat werden lassen. Das Produkt menschelt, könnte man sagen. Kokomo zelebrieren die Veröffentlichung  vom zunächst auf 200 Exemplare limitierten Album  “Matterhorn Bob and the black fair” mit einem Konzert in angemessener Atmosphäre am 12. November im Djäzz.

Instrumentaler Postrock verlangt musikalische Fertigkeit und das Tobias, Benjamin, Rene and Oliver diese besitzen, bewiesen sie in der Vergangenheit schon allein durch geteilte Bühnen mit Junius, This Will Destroy You, Caspian oder auch God is an Astronaut. Gute Einblicke in ihren versiert-dynamischen Laut-Leise-Sound bieten kokomo-bandsich aber auch auf der Myspace-Seite der Band. Nachdem Kokomo, die Band existiert nun seit eineinhalb Jahren, bereits quer durch Deutschland getourt und in Österreich aufgetreten sind, werden die vier Duisburger auf der anstehenden Tour ihren neuen Tonträger auch in Frankreich und England präsentieren können. Nicht nur von ihrer Musik getrieben, sondern offenbar auch von der Reiselust ergriffen, ist zudem für April 2010 eine Europa-Tour in Vorbereitung, die Kokomo bis nach Istanbul bringen wird.

Zunächst halten die Jungs aber erst noch in Duisburg die Postrock-Fahne hoch und daher sollten alle Freunde progressiver Gitarrensounds und aufgebrochener Songstrukturen am 12. im Djäzz vorbeischauen und mit der Band CD-Release feiern. Die “Matterhorn Bob and the black fair”-CD wird übrigens 5, höchstens 6 Euro kosten und das ist bei all der aufgebrachten Leidenschaft ihrer Urheber doch ein sehr geringer Preis, zumal die mitreißende Musik des Tonträgers bei aller detailverliebten Aufmachung nicht unterschlagen werden sollte.

Kokomo CD-Release “Matterhorn Bob and the black fair” am 12. November im Djäzz (Duisburg). Ab 21 Uhr und 4 Euro Eintritt.

Postrock: We vs. Death (Steinbruch, Duisburg)

02.05.09
20:00

Was:„PostRock“ mit WE VS. DEATH (NL)  – “vielschichtige Melodien, Rhythmen und Sounds: einzige Konzert in NRW”

www.wevsdeath.nl
www.myspace.com/wevsdeath

Ab 23 Uhr dann wieder Alles ist Pop – Party!!!

Wo: Steinbruch (Duisburg)

Wieviel: 4€ VVK // 6€ AK

Mono: Postrock auf Japanisch

mono2009_1Mono – ein Wort, eine  Band, eine Naturgewalt! Die Japaner haben sich seit Jahren einen äußerst guten Namen im Postrock-Genre  gemacht, und vielmehr noch gehören sie inzwischen sicher zu der oft zitierten Speerspitze der Szene. Inzwischen ist das fünfte reguläre Studioalbum der Band erschienen und trägt den epischen Titel Hymn To The Immortal Wind, welcher kaum passender für die Musik der vier Japaner sein könnte. Passend zum Album-Release sind Mono in den nächsten Tagen in Deutschland auf Tour, spielen jedoch insgesamt nur drei Konzerte. Daher dürfte das Konzert in Oberhausen, das einzige in NRW, ein besonderes Highlight für Freunde der Band und Freunde des Genres sein.

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Gregor Samsa (Steinbruch, Duisburg)

01.02.09
20:00

Was: Postrock mit Gregor Samsa (USA) und Kom!!!

Gregor Samsa zum zweiten Mal im Steinbruch: Das Bandkollektiv sprüht nur so vor Inspiration und Songideen und kümmert sich dabei herzlich wenig um bestehen Genre Konventionen. Postrock benötigt eine Frischzellenkur? Achtung, hier kommt die Injektion…

Bereits das 2006 erschienene Album “55:12″ ließ erahnen, dass es sich bei der Band, mit dem beim Protagonisten der wohl bekanntesten Kafka Erzählung entlehnten Namen, um eine außergewöhnliche handelt. Mit “Rest” liegt nun der Nachfolger vor und die enthaltenen 9 akustischen Gemälde erweisen sich als ein wunderbares Gesamtkunstwerk, das durch seine außergewöhnliche, klassische (!) Instrumentierung besticht und andererseits den Zuhörer offen und schonungslos in einen Strudel aus Melancholie und Euphorie stürzt, ihn aber letztlich nie loslässt.

Festhalten bzw. festgehalten werden und gleichzeitig Schweben. Ein menschlicher Aggregatszustand, der nicht erstrebenswerter sein könnte. Gregor Samsa fangen ihn ein und lassen den Zuhörer daran teilhaben. Ein feiner Zug von ihnen.

Wo: Steinbruch (Duisburg)

Wieviel: VVK 6€ // AK 9€

Heute: Kokomo (Postrock) live im Steinbruch

Die neue Duisburger Postrock Band Kokomo spielt heute das erste Konzert in ihrer Heimatstadt. Ab 20 Uhr heißt es im Steinbruch “Instrumental, melodisch, laut” und das für gerade mal 3 Euro Eintritt. Support: Places & Finger on Tallinn. Hingehen!!!

THE SAMUEL JACKSON FIVE (Steinbruch, Duisburg)

30.10.08
20:00

Was: “Ist das noch Rock oder ist es schon Jazz fragt sich der Musikfreund. Denn einerseits fährt die einstige Drum’n’Bass-Truppe das übliche Rock-Instrumentarium aus schlenkernden Gitarren, einem dominanten Bass und einem mit allerlei Muskelkraft bearbeiteten Schlagzeug auf; andererseits zersetzt man die dabei entstehenden Standards zugleich mit Macht und Verve. So erhebt sich ein kraftvolles Durcheinander, das auf zwei Ebenen agiert: Die Musiker heizen mit Karacho durch die Nacht, während sie zugleich auf der Stelle treten, um sich um die eigene Achse zu drehen. Ebenso wird konsequenterweise nicht gesungen.

Nach ihrem Debütalbum “Same Same But Different” aus dem Jahr 2004, haben The Samuel Jackson Five auf dem eignen Honest Abe Label den Nachfolger “Easily Missundertsood” veröffentlicht. Das Album wurde in Norwegen von den Kritikern gefeiert und im Nachbarland Schweden sogar als bestes Instrumental Album des Jahres gekürt”

www.sj5.no
www.myspace.com/samueljacksonfive

Wo: Steinbruch (Duisburg)

Wieviel: VVK 5 € // AK 7 €

Gregor Samsa: Träumen erlaubt!

Postrock ist schon ein merkwürdiges Genre. Einerseits bewegen sich seine Bands fernab von traditionellen Hörgewohnheiten und brechen in vielerlei Hinsicht mit Konventionen. Andererseits mutet das musikalische Schaffen vieler Genre-Vertreter wie ein Rattenrennen an, mit dem Ziel den Referenzgrößen tunlichst nahe zu kommen und dies meist unter dem Schleier eines fingierten avantgardistischen Anspruchs. Sphärische Atmo-Sounds mutieren somit erschreckend oft zu längst bekannten und dadurch belanglos werdenden Songschleifen. Gregor Samsa aus Richmond, Virgina müssen sich sicher nicht irgendwelcher Plagiatsvorwürfe erwehren. Das Bandkollektiv sprüht nur so vor Inspiration und Songideen und kümmert sich dabei herzlich wenig um bestehen Genre Konventionen. Postrock benötigt eine Frischzellenkur? Achtung, hier kommt die Injektion… Read more »

SDNMT im Steinbruch

13.03.08
20:00

Was: SDNMT (sprich: Seidenmatt) live. Postrock für Freunde von Mogwai, Appleseed Cast, Explosions In The Sky etc.. Außergewöhnlich und atemberaubend zugleich. Support: Elikan Dew

Wo: Steinbruch (Duisburg)

Wieviel: 5€ VVK/ 7€ AK

Weitere Infos unter:  www.toppershouse.com oder  www.myspace.com/toppershousebooking

The Mars Volta: The Bedlam in Goliath

Cover MVThe Mars Volta polarisieren seit 2001 wie kaum eine andere Band im Sektor der alternativen (Rock-)Musik und irgendwo zwischen Himmel und Hölle liegt auch ihr 4. Studioalbum The Bedlam in Goliath. Das Begriffspaar „Himmel und Hölle” ist im Fall von The Mars Volta allerdings durchweg positiv konnotiert, denn die Band scheint ihre eigene Mitte gefunden und die sprichwörtliche Kurve gekriegt zu haben. Read more »