Erster Eindruck: stilsicher, womit nicht nur das Artwork gemeint ist und in der Impressionsfolge erhärtet sich der Verdacht, dass Flashguns aus der Hypezentrale London genug Substanz verein
en, um den Status Geheimtipp zu überwinden und zur britischen Indiegarde aufzuschließen. Da das junge Trio bereits mit namhaften Künstlern wie White Lies, Jamie T, Bombay Bicycle Club und The Teenagers Backstageraum und Bühne teilten, dürfte beschriebenes Prozedere bereits eingesetzt haben, zumal sich ihre EP Matching Hearts, Similar Parts als wirklich hörenswert erweist. Melancholischen Indiepop mit Rotweinschwere kredenzen Sam Johnston (Gesang/Gitarre), Giles Robinson (Schlagzeug) und Olly Scanlon (Bass) dem Hörer und erreichen dabei eine durchaus fesselnde Intensität. Was besagten Melancholiefaktor anbelangt, sind Flashguns dann auch zwischen Editors, Voxtrot, Morrissey, Interpol und ähnlichen Bands zu verorten, nur um noch einige klangvolle Namen in die Assoziationsrunde zu werfen.
Matching Hearts, Similar Parts beinhaltet 4 düster-treibende Songs und einen Remix, wobei die Grundstimmung keineswegs erdrückend negativ ist. Bei “Bells at Midnight” und “St. George” sind die Väter im Geiste, Steven Patrick Morrissey und Johnny Marr, recht eindeutig zu identifizieren, was in opulente, aber keineswegs überladene Popsongs mündet. “Racing Race” fällt musikalisch ein wenig aus dem Rahmen und verdient besondere Erwähnung, da The XX wahrscheinlich so klingen könnten, wenn sie Blues-Einflüsse in ihre Musik integrieren würden. Der Laubér Remix von “I don’t not love you” ist übrigens keineswegs das inzwischen obligatorische Gimmick-Zugeständnis an die Indie-DJ’s dieser Welt, sondern funktioniert vollkommen selbständig und gefällt dabei sogar mehr als die eigentliche Original-Version. Sehr überzeugend, die Herrschaften aus London.