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Los Campesinos!: Romance Is Boring

romance-boringDa war er hin, hin, hin, der ganze schöne Zinnober, um Platz zu machen für explizite Janusköpfigkeit, für eine Gefühlschimäre, die laut glucksend mit trüb-grauer Schwermut um sich wirft, wütend aufstampft und anschließend Freudentänze veranstaltet, wenn sie denn getroffen hat.  Los Campesinos! haben die ganz große Zappeligkeit hinter sich gelassen und sich dennoch ihre Leichtigkeit bewahrt. Als eine, wenn auch dominante Facette von vielen, als positiver Fluchtpunkt. Romance Is Boring als dialektischer Hochseilakt über der Indiepop-Manege, viel riskierend und sich dabei selbst findend. Lebensbejahung made in Wales, sich in eine multipolaren Welt auf die Hinterbeine stellend und der allgegenwärtigen Bedrückung die kalte Schulter zeigend, um die eigene Wärme zu bewahren.

Das dritte Album des bunt gemischten Kollektivs innerhalb von zwei Jahren ist der reifste und gelungenste Schnellschuss der Trilogie. Die 15, immer noch meist langtiteligen Songs auf Romance Is Boring verschmelzen oft widersprüchliche musikalische Stimmungen, was eine ganz besondere Dynamik erzeugt, wie der Opener “In Medias Res” gleich exemplarisch ausführt. Vordergründige Unbeschwertheit ist oft durch infiltrierende, bedrohlich wirkende Elemente gebrochen, was zu leicht diffusen Stimmungsschwankungen führt. Die UK-Vorabsingle “There Are Listed Buildings figuriert dagegen als lupenreiner Sonnenschein-Stomper.

“We’ve Got Your Back” führt das bandeigene Erfolgskonzept der alternierenden und sich gleichzeitig überlagernden weiblich-männlichen Vocals und des Kollektivgegröls fort, hier mit Pavement-Reminiszenzen in einem wunderbaren Midtempo-Juwel eingerahmt. “(Plan A)” präsentiert sich im Anschluss als hysterisch-kreischend, die Album-Harmonie partiell störend. “Who Fell Asleep In” gibt den Indie-Walzer und “A Heat Rash In The Shape Of The Show Me State; or, Letters From Me To Charlotte” beeindruckt nicht nur mit namentlicher Opulenz. “The Sea Is A Good Place To Think Of The Future” gestaltet sich als brillante Kopfkühlung, um gleichzeitig affektiv Betroffenheit zu evorzieren. Kunstfertigkeit. “This Is A Flag. There Is No Wind” schmeißt noch einmal die gute Laune Popcorn-Maschine an, bevor “Coda: A Burn Scar In The Shape Of The Sooner State” einen atmosphärischen Schlussstein setzt und im Rauschen versiegt.

Los Campesinos! Album-Release

Wer auf zuckerwattesüßen Chaos-Pop steht, sollte sich endgültig den kommenden Freitag (24. 10.) dick im Kalender anstreichen. “We Are Beautiful, We Are Doomed” soll wohl da weitermachen, wo ihr Debütalbum aufgehört hat. Na, hoffentlich!!!

Los Campesinos! – Wales? Wirklich?

Kaum zu glauben, dass die Band mit dem südländischen Namen aus dem nicht gerade Sonnenschein verwöhnten Wales stammen. Denke ich an Wales, so kommen mir satte, grüne Wiesen, Rugby, Pubs, starker Wind und reichlich Regen in den Sinn. Weit gefehlt – sicher nicht. Wenn man jedoch das 2008er Debütalbum “Hold on now, Youngster” von Los Campesinos! als Beispiel nimmt, so muss man sich eingestehen, dass beispielsweise schlechtes Wetter nicht zwangsläufig aufs Gemüt schlagen muss. Mich begleitet dieses fröhlich, vequere Album schon seit Monaten und das ebenfalls witterungsunabhängig. Nun gibt es im Herbst bereits Nachschub… Read more »

Alles-ist-Pop Websampler #3

alles-ist-pop-websampler-_3_v3.pngEs ist mal wieder so weit, ein neuer Alles ist Pop-Websampler steht vor der Tür. Diesmal habe ich mich auf spinner.com ein wenig durch die freien MPEG-1 Audio Layer 3 Dateien geklickt und versucht ein neuen Websampler zusammen zustellen. Ich denke das Ergebnis kann sich hören lassen und hoffe das die Zusammenstellung gefällt. Wenn euch dieser Sampler gefällt, hört doch auch noch mal in die #1 und #2 rein.

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