Posts Tagged ‘ lacrosse ’

Spurv Lærke: On The Brink Of The Big Otter

spurv_coverNach dem Studium des beinahe literarischen Promotextes (“Unten, in den Lehnen, schläft der Fjord. Wie ein großer schwarzer Otter. Ruhig und dunkel.”) ist man zwar nur bedingt schlauer, aber vollkommen interessiert, was sich wohl hinter dem Namen Spurv Lærke verbirgt. First Touch: Zuckerstangen-Indiepop, aber eher aus dem Feinkostgeschäft als vom Rummelplatz und mit lyrischer Durchschlagskraft garniert. Suggeriert der Bandname eher schratigen Folk mit Vollbart, ist die Überraschung groß, angesichts der vor Leichtigkeit dahinschwebenden Lieder der dänisch-amerikanisch-deutsch-russischen Band.

Dennoch wird der akute Zuckershock vermieden, der bei den arverwandten Lacrosse zuweilen eintreten kann. Dafür sorgen melancholische Bitter-Bonbons à la “Autumn”, das zudem durch Cello auf- und gefällt. “Rainbow Colored Shoes” passt da schon eher zu den eingangs beschrieben Süßwaren, was in der Folge durch “Doctor’s Tale” gleich  noch übertroffen wird. Trotz der erwähnten Leichtigkeit und Eingängigkeit der Lieder, bestechen diese jedoch auch durch eine unter der Oberfläche schlummernde Tiefe. Dank der gebannten Kariesgefahr kann man dann auch Midtempo-Weirdo-Pop-Perlen wie “Do That” bedenkenlos gautieren.

Trumpf im Ärmel von Spurv Lærke ist unbestritten der betörende Gesang von Kristina Kristoffersen, der mehr als nur gefällt. Ebenfalls überzeugend ist die Tatsache, dass die Band ihren Sound auf On The Brink Of The spurv_2Big Otter von Song zu Song zu varieren weiß. Beispielsweise hätte man die knarzige Großtat “Portrait” in dieser Form gar nicht im Rahmen des Albums erwartet. Die Neigung zum außergewöhnlichen Klang und Arrangement zeigt sich auch in “Repeater”, das sich als leicht schräges Salon-Chanson in den Vordergrund schiebt, im Gedächtnis bleibt. “Tokyo Lights” sei beispielhaft für die straighten Momente auf dem Album angeführt, die sich zumeist in gefälligen Refrains äußern und zwar einfach, aber nicht simpel die musikalische Geschichte des Albums fortführen.

Verspielte Verschrobenheit, die gekonnte Vermengung von Pop als Songentwurf und Experiment im Detail, die sympathisch-warme Stimme Kristoffersen – das alles macht Spurv Lærke hörenswert.

Lacrosse: Bandages For The Heart

lacrosse_coverGute Laune und kein Ende in Sicht – Lacrosse setzen mit ihrem zweiten Album Bandages For The Heart ihren Pop-Siegeszug der Glückseligkeit fort. Bemängelte mein Alles-ist-Pop-Kompagnon und Rezensent des 2007er Lacrosse Albums noch den Veröffentlichungzeitpunkt derart fröhlicher Musik im November, fällt diesmal mit dem Release am 2. Mai saisonale Befindlichkeit und musikalische Stimmung des Tonträgers augenscheinlich zusammen. Für Bandages For The Heart gilt jedenfalls, dass immer noch der lockerflockige Zuckerwattenpop dominant ist, jedoch nicht mehr ganz so penetrant wie noch auf dem ersten Album. Was die Schweden auf ihrem Debüt an Spaß und Lebensfreude präsentierten, kam nämlich zuweilen einer Überdosis an genanntem gleich.

Lacrosse gelingt es nun besser die Balance aus beschwingten Popnummern wie der sehr gelungenen ersten Single “We Are Kids” oder dem nicht minder feinen “I See A Brightness”. Daneben gibt es aber auch fast besinnliche Songs wie dem Titellied, die die Phalanx der guten Laune angenehmer Weise gelegentlich durchbrechen. Eines kann man der “six-piece pop combo” aus Stockholm nicht absprechen: ihre unbändige Spielfreude und Lust an der eigenen Musik schafft zumeist den Grabensprung zum Hörer. Dazu passen dann auch Songtitel wie “It’s Always Sunday Around Here”, in dem es heißt “the world is full of saturdays”! Wie wahr, was uns die Band auch immer damit sagen will, der Song ist überzeugend und gegen gepflegten Nonsens ist ja auch gar nichts einzuwenden.”Come Back Song #1″ ist beispielsweise ein weiteres Highlight des Albums, das so herrlich überdreht und sprudelnd daher kommt, und bei dem das Zusammenspiel der weiblichen und männlichen Gesangsstimmen an Perfektion heranreicht.

Charakteristisch ist neben den Handclaps immer noch das Glockenspiel auf  Bandages For The Heart, und damit so etwas wie  das Leitmotiv der Musik und gleichzeitig Symbol für die Band. Irgendwo zwischen Los Campesinos! und Shout Out Louds platzieren sich jedenfalls Lacrosse im Universum der leicht schrägen Popmusik, übertreffen beide genannten Bands aber um Längen was transportierte gute Laune anbetrifft. Dafür muss man natürlich empfänglich sein, was in anbetracht der derzeitigen Wetterlage aber nicht schwer fallen dürfte. Somit behält das Fazit zum letzten Album seine Gültigkeit: “Frühjahrs-Pop par excellence” – à Oui!!!

Frühjahrs-Pop par excellence: Lacrosse

Lacrosse - This new year will be for you and meIch bin grosser Verfechter von saisonal-abgestimmtem Musikkonsum. Das letzte Maritime Album im Herbst z.B. ging ja mal gar nicht. Es ist zwar wieder großartig, aber wie soll ich denn im Herbst Maritime hören? Das ist Sommer-Musik! Im Herbst muss ich mich schließlich durch ruhige Musik auf die depressive Winterphase einstimmen.

Oder das Gegenteil mit Lacrosse: Da erscheint das Album mitten im November 2007! Dabei ist die Scheibe viel zu fröhlich. Ein bisschen Akustik-Gitarre hier, Glockenspiel und Synthi da und ganz vorsichtig die Stromgitarre. Genau passend für die jetzige Jahreszeit… Read more »

Alles ist Pop – Websampler #2

websampler2-coverweis-kopie.jpgFreunde der Sonne, ich darf verkünden: Es gibt einen neuen Websampler! Wieder haben wir uns hingesetzt, feine Musik aus dem Netz gesucht. Der zweite Sampler ist thematisch nicht ganz so deutlich zu zuordnen wie der erste, aber wir haben versucht eine Auswahl an feiner Popmusik zusammenzustellen, die hoffentlich wieder eure Gemüter erfreut. Alles ist Pop wünscht viel Spaß mit dem Websampler #2. Read more »