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Skream: Outside The Box

skreamEntschleunigung als Stilprinzip. Nennt es Downbeat, nennt es Dubstep, nennt es Tiefenentspannung erzeugende Electronica. Oliver Jones, besser bekannt unter seinem Produzentennamen Skream, bettet auf seinem zweiten Album Outside The Box den Hörer in einem fast rundumgeschlossenen Nest aus Watte und nur ab und an bahnt sich Stroboskopgeblitze den Weg durch den gemütlichen Zellstoff. Die Musik spricht also schon allein für sich, doch die Promotion erleichtern und den Absatz  steigern, dürften bekannte Featurepartner wie La Roux zusätzlich.

Nachdem “Perferated” als Opener mit der Befindlichkeitswasserwaage hantiert und beim Ausrichten erfolgreich ist, tritt bei “8 Bit Baby” der kalifornische MC Murs auf den Plan. Besagter Murs ist auch außerhalb der Rapszene ein gern gesehener Gast und hat sich diesen Status allein durch den genialen Auftritt auf “To Protect And Entertain” von Busy P verdient. “8 Bit Baby” ist ebenso überraschend in der Tracklist wie es begeistert – sehr also. “Cpu” überführt den Sound auf Outside The Box wieder in das zu erwartende Schema und dürfte in seiner langsam walzenden Eleganz -  eine ungelenke Umschreibung für ein tatsächliches Klangbild – in Erinnerung bleiben. Ein wenig käsig kommt “How real” feat. Freckles daher, erinnert gar ein wenig so, als ob Crystal Castles an Radiopop und entsprechend an Eingängigkeit interessiert wären.

“I Love The Way” könnte vom letzten Burial-Album stammen und bekommt die volle Gunstpunktzahl. “Listenin To The Records On My Wall” entfaltet beinahe epische Erhabenheit, bevor “Wibbler” fies-düsteren Downstep zelebriert und jegliche Harmonie einstampft. Den La Roux Track “Finally” könnte man vielleicht als Revanche für den gelungenen Skream-Remix von “In For The Kill” ansehen und er stört im Albumkontext nicht weiter, gefällt durchaus. “The Epic Last Song” ist als Rauschmeißer gerade mal ok, erinnern die fluffigen Keyboardtöne zur Songmitte viel zu stark an schlechten House deutscher Provenienz, trübt jedoch den positiven Gesamteindruck von Outside The Box keineswegs. Nicht so sperrig wie Burial, nicht so experimentell wie Flying Lotus – reinhören, es lohnt sich.

Flying Lotus Interview

Ein Interview mit dem Sample-Virtuosen Steve Ellison, besser bekannt als Flying Lotus, findet sich auf pitchfork.com. Dass der Künstler mit Cosmogramma ein gleichermaßen entspannendes und aufregendes Album veröffentlicht hat, ist keineswegs ein Geheimnis. Im Interview spricht Flying Lotus über Instrumentierung, dem forcierten Schichtsound auf Cosmogramma, aber auch über Persönliches. Prädikat: lesenswert!