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Film & Soundtrack: 12 Meter ohne Kopf

zmokWenn Störtebeker auf das 21. Jahrhundert trifft: der am 10. Dezember anlaufenden Kinofilm 12 Meter ohne Kopf begegnet der Legende des Seeräubers ohne Scheu und so tollkühn, wie man es eben von  Piraten erwarten würde.  Im Mittelpunkt des cineastisch verdichteten Plots steht nicht nur Klaus Störtebeker, sondern auch sein Weggefährte Gödeke Michels, quasi ein hanseatisches Buddy-Movie mit spritzendem Blut und markigen Sprüchen. Genremäßig ist der Film von Sven Taddicken und Matthias Pacht irgendwo zwischen Abenteuerfilm und Komödie zu verorten.

Von einer authentischen Aufarbeitung der störtebekschen Biographie kann also nicht die Rede sein, der Vergleich zu dem Fantasy-Blockbuster Fluch der Karibik hinkt aber auch mehr als ein Freibeuter mit Holzbein. Pluspunkt des Streifens ist sicher die gelungene Besetzung, denn allein schon die Hauptrollen sind mit Ronald Zehrfeld und Matthias Schweighöfer ausgezeichnet bestückt, hinzu kommen dann noch Detlef Buck, Jana Pallaske oder auch Simon Gosejohann.

Ebenfalls auf der Habenseite ist der für das Filmgenre ungewöhnliche Soundtrack , da der Piraten-Spirit mit zeitgenössischen Indierock-Klängen eingefangen wird. Leider sind aber die im Film verwendeten Stücke von alten (musikalischen) Helden wie The Clash nicht auf dem kaufbaren O.S.T. vorhanden, dafür aber eine gute Mischung aus akustischen Filmschnippseln, Score und ausgewählten Gassenhauern von The Thermals, Rantanplan oder auch T.Rex., Mit der erworbenen Cd kann man dann auch den programmatischen Leitspruch der dargestellten Seeräuber in den heimischen Wändern erklingen lassen. Dabei handelt es sich um das prägnante und den Grundkonflikt der Rahmenhandlung zusammenfassende: “Fickt die Hanse!” Piraten im 21. Jahrhundert eben!

Ob das filmische Projekt tatsächlich funktioniert, wird vermutlich nur ein Kinobesuch nachhaltig klären. Ein wenig merkwürdig mutet die Herangehensweise an die Legende des kopflos Dahinschreitenden  jedoch schon an.

Trailer:


Kino: Rock N Rolla – Guy´s Gangster

Das Millieu britischer Kleinkrimineller hat es Regisseur Guy Ritchie offensichtlich angetan und er hat allen Grund sich diesem künstlerisch verpflichtet zu fühlen. So ist auch das Sujet seines neuen Films Rock N Rolla im zwielichtigen Untergrund Londons verankert und steht damit voll und ganz in der Tradition Ritchie´s Kultsreifen Bube, Dame, König, grAs (1998) und Snatch (2000). Diese stoffliche Rückbesinnung kommt nicht von ungefähr, waren doch seine letzten Projekte allesamt gefloppt. Dazu ist wohl auch die Ehe mit Madonna zu zählen, doch das ist eine andere Baustelle. Fakt ist jedoch, dass Rock N Rolla vielleicht die letzte Chance für Ritchie ist, um sein verlorenes Publikum zurückzugewinnen und vor allem um seine Reputation wiederherzustellen. Ab dem 19.3. ist die Gangster-Komödie auch in deutschen Kinos zu sehen.

Eigentlich ist es kaum tragbar, dass Rock N Rolla erst jetzt den Weg nach Deutschland gefunden hat, fand doch die Premiere des Streifens bereits im vergangenen September statt. Mittlerweile ist bereits die DVD- und Blu-ray-Version im United Kingdom und den USA erschienen. Genauso skurril erscheint es, dass für den deutschen Markt der Filmtitel nicht wie gedacht “RocknRolla” lautet, also zusammengeschrieben wird, sondern sich getrennt schreibt. Nun aber zum Wesentlichen. Der Film selbst scheint vom Plot her keine besonders großen Überraschungen aufzuweisen…

…drei Kleinkriminelle geraten durch ein missglückte Spekulation an den Boss der Londoner Unterwelt und müssen nun ihre Schulden in Höhe von zwei Millionen Pfund begleichen. Um dies zu bewerkstelligen trickst man einen skrupellosen russischen Miliadär aus, der selbst ein krummes Ding am Laufen hat. Dabei ergaunern sich die drei Protagonisten 7 Millionen Pfund und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Typisch für Ritchie ist dabei wohl die Lawine an Verstrickungen, die sich aus der Ausgangssituation heraus durch den gesamten Film wälzt und eben die “coole” Inszenierung dessen. Natürlich erweckt das alles den Anschein, als ob Guy Ritchie einfach seine ersten beiden Filme in einen Topf geworfen, einmal umgerührt, aufgewärmt und dem Publikum als neue Komposition verkauft hätte. Wenn dabei aber ein ähnlich amüsanter Film wie “Bube, Dame, König, grAs” und “Snatch” entstanden ist, soll sich niemand daran stoßen, dass man es lediglich mit einem Aufguss aus Altbekanntem zu tun hat. Wieviele Kinofilme sind schon wirklich innovativ? Letztendlich soll Kino, zumindest dieser Art, unterhalten und den Zuschauer zerstreuen. Ein Kriterium an dem sich Rock N Rolla messen lassen muss.

Der Soundtrack des Films ist übrigens auch erwartungsgemäß mit Hochkarätern gespickt: The Clash, The Hives, The Sonics, Lou Reed, The Subways, The Beat, Wanda Jackson und, und, und! Ritchie hat also seine Hausaufgaben vernünftig erledigt, was aber auch wohl nicht all zu schwer war. Schließlich wiederholt er die Klasse gerade…

Kinostart – Rock N Rolla : 19.03.



Jim Jarmusch: Grenzen der Kontrolle

Es ist in der Tat skurril, dass der Titel des neuen Films der amerikanischen Independent-Film Ikone Jim Jarmusch ausgerechnet “The Limits of Control” lautet. Jarmusch hat in den knapp 30 Jahren seines filmischen Schaffens das Genre des Autorenkinos mitgeprägt und ist für seine manisch-besessene Vorgehensweise berühmt. Mit wenigen finanziellen Mitteln und kreativer Arbeitswut entstanden Kultfilme wie z.B. Down by Law, Ghost Dog, Coffee & Cigarettes, Night on Earth, Dead Man und zuletzt Broken Flowers. Eine ausgeprägte Liebe zum Detail, zu schrägen Situationen und kauzigen Charakteren machen den Charme der cineastischen Leckerbissen des Mannes mit der grauen Mähne aus. Dieses Jahr  soll nun der neueste Streich in die Programmkinos dieser Welt kommen und der Cast ist gespickt mit vielversprechenden Namen und alten Jarmusch-Bekannten. Auch dies macht Jarmusch aus, Freundschaft mit und Treue zu seinen Darstellern. Read more »

Young At Heart

Young@Heart ist die verfilmte Geschichte des gleichnamigen Senioren Chors, dessen Chorleiter einges Tages einen ungewöhnlichen Weg einschlägt: Die über 60jährigen sollen statt mit “ihren” Liedern aus den 20er und 30er Jahren modernere Pop und Rocksongs interpretieren. Da ist es verständlicherweise die Skurilität, die anzieht, wenn eine 90jährige Joe Strummers Worte “Should I Stay or Should I Go” schmettert. Nicht minder zweideutig und ebenso komisch ist dann z.B. auch die Interpretation des Ramones-Klassikers “I Wanna be sedated”.

Das Sex Pistolsesque Marketing ist zwar ziemlich übertrieben, und ich weiss nicht so recht, ob ich mir den Film anschauen würde, aber eine ganze Reihe positiver Rezensionen und ein Haufen internationaler Auszeichnungen sprechen für den Film.


Vielleicht was für den nächsten Kino-Abend mit der Oma? ;)

(via Randpop)

Soundtrack von Element of Crime

Neben dem Schreiben vom “Der Kleine Bruder” hat Sven Regener wohl noch genug Zeit gehabt um mit seiner Band Element of Crime sieben Titel für den Soundtrack zum Film “Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe” einzuspielen. Der Film startet kommenden Donnerstag (28.08.), der Soundtrack ist heute erschienen und das Lied “Ein Hotdog unten am Hafen” schon länger als 7″ Single erhältlich!

„Control“ von Anton Corbijn

ControlAls Ian Curtis sich im Mai 1980 das Leben nahm, war er erst 23 Jahre alt und seine Band Joy Division stand unmittelbar vor ihrer ersten U.S.A. Tour, ergo dem vermeintlich großen Durchbruch? Fakt ist, dass sein früher Freitod sicherlich erheblich zu dem Kultstatus beitrug, den die Band, aber vor allem Curtis selbst auch heute noch inne hat. Sagenumwoben und undurchsichtig erscheint dem außenstehenden Betrachter das (Gefühls-)Leben des Sängers mit der außergewöhnlich tiefen Stimme, dessen Suizid die Menschen in seinem Umfeld trotz einiger Anzeichen dennoch zutiefst überraschte…Stoff genug um Curtis eins der zur Zeit so beliebten und erfolgreichen Biopics zu widmen!

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