Olli Schulz perfektioniert auf seinem neuen Album schnarchnasigen Adult Poprock und garniert diesen erneut mit vor Belanglosigkeit nur so triefenden Texten. Musik die nicht weh tut oder zumindest nicht sehr, was auch an den vielen musikalischen Zitaten liegen dürfte. Da nützen auch die zahlreichen prominenten Helferlein (Schreifels, Begemann und Gisbert zu Knyphausen) nicht, und das Beste an Es brennt so schön ist trauriger Weise das schicke, stark an das Artwork von The Smiths Platten angelegte Cover.
Das infantile und Hirnzellen fressende “Mach den Bibo” ist dank Stefan Raab und der begleitenden Diskussion um Schulz’ Inkonsequenz ja bereits allseits bekannt. Im Albumkontext wirkt der Song allerdings völlig deplatziert, versucht doch Schulz gemeinhin die eigene Seriosität und musikalische Reife zur Schau zu stellen. Dass dies in großer Banalität münden kann, stellte ja bereits der Vorgänger Warten auf den Bumerang unter Beweis. Ob Schulz die neu gewonnene Popularität mit diesem faden Einheitsbrei aufrecht erhalten kann, ist an dieser Stelle wohl nicht zu klären. Vielleicht ist ja gerade die Austauschbarkeit der Schulz’schen Rohrkrepierer ein vom Autor dieses Reviews verkanntes Qualitätsmerkmal, bekommt das Album doch insgesamt ziemlich wohlwohlende Kritiken. Der Olli ist aber ja auch sooo nett und live ja auch sehr witzig.
Besonders bitter schmeckt Es brennt so schön, wenn Schulz, sozialkritsch to the max, die rauhe Welt da draußen wortgewaltig anprangert wie in “All you can eat”: “Wann hat das alles angefangen? Wann wurden wir zu diesen Schlangen? All you can eat – Jeder ist zufrieden, solange man ihn bedient.” Da hat der Herr Schulz sich ja wieder als scharfzüngiger Analytiker bewiesen. Ein Deutschpunk-Song könnte gesellschaftliche Missstände nicht besser pointiert darstellen. Insgesamt muss man konstatieren, dass durchaus vorhandene gelungene Melodien meist in den banal bis dümmlichen Texten ertränkt werden. Als weiteres Beispiel sei die Hymne an die Freundschaft “Bloss Freunde” genannt, in der der Paarreim bis zum Erbrechen stranguliert wird: “Du bist so dramatisch, das find ich so sympathisch. Du hälst die Welt in Atem, doch läßt mich niemals warten.”
Schon amüsant, dass der Titel des Albumopeners gleichsam Motto und Fazit zu Es brennt so schön darstellt: Ab jetzt tut es nur noch weh. Wie wahr!!!