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John K. Samson: Provincial Road 222

provincial-road-222“Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.” Diesem van Gogh Zitat würde John K.Samson, seines Zeichens Sänger der Weakerthans, wohl nur bedingt zustimmen, schließlich scheint der kleine Kanadier mit der umschmeichelnden Stimme gerade Alltag und Normalität ästhetisch erfassen zu wollen, um eben das Besondere im Kleinen zu entdecken. Dies spiegelt sich auch in einer konzeptuellen Singlereihe wider, deren Teile sich jeweils einer Straße in  Samsons kanadischer Heimat rund um Winipeg widmen. Nach der “City Route 85″ EP folgt nun mit “Provincial Road 222″ das Mittelstück der Veröffentlichungsreihe und zwar wieder stark limitiert (500 Vinyl-Exemplare) beim Grand Hotel van Cleef.

Das erste Stück “The Last And” trumpft gleich groß auf und könnte locker auf dem The Weakerthans Meilenstein “Left And Leaving” (2000) vertreten sein, denn an jenes emotionale Machwerk erinnert der Song. Diese Assoziation kann getrost als Erhebung in den Adelsstand für “The Last And” gewertet werden, da jenes Album nach Meinung des Verfassers dieser Zeilen das mitreißendste in der Weakerthans-Diskographie darstellt. “Petition” als zweiter Song der EP weiß ebenfalls zu begeistern: behutsames Gezupfe auf der Akustikgitarre, dezent inszenierte weitere Instrumentierung und gesangliche Mehrfachschichtung gestalten die einprägsame Melodie aus, ergänzt von einer der typischen Samson-Geschichten.

Das abschließende “Stop Error” präsentiert sich dann als Choral, was im ersten Moment durchaus verstörend wirkt. Diese kirchenmusikalische Inszenierung passt ja wiederum, wenn man die zuweilen religiös anmutende Verehrung Samsons bei den Weakerthans-Fans  betrachtet und doch funktioniert der Song nicht wirklich. Da wäre doch eher noch ein intimer Singer-Songwriter-Moment vorzuziehen gewesen. Auch deshalb schade, da meines Erachtens die ersten beiden Lieder denen der City Route 85″ EP  vorzuziehen sind.  Fazit: lohnenswerte Single, die zumindest als physikalischer Tonträger schnell vergriffen sein dürfte.

(VÖ: 17. September 2010)

The Wedges, Cama Maya, The Rumours, etc. (Druckluft, OB)

10.07.09
19:00

Was: The Wedges stellen bei diesem Heimspiel ihre neue EP “Up All Night” vor und bringen zudem noch reichlich Verstärkung mit. Beispielsweise werden auch Cama Maya aus Dinslaken (Interview hier!) für Furore sorgen. Aus selbiger Stadt stammen auch The Rumours und komplettiert wird der Abend durch die Oberhausener Band The Black Light Departure. Da lohnt sich der Besuch im Druckluft allemal!

Wo: Druckluft (Oberhausen)

Wieviel: 5 Euro

Elias: German Angst

eliasAm Anfang war die EP – für viele Bands ist diese Veröffentlichungsform am besten geeignet, um Aufmerksamkeit zu erregen und sich einem Publikum zu präsentieren, ohne gleich das Risiko eines ganzen Albums einzugehen.  Auch Elias, eine “Indiepop”-Band aus Münster, geht den beschriebenen Weg und veröffentlicht dieser Tage die EP German Angst. Darauf enthalten sind 4 Songs und ein Remix, die den vier Jungs manche Tür oder gar Tor öffnen dürften, denn ihre Lieder sind sehr gefällig, zuweilen fast schon zu gefällig. Doch bleibt man bei der positiven Sichtweise, die keineswegs unangebracht ist, wendet sich dieser Einwand schnell in das Prädikat “radiotauglich” – mit anderen Worten ganz viel Pop und kaum, um das schreckliche Wort zu gebrauchen, bis wenig “Indie”-Einschlag. Doch bevor solche kaum aussagekräftigen Begrifflichkeiten überstrapaziert werden, zurück zu den Songs selbst:

Die eingängigen Melodien wurden bereits angeschnitten und so sind Songs wie “Aller Anfang German Angst” schnell vertraut. Zudem kommen durchaus clevere Texte und eine klare, nicht besonders kräftige Stimme, die ein wenig markanter sein könnte. Ein in der Tat kleiner Einwand, aber kein Störfaktor, denn die Musik wirkt – Achtung, Tusch – authentisch und das zählt. Sänger/Gitarrist Henning setzt jedenfalls seine Stimme nicht ungeschickt ein und zu den seichten Popsongs passt der Gesang gut. Zu gefallen weiß auch das Stück “Mein Herz ist kein Schlagzeuger”, das im sehr gelungenen Saint Pauli Remix sogar nochmal zulegt. Als Fazit muss man festhalten, dass Elias mit diesem Release sicher ein recht breites Publikum ansprechen dürften. Ihr zum Teil ein wenig zu seichter Popsound passt jedenfalls zu den melodischen Songs und die unpeinlichen Texte sind ebenfalls als positiv hervorzuheben. Sicher nicht jeder- , aber vielermanns  Geschmack, doch so ist das eben mit Radiomusik.

Die EP ist bei den bekannten Download-Anbietern zu beziehen, über die Homepage der Band ist eine limitierte CD-Version zu bekommen. Elias erhoffen sich laut eigener Aussage, verstärkt den Erwerb von German Angst in der CD-Variante: “Wenn du uns wirklich unterstützen willst, damit wir bald unser Album bezahlen können, nimmst du die schöne CD-Version, die wir dir natürlich gerne zuschicken.”

Crystal Antlers: Chaos im Golden State

Long Beach in Kalifornien ist nicht nur die Heimatstadt der Independent-Ikone und des Pixies-Frontmanns Frank Black, sondern auch der Crystal Antlers. Während die Pixies ihren Songs eine Prise Wahnsinn angedeihen ließen, greifen die Crystal Antlers mit beiden Händen in die Gewürzkiste. Bluesige Noise-Extravaganza mit ruhigen Passagen, ausuferndem Gitarren-Gegniedel, coolen Bassläufen und versiertem Gekeife. Ihre aktuelle EP sprüht nur so vor Ideen und ist angenehm loco. Zudem machen die sechs Herren zur Zeit die Bühnen der Republik unsicher. Chaos vorprogrammiert!

Wenn eine Band einen ganzen Haufen Genres mischt und das Ergebnis wütend an die Wand wirft, muss dies noch lange kein Qualitätsmerkmal sein. Im Gegenteil wirkt das Produkt einer solchen Vorgehensweise oft artifiziell, halbgar und somit hochgradig unfertig. Die Gefahr ist einfach zu groß, in den eigenen Ambitionen baden zu gehen. Oft fehlen auch einfach die Fähigkeiten, um das chaotische Puzzle zu handeln. Die Jungs von Chrystal Antlers lösen dieses Problem auf ihrer 6 Songs starken, un- oder selbstbetitelten EP jedoch mit Bravour. Die verwendeten Ideen werden zumeist gekonnt zu Ende geführt und das Besondere dabei ist, dass die Songs fast alle ziemlich kurz sind. Im Gegensatz zu anderen experimentellen Bands kommt man hier also auf den Punkt und das ist doch sehr erfrischend.

Straighter als The Mars Volta und folkloristisch entschlackt? Psychedelischer als The Blood Brothers, wilder  rockend als Animal Collective? Die Hardcore-Blues-Variante von Portugal. The Man? Viele Fragen und immer die gleiche Antwort. Crystal Antlers. Ob die Kalifornier auch eine gute Live-Band sind? Folgende Konzerte könnten die Antwort auf diese Frage liefern:

09.02. München – 59:01

10.02. Duisburg – Steinbruch

11.02. Hamburg – Hafenklang

16.02. Berlin – Magnet

17.02. Köln – Sonic Ballroom

Beirut: Doppel-EP im Anflug

In zwei Wochen erscheint die neue Doppel-EP “March of the Zapotec/Realpeople:Holland” von Beirut und der Vorbote My Night With The Prostitue From Marseille ist ein klassischer Spalter. Einerseits ist da der typische Charme eines Zach Condon´s Songs und andererseits fragt man sich, warum der Bursche jetzt auch noch Elektronika in seine Musik einfließen lassen muss. Bleibt zu hoffen, dass es sich  dabei um die Kategorie Rarität im Rahmen einer Intermezzo-EP und nicht um einen Fingerdeut in die musikalische Zukunft Beirut´s handelt.

Tom Gabel: Heart Burns

Mit “Heart Burns” ist Ende Oktober die erste Solo-EP des Against Me!-Sängers Tom Gabel erschienen. Sieben Songs sind auf der Veröffentlichung vertreten und die Nähe zum musikalischen Schaffen seiner Hauptband ist mehr als nur gegeben. Das bedeutet zwar, dass man auf Innovationen und Überraschungen verzichten muss, aber auch, dass hier Qualität groß geschrieben wird. Im Gegensatz zu anderen Soloalben von Musikern hat man es hier darüber hinaus mit einer Art Rückführung in den Urzustand zu tun, denn Against Me bestand einst nur aus Gabel alleine. Read more »

Beirut: Neue Doppel-EP (Februar 09)

Neues Material von Zack Condon darf man im Februar des nächsten Jahres erwarten. Die Veröffentlichung umspannt gleich zwei Ep´s, wobei ‘March Of The Zapotec’ 6 brandneue Beirut Songs enthalten wird, und ‘Realpeople’ 5 ältere Solostücke von Condon präsentiert. Beide Releases werden wohl nur zusammen erhältlich sein. Vollständige Tracklists findet man u.a. hier!

Trail of Dead: Neu und streng limitiert

Der Geräuschsturm, der beim Publikum live für etwaige Folgeschäden gesorgt hat, dürfte mit der anstehenden Veröffentlichung der Band mit dem langen Namen wohl nichts gemein haben. Ganz der Entwicklung der Diskographie folgend, dürfte auf der neuen EP ‘Festival Thyme’ wieder der liebgewonnene Wohlklang regieren. Am 28. November erscheint sie und soll einen Vorgeschmack auf das im Februar folgende neue Album bieten. Im Vorab also vier neue Lieder, wobei drei davon in alternativen Versionen auch auf dem neuen Longplayer zu finden sein werden. Read more »

Stars: Sad Robots EP

Die kannadische Band Stars veröffentlich mit Sad Robots eine EP, die bereits jetzt als Download (für schmale drei Euro) und ab dem 16. September auch als CD erhältlich ist. Einen Track gibt es sogar umsonst. Grandios! (via mainstage).

Thrice: Elementarteilchen

1.jpgIn diesen Tagen schließen Thrice das bislang ehrgeizigste Projekt ihrer Bandgeschichte ab: Mit nicht weniger als einer EP-Collection über die vier Elemente wollte die kalifornische Band ihre beeindruckende Diskografie bereichern. Ein Vorhaben, dass mich vollends Zerrissen zurücklässt.

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