Posts Tagged ‘ elektro ’

Elektrokombüse Party (Djäzz, Duisburg)

16.01.09
23:00

Was: Es darf getanzt werden und zwar zu Electroclash über Techno zu Elektro und Minimal. Freizeichen DJ Team und weitere Gast DJ´s!!! Eintritt wird gewürfelt!!!

Wo: Djäzz (Duisburg)

Wieviel: Der Eintritt wird gewürfelt. Die 6 zahlt nix!

typ:t.u.r.b.o. – “Mein Liebe fließt in Worte…

…und verbrennt in Gasturbinen.” Zum ersten Mal begegnete mir der Knallersong “Gasturbinen” im Set von Indie-Szene DJ Christian Vorbau und ich war ziemlich angetan. Soweit ist das ja alles nicht ungewöhnlich! Doch als ich nach gewecktem Interesse und anschließender Recherche feststellen musste, dass die Interpreten des Tracks typ:t.u.r.b.o. “unsigned” sind und eben ohne Label ihr Ding durchziehen, war ich schon erstaunt. Was Pat Panda, J-Cop und Lionel Cutz fabrizieren, ist nämlich nicht nur kurzweilig, sondern die Jungs aus Köln haben auch ihre Turbofinger am Puls der Zeit.

Auch wenn die Drei in den 90ern durch Hip Hop geprägt und sozialisiert wurden, betonen sie, dass sie eben keine Hip Hop Crew sind. Eine echte Absage, an eine völlig festgefahrene Szene? Natürlich stellt man sich somit ein Stück weit ins Abseits, doch der Mut zur Lücke lohnt sich. Ihr Sound speist sich aus verschiedenen Einflüssen und könnte als modern, elektronisch und tanzbar betitelt werden. Klischees und Genrebezeichnungen spielen gleichsam keine Rolle im typ:t.u.r.b.o. Universum und das, ist mehr als nur erfrischend. Doch die Kölner haben noch mehr zu bieten als andere elektronische Acts, die sich auch einer expressiven, leinenlosen Grundhaltung verschrieben haben. Beim genaueren Hinsehen findet man ein reflektives Selbstverständnis, dass man schon als eine Art Philosophie bezeichnen kann:

“Wir leben an der Bruchstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Alte Traditionen kollidieren mit modernsten Technologien. Wir sind diese Generation. Wir sind das Produkt einer Entwicklung, deren Ergebnisse für niemanden mehr einsehbar sind.”

Schön zu sehen, wie viel Passion, aber auch Weit- und Scharfsicht in der Kombo mit der merkwürdigen Orthographie steckt. Selbstverständlich ist dies nicht und erinnert dadurch Ansatzweise an die scharfzüngigen Mediengruppe Telekommander, aber ohne dass sich dies nachhaltig in den Texten niederschlagen würde. Der Vergleich hinkt nämlich gewaltig, denn typ:t.u.r.b.o. erlauben sich zwar den Luxus anders zu ticken, doch bei ihnen geht es erstmal um Amüsement. Dies nicht erst seit eine gewisse Crew namens Deichkind durch den Tabubruch, die Genregrenzüberschreitung bundesweit ins Rampenlicht geschleudert wurden. Fakt ist, dass diese Art von Musik zur Zeit Hochkonjunktur hat und es zu kurz greifen würde, dies nur als einen vorrübergehenden Trend einzuordnen. Dass es immer unwichtiger wird, wie man die Musik nun nennt, die man mag, bringen die Kölner passend selbst auf den Punkt.

“Vielmehr distanzieren wir uns von jeglichen Klischees, die irgendeiner vorgeschriebenen Musikrichtung anhaften. Wir halten diese für störend und hemmend. Wir legen keinen Wert auf spezifizierte Musikrichtungsbezeichnungen oder ähnliche Barrieren. Diese schränken die Offenheit des Zuhörers für ‘Neues’ ein. Kurz gesagt: Wir wollen, dass die Leute tanzen!”

UPDATE: Einer der vielen Floorfillers der Compilation King Kong Kicks ist Gasturbinen von typ:t.u.r.b.o. – Meines Wissens nach eine der wenigen (einzige?) Möglichkeiten diesen Track auf CD zu erwerben – und dazu noch 24 weitere für nur 10 Euro…

Schwefelgelb: Alt und Neu

Wenn die Welt in stroboskopischen Lichtblitzen versinkt: Schwefelgelb kultivieren die anarchistische Trashdisco. Wem NDW zu zahnlos, New Wave zu zahm produziert und Punk zu dreckig war: Die Herren dieser Band vermengen genannte Genres mit stampfenden Beats und schrillem Gesang. Das Endergebnis ist ein melodischer Dilettantismus der irgendwie bekannt und doch frisch und up to date klingt.

In der Tat könnten Songs wie “Ich hab dich gesehen” bereits in den 80ern entstanden sein, da selbst die verwendete Melodie ganz typisch nach dieser versunkenen Dekade klingt. Man könnte natürlich auch anmerken, dass Eighties-Revivals bereits genug zelebriert werden, doch das besondere bei Schwefelgelb ist das Mischverhältnis der verwendeten Zutaten. Man hat es mit zwei gleich berechtigten Klangwelten zu tun: Wirklich authentische Elemente aus New Wave und NDW treffen auf moderne Beats, die auch von zeitgenössischen Elektrotrash Acts stammen könnten. Die Fusion ist entsprechend interessant und neuartig, auch wenn teilweise das Pendel doch zu sehr in die altbackene NDW Ecke ausschlägt.

Es gibt auf ‘Alt und Neu’ aber wirklich einige handfeste Hits wie “Spieglein, Spieglein”, dass in 3 1/2 Minuten laut und extrem eindringlich zum expressiven Tanz einlädt, oder das nur so bis zum Siedepunkt brodelnde “Alles verspielt”. Wer sich auf Schwefelgelb einlässt, sollte auf jeden Fall etwas mit deftig produzierten Beats anfangen können und dem Pac-Man Jahrzehnt nicht ganz abgeneigt sein. Wer also durchaus Gefallen an elektronischen Halli-Galli-Trash findet und eventuell heimlich oder gar offen mit der NDW sympathisiert, findet auf dem Schwefelgelb-Debüt einige wirkliche Perlen.

(V.Ö.: 07.11.08)

Bratze im Pretty Vacant

29.05.08
21:00

Was: Bratze Großangriff auf Düsseldorf. Das mächtige Trash-Elektro-Duo hat seine neue 7″ im Gepäck und ihr formidables Album “Kraft” ohnehin. Hingehen und Abspacken. Ehrensache!!!

Wo: Pretty Vacant (Düsseldorf)

Wieviel: 10 Euro

Juri Gagarin: Energia – Ein Album mit Warpantrieb

jg coverMit Star Trek habe weder ich noch das nachfolgend besprochene Album etwas zu tun, das Thema Raumfahrt kann man bei Juri Gagarin allerdings kaum umgehen. Abgehakt!

Ihr Remix des Bratze Gassenhauers “Jean Claude” ließ im Herbst 2007 aufhorchen und ein eigenes Album erahnen. Juri Gagarin veröffentlichten auf Hamburgs finest halli-galli Label Audiolith mit “Energia” kürzlich jenes Erstlingswerk und selten war die martialisch anmutende Redewendung „keine Gefangenen machen” so passend wie hier. Read more »