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Audiolith Fest: Egotronic, Juri Gagarin, etc. (Werkstatt, Köln)

Was: Hamburgs Sickest Electro-Halligalli-Label Audiolith anekdiert am 17. Dezember Köln. Mit von der Partie sind Egotronic, Juri Gagarin, Rampue & Ira Atari, Das Audiolith, One Foot In Da Rave.

Wo: Werkstatt (Köln)

Wieviel: 9,50 Euro + VVK-Gebühr

Supershirt: 8000 Mark

8000markDer nächste brennende Baum im Rave-Wunderland. Supershirt legen mit ihrem neuem Album 8000 Mark deutlich zu, denn wo der Vorgänger Du bist Super noch ein wenig unentschlossen, zu wenig druckvoll wirkte und teilweise im Phrasenmeer baden ging, sind Tim Brenner und Faxe System definitiv in den richtigen Zug gestiegen. Das Grundprizip, Electro kollidiert mit Pop und gelegentlich mit Hip Hop, ist noch das selbe und auch die Hooklines zeugen weiterhin von Rückrat und gelungener Gesellschaftsbeobachtung, so gut dies eben in der gewählten musikalischen Form funktionieren kann. Der Beitrag “Nachtjacke” zum Audiolith-Labelsampler Doin’ Our Thing deutete bereits an, dass der Supershirt-Sound tighter, man könnte auch sagen, professioneller geworden ist. Neben dieser Beobachtung fällt zudem auf, dass auch wenn die Bässe ordentlich peitschen, 8000 Mark aufgrund der starken Eingängigkeit der Songs mit beiden Beinen im Pop steht. Dies schmälert keineswegs die Kredibilität des Ganzen, sondern funktioniert bei Supershirt ganz ausgezeichnet.

Einen Blick auf die moderne Gesellschaft bietet “German Psycho”, wobei so manches absurdes Phänomen unserer Tage abgebildet wird. An dieser Stelle sei beispielhaft der Textfetzen “Ein Twitter-Account, aber Angst vor Spionage” zitiert. “So lange das Herz rast” erinnert an die Labelmates von Frittenbude, sowohl musikalisch als auch vom Gestus her. Gefällt. Die albumtitelgebende, gleichnamige Single kracht gut aus den Boxen, aber das simple Reimschema ist eher nur beim allerersten Hörvergnügen komisch und nutzt sich schnell ab. “Haue” macht seinem Namen alle Ehre und “Ödkraft” ist ein amüsantes Intermezzo, wobei zum Glück auch die Teitmaschine wieder dabei ist. Yeah! Insgesamt halten sich auf 8000 Mark die Schenkelklopfer und die tiefergehenden Songs die Waage und die progressive Entwicklung zum Vorgängeralbum  liegt auf der Hand und ist begrüßenswert. Die Jungs von der Ostsee haben ein ordentliches Album abgeliefert, das vielleicht nicht immer spektakulär, aber stets ehrlich und solide ist. Und wer Egotronic, Frittenbude, Bratze oder auch Saalschutz mag, kennt vermutlich Supershirt ohnehin und darf hier  entsprechend zugreifen. Audiolith regelt!

Testsieger: Laguna Fantasia

testsieger1Knackende Synapsen und verstauchte Knöchel: Texte von pointiert-genial bis schwachsinnig-infantil und dazu die reinsten Hüpforgien für die Tanzfläche. Testsieger stehen mit ihrem Electropunk meets Trashpop zur Zeit sicher nicht allein da und doch hat das Duo aus dem Norden der Republik vollste Daseinsberechtigung.

Im Gegensatz zu ähnlichen Kombos, drängt sich bei Testsieger auch eher die Bezeichnung Songs statt Tracks auf, denn was Jerry Mono und Derek Vulkano fabrizieren, ist vor allem eins: hoch melodisch. “Laguna Fantasia” ist demnach eingängig, sorgt für Happy-Happy-Spaß und das liegt auch daran, dass hier doch einige Knaller vertreten sind. Hervorzuheben sind das inhaltlich aktuelle “Videos”, die nach vorne marschierende, Hymne wäre wohl treffend, “Actionfiguren” oder der infectious groove von “Ich tanze!”.

Angenehm ist auf Albumlänge die Tatsache, dass hier auch durchaus NDW-Reminiszenzen verschwurbelt werden und das Gesamtding “Laguna Fantasia” erfrischend und zugleich vertraut klingt. Dabei darf dann auch gerne “Mehr Leben” im Leben gefordert werden und bei “Goodbye Rock” überraschenderweise das sich wahnwitzig drehende Karussel fast gänzlich ausgebremst werden.

Testsieger machen auf  ihrem aktuellen Album vieles richtig und “Laguna Fantasia” funktioniert nicht nur auf Tanzflächen hervorragend, doch dort sorgt das Duo allemal für Schweiß-Aquaplaning. So viel steht fest. Spitzenmäßig ist auch das dem Album beiliegende Stickerset für einen Hauch der fantastischen Lagune für die heimischen 4 oder mehr Wände.

Egotronic: Polarisieren auf der Tanzfläche

Album Nummer 3 und um das Fazit vorweg zu nehmen: Es ist bei weiten nicht alles nachvollziehbar, was Egotronic dem Hörer an Output um die Ohren hauen. Bewusste Abgrenzung auf brodelnden Beats und Party, Party, Party. So kommt zusammen, was für die Berliner zusammen gehört: Klare Positionsbeziehung, Sendungsbewusstsein und die Tanzfläche.

Die Grundaussage des selbstbetitelten Albums wird schnell klar: Es geht darum zu zeigen, dass Politikbewusstsein und Clubkultur durchaus zusammen gehen. Muskalisch sind die 12 Tracks das bislang ausgefeilteste, was Torsun & Co produziert haben. Es knallt jedoch nicht mehr als nötig und die Bandbreite der verwendeten Elemente wurde definitv erhöht. Dennoch fehlt ab und an der letzte Kick. Highlights sind definitiv der Opener “Berlin Calling”, “What I don´t do” featuring Dance Inc. oder “Egotronic vs. Rampue”.

Konkrete Inhalte werden allerdings selten transportiert, abgesehen von der kritischen Single “Kotzen” gegen Deutschtümmelei zum Beispiel, und das Album scheint vor allem Gebrauchsmusik zu präsentieren: Feierei ohne Grenzen. Man muss sich schon fragen, warum aus dem offensichtlichen Selbstbewusstsein und Selbstverständnis heraus nicht mehr gesellschaftliche Missstände angeschnitten werden. Trotz so manch nachvollziehbarer Ansichten weiß man nicht genau, wohin die Reise jetzt gehen soll. Tracks wie “Verspult” oder “Tanzen gehen” wirken doch zu stumpf um den gewollten Brückenschlag zwischen Politik und elektronischer Musik zu bewerkstelligen. Gerade so etwas kann dazu führen, dass doch viele Leute Egotronic hören werden, die die Band eigentlich gar nicht auf ihren Shows haben will. Ein durchaus hausgemachtes Problem also, die Hymnen wie “Unser Spaß sieht anders aus” nötig machen.

Egotronic und ihr Ravepunk werden auch mit Album Nummer 3 wieder viele Leute begeistern, da bin ich mir sicher. Mit ihrern z.T. kompromisslosen Ansichten und dem Kokettieren mit diesen, muss man jedoch etwas anfangen können. Musikalisch ein durchaus interessantes Album, im inhaltlichen Bereich bleiben doch ein paar Fragen offen. So oder so: Egotronic werden sich auch in Zukunft nicht verbiegen und die Kids werden sie dafür lieben. So viel steht fest!

Audiolith Records: Neue Homepage

Die Internetpräsenz des Hamburger Labels erstrahlt nun in neuem Licht. Eine Rundumerneuerung zum 5. Geburtstag. Dazu passt es ja auch, dass letzten Freitag gleich zwei neue Alben erschienen sind: Egotronic – s/t und Frittenbude – Nachtigall.

Kettcar: Neue Single

Mit “Nullsummenspiel” erscheint am morgigen Freitag (13.06.) Kettcar´s zweite Single Auskopplung aus dem Album “Sylt”, allerdings ausschließlich im Download Format.

Man kann den sympathischen Hamburgern nur zur Auswahl des Songs gratulieren, denn “Nullsummenspiel” ist ein typischer, man will schon sagen, ein klassischer Uptempo Kettcar Hit par excellence. Read more »

Egotronic im Steinbruch

Was: Konzert: Egotronic
Aus der neuen Electro Clash Reihe ZweiTaktMotor
Wo: Steinbruch, Duisburg
Wieviel: VVK: 5 Euro, AK: 7 Euro

Warum: Hörprobe bei Audiolith Records