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Bratze: Korrektur Nach Unten

korrektur-nach-untenDa sind sie wieder und das ist auch knut so. Keine Angst, hier fliegen nicht die Tannenbäume, sondern dem gierenden Endverbraucher 10 neue unbekannte Flugobjekte um die Ohren, die eine grelle Leuchtspur am Electropunk-Horizont hinterlassen. Bratze brennen ihre Trademarks tief ins Wabbelgewebe namens Hirn ein und übertreffen das hervorragende Debüt “Kraft” noch an Kesseldruck und glorifizierter Verspultheit. Straight auf die Zwölf Beats aus Renates Manufaktur und Clickclick-Texte, die wie schon auf dem Vorgänger zwischen Persönlichem, Nonsens und Diskurs im Dreieck springen und im Club den Reich-Ranicki tanzen: Musik und Lyrik im bratze’schen Circle Pit also. Wenn dann noch ein knackiger Albumtitel wie “Korrektur Nach Unten” mit einem ansprechenden Artwork korrespondiert, muss 2010 wohl nach chinesischem Kalender ein Bratze-Jahr sein. Oder sollte es.

Track by Track, ch-ch-check:”Die auswendigen Muster” poltert als Opener erstmal gar nicht mit Radau an die Pforte, sondern erweist sich als gitarrenlastig subtil, präsentiert sich in verrauchtem Ambiente und als melodischer Überraschungsohrwurm. “Menschen im Minus” sorgt dann für ähnliche Ganzkörpervibration wie “Keule” von der “Waffe”- Single…aus ihren Augen säuft der Teufel.Großartig. Die  Vorabauskopplung “Ohne das ist es nur noch laut” hat den schwarzen Gürtel im Dancefloor Kung Fu und macht davon eindrucksvoll Gebrauch und das lyrische Beat ‘em’ Up verlangt gerade danach, auf dem nächsten Konzert leidenschaftlich mitgegrölt zu werden. “Ich und die Geister” ist das neue “Der Atem des Phoenix” in der windschnittigen Ausführung inklusive Spannungsbogen und einem Kevin Hamann in Bestform.Verdammter Hit.

Nach dem Steigerungsprinzip konzipiert, sinkt das Niveau im Albumverlauf keinesfalls ab. “Trapez” ist eine wortgewaltige, ambivalent zu deutende Stadt-Hommage der beiden Hamburger, die autonomen Gebietsanspruch für alle erhebt. Nicht nur auf die Hansestadt bezogen. Ira Atari hilft bei “Mnchn, Schon wieder dunkel” und die geglückte chemische Verbindung im exzessiven Feldversuch gibt den Laboranten allemal recht. “Dazu kann man gut klatschen” bollert und pluckert instrumental, bevor das vom Doin’ Our Thing-Sampler bekannte “Pelikan” ebenfalls filigran die Schädelsäge ansetzt. Nachdem gelungen Aufflexen des Kopfes legt “Das einfache Fluten” einen Glückskeks mit eindeutiger Botschaft an die Stelle der entfernten Materie. Vorsicht Fußballmetapher: Toller Befreiungsschlag, eiskalt eingenetzt, dann schon der Schlusspfiff (“Molfsee”). Norman und Kevin, die alten Tausendsassa. Oh, wie ist das schön…danke, bitte und jetzt  nochmal!

Supershirt: 8000 Mark

8000markDer nächste brennende Baum im Rave-Wunderland. Supershirt legen mit ihrem neuem Album 8000 Mark deutlich zu, denn wo der Vorgänger Du bist Super noch ein wenig unentschlossen, zu wenig druckvoll wirkte und teilweise im Phrasenmeer baden ging, sind Tim Brenner und Faxe System definitiv in den richtigen Zug gestiegen. Das Grundprizip, Electro kollidiert mit Pop und gelegentlich mit Hip Hop, ist noch das selbe und auch die Hooklines zeugen weiterhin von Rückrat und gelungener Gesellschaftsbeobachtung, so gut dies eben in der gewählten musikalischen Form funktionieren kann. Der Beitrag “Nachtjacke” zum Audiolith-Labelsampler Doin’ Our Thing deutete bereits an, dass der Supershirt-Sound tighter, man könnte auch sagen, professioneller geworden ist. Neben dieser Beobachtung fällt zudem auf, dass auch wenn die Bässe ordentlich peitschen, 8000 Mark aufgrund der starken Eingängigkeit der Songs mit beiden Beinen im Pop steht. Dies schmälert keineswegs die Kredibilität des Ganzen, sondern funktioniert bei Supershirt ganz ausgezeichnet.

Einen Blick auf die moderne Gesellschaft bietet “German Psycho”, wobei so manches absurdes Phänomen unserer Tage abgebildet wird. An dieser Stelle sei beispielhaft der Textfetzen “Ein Twitter-Account, aber Angst vor Spionage” zitiert. “So lange das Herz rast” erinnert an die Labelmates von Frittenbude, sowohl musikalisch als auch vom Gestus her. Gefällt. Die albumtitelgebende, gleichnamige Single kracht gut aus den Boxen, aber das simple Reimschema ist eher nur beim allerersten Hörvergnügen komisch und nutzt sich schnell ab. “Haue” macht seinem Namen alle Ehre und “Ödkraft” ist ein amüsantes Intermezzo, wobei zum Glück auch die Teitmaschine wieder dabei ist. Yeah! Insgesamt halten sich auf 8000 Mark die Schenkelklopfer und die tiefergehenden Songs die Waage und die progressive Entwicklung zum Vorgängeralbum  liegt auf der Hand und ist begrüßenswert. Die Jungs von der Ostsee haben ein ordentliches Album abgeliefert, das vielleicht nicht immer spektakulär, aber stets ehrlich und solide ist. Und wer Egotronic, Frittenbude, Bratze oder auch Saalschutz mag, kennt vermutlich Supershirt ohnehin und darf hier  entsprechend zugreifen. Audiolith regelt!

Testsieger: Laguna Fantasia

testsieger1Knackende Synapsen und verstauchte Knöchel: Texte von pointiert-genial bis schwachsinnig-infantil und dazu die reinsten Hüpforgien für die Tanzfläche. Testsieger stehen mit ihrem Electropunk meets Trashpop zur Zeit sicher nicht allein da und doch hat das Duo aus dem Norden der Republik vollste Daseinsberechtigung.

Im Gegensatz zu ähnlichen Kombos, drängt sich bei Testsieger auch eher die Bezeichnung Songs statt Tracks auf, denn was Jerry Mono und Derek Vulkano fabrizieren, ist vor allem eins: hoch melodisch. “Laguna Fantasia” ist demnach eingängig, sorgt für Happy-Happy-Spaß und das liegt auch daran, dass hier doch einige Knaller vertreten sind. Hervorzuheben sind das inhaltlich aktuelle “Videos”, die nach vorne marschierende, Hymne wäre wohl treffend, “Actionfiguren” oder der infectious groove von “Ich tanze!”.

Angenehm ist auf Albumlänge die Tatsache, dass hier auch durchaus NDW-Reminiszenzen verschwurbelt werden und das Gesamtding “Laguna Fantasia” erfrischend und zugleich vertraut klingt. Dabei darf dann auch gerne “Mehr Leben” im Leben gefordert werden und bei “Goodbye Rock” überraschenderweise das sich wahnwitzig drehende Karussel fast gänzlich ausgebremst werden.

Testsieger machen auf  ihrem aktuellen Album vieles richtig und “Laguna Fantasia” funktioniert nicht nur auf Tanzflächen hervorragend, doch dort sorgt das Duo allemal für Schweiß-Aquaplaning. So viel steht fest. Spitzenmäßig ist auch das dem Album beiliegende Stickerset für einen Hauch der fantastischen Lagune für die heimischen 4 oder mehr Wände.

Der Tante Renate: Splitter

dtr_splitterNachdem bereits ClickClickDecker mit einem neuen Album vorgelegt hat, zieht nun der andere Bratze-Buddy Der Tante Renate nach. Splitter lautet der Name der neuen Platte, doch Schrappnell wäre ebenfalls ein passender Titel gewesen, denn die enthaltenen 11 Tracks ballern was das Zeug hält. Bei Live-Shows kokettiert Norman a.k.a. Der Tante Renate gerne mal mit seiner Metal-Affinität, schließlich sind Gitarren-Riffs ja auch Stilelemente seiner Musik. Greift man diese Steilvorlage auf, kommt man konsequenter Weise zu folgender Bewertung: Splitter ist sein “Reign in Blood”!

Splitter kommt gleich richtig zur Sache, denn der Opener Trapped ist das, was man oft lapidar ein Brett nennt, doch im Grunde wäre diese Beschreibung eine fahrlässige Untertreibung: Es ist ein wahres Electromonster, welches sich zu Beginn vor dem nichts ahnenden Hörer Zähne fletschend und geifernd aufbaut. Dies ist der Einstieg in ein extrem dynamisches und keineswegs einseitiges Album. Zwar ist der zelebrierte Ravewahnsinn noch ein wenig härter als auf dem Vorgänger Simplex, doch Der Tante Renate gelingt es, auf Albumlänge höchst abwechslungsreich zur Sache zu gehen. Ein schönes Beispiel sind die nacheinander folgenden “Vagabond” und “Disconnect”. Ist der erstgenannte Song zum Ende hin extrem melodisch und entspannend, folgt nahtlos ein fieser Headbanger: Technometal vom Feinsten!

So gehen auf dem dritten DTR Longplayer Melodie und Härte meist eine ansprechende Fusion ein. “Attakk” macht seinem Namen alle Ehre und überzeugt zu dem mit quasi Gangshouts – auf Splitter funktioniert das! “Slackers day off” ist funky und funktioniert gleichsam auf der Tanzfläche und beim Autofahren. “Beknacktodrom” trägt zwar einen leicht verstörenden Titel, macht diesen Umstand aber mit großer Eingängigkeit und einem dampfwalzigen Beat wett, und zwischendrin stecken mal The Prodigy die Köpfe rein und lassen grüßen. “Psychobot”  bläst dir mit voller Wucht eine Sturmfrisur ins Haar, und “Herman RX (Bondage Fairies)” ist zweifelsohne ein verdammter Hit – die Vocals, soviel sei verraten, sind der absolute Knüller.

Abgesehen von dem Humpelfuß-Vergleich mit Slayer, Der Tante Renate hat mit Splitter sein bislang bestes Album abgeliefert und diese Phrase ist definitiv keine. Die 11 Tracks machen einfach verdammt viel Spaß und dadurch, dass die Platte besagt abwechslungsreich ausgefallen ist, dürfte das Ganze, auch nachdem die Anfangseuphorie verraucht ist, mittel- bis langfristig extrem ansprechend bleiben. Einfach eine klasse Platte vom sympathischen Hamburger.

Interview: ClickClickDecker

Das Jahr 2008 ist langsam auf der Zielgeraden eingebogen und das bedeutet: Gar nicht mehr lange bis zur Veröffentlichung des neuen ClickClickDecker Albums “Den Umständen entsprechend” im kommenden Januar. Wir berichteten bereits. Ein erster Vorbote ist die Download-Single “Es fäng an wie es aufgehört hat”, die ab dem 12. Dezember zu haben ist. Erfreulicherweise war Kevin a.k.a. Click bereit, Jan von Alles ist Pop ein paar Fragen zu beantworten. Read more »

ClickClickDecker: Album ist fertig (VÖ 30.01.09)

Im Juli ließ Kevin Hamann a.k.a. ClickClickDecker kurz und knapp verlauten: “Neues Album im Januar 09″. Nun neigt sich das Jahr langsam aber sicher dem Ende zu und damit rückt der angepeilte Veröffentlichungstermin immer näher. Heute gab es dann endlich die Informationsvollbedienung: Die neue Platte hört auf den Namen ‘Den Umständen entsprechend’ und erscheint Ende Januar des kommenden Jahres. Die erste Single, ‘Es fängt an wie es aufgehört hat’ ist bereits ab Dezember via Download erhältlich. Read more »

Escapado / Peters. / Bratze – Split – 10″ OUT NOW!!!

Die Split-Platte ist ab sofort erhältlich. Die ersten 100 Besteller, der auf Zeitsrafe erscheinenden 10″, bekommen rotes Vinyl. Tracklist: 01. Escapado – Wir werden uns noch sehen / 02. Bratze – Verbindung Rmx / 03. Peters. – Der letzte Tag / 04. Bratze – Letzte Chance vorbei Rmx

2 YEARS AGENDA SUICIDE CLUB + Bratze (Werkstatt, Köln)

17.10.08
23:00

Was: Die Party Reihe Agenda Suicide Club feiert mit einem Birthday Bash ihr zweijähriges Bestehen. Als spezielle Gratulanten treten Bratze auf. Für den “Bash” ist also gesorgt…

Indie /Elektro / New Rave / Trashpop
Floor 1:Indie, Britpop, 80s Pop, 90s Trashpop, New Rave mit Caulfield & Donna Fury
Floor 2: Elektro Minimal und Remix-Rock mit Tony Almeida

Wo: Werkstatt (Köln)

Wieviel: 5 Euro

Share the split spirit

Split Platten mit lediglich zwei Beteiligten sind langweilig. Das finden auch Escapado, Peters und Bratze und darum erscheint Mitte Oktober eine gemeinsame 10″ auf dem Label Zeitstrafe. Von Escapado und Peters gibt es jeweils einen exklusiven Song zu bestaunen und die Bratze-Jungs steuern je einen Remix zu Songs der anderen beiden Bands dazu. Escapdo im Bratze Remix. Wird bestimmt heftig!!! Im Bratze Blog kann man schonmal Eindrücke sammeln.

Olgas Rock

08.08.08bis09.08.08

Was: Olgas Rock Festival

Wer:

  • Kaizers Orchestra
  • Klee
  • Dúné
  • 5Bugs
  • the World Inferno Friendship Society
  • Escapado
  • The Guns
  • Pete Blume
  • Bratze
  • Captain Cosmos
  • Gravity Rail

Wann: 08. und 09. August

Wieviel: Nix

Wo: im Olga Park in Oberhausen