Posts Tagged ‘ Bloc Party ’

Kele: The Boxer

kele1“Es ist nicht der Berg der dir zum klettern so hoch erscheint, es ist der Kiesel in deinem Schuh”, so die pragmatisch-philosophische Lebensweisheit des wohl talentiertesten Boxers aller Zeiten. Wie einst Muhammad Ali waren auch Bloc Party ein absolutes Schwergewicht in ihrer Disziplin und wenn nun Frontmann Kele Okereke alleine in den Ring steigt, sind Skepsis und Erwartungshaltung von ebenbürtigen Ausmaßen. Um Autonomie ringend, jedoch nicht vollends losgelöst von den Frührentnern Bloc Party präsentiert sich Kele auf seinem ersten Soloalbum.

Vielmehr wirkt “The Boxer” wie eine Modifizierung, mehr oder weniger konsequente Abkehr vom vormals praktizierten Stilhybrid der erfolgreichen Hauptband. Augenfälligste Entwicklung ist sicherlich die weitgehende Verbannung der Gitarre aus dem eigenen Songmaterial. Read more »

Gang Of Four: Referenzredundanz

gang-of-fourFranz Ferdinand, Bloc Party, The Rapture, Radio 4, Foals – die Liste der erfolgreichen so genannten Indie-Bands, deren nervös-zackiger Stil sich  in den letzten Jahren als Trademark herausgebildet hat, wäre problemlos weiterzuführen und alle, wirklich alle genannten Stilanleihen lassen sich auf eine Band zurückführen, die so gesehen ordentlich ausbezahlt werden müsste. Die Rede ist von Gang of Four, die bereits 1978 mit ihrer ersten Single “Damaged Goods” das Phänomen vorwegnahmen, dass 30 Jahre später den sinnfreien Stempel Dance/ Disco Punk aufgedrückt bekommen hat. Der unterkühlte Charme dieses rhythmischen Stompers ist nach all den Jahren vermutlich immer noch genauso betörend, wie er 1978, ein Jahr nachdem Punk bereits den Zenit überschritten hatte, auf die damaligen Zeitgenossen gewirkt haben muss. Die vierköpfige Band aus Leeds hat jedoch noch weit mehr als nur diesen einen von Oxidation verschonten Gassenhauer zu bieten. Allein das Debütalbum “Entertainment” gilt mit Recht als Post-Punk Manifest, das mit “At Home He’s A Tourist” einen weiteren Meilenstein der Bandgeschichte enthält, der quasi als Blaupause für The Rapture & Co figurierte. Die Trennschärfe zu den musikalischen Nachfahren ergibt sich allerdings durch den starken sozialkritischen Gestus mit den Gang of Four auf den Plan traten und der sie von vielen der heute aktiven Bands unterscheidet.

Dass Jon King, Andy Gill, Dave Allen (nach 1981 ersetzt durch die Bassistin Sara Lee) und  Hugo Burnham jeder Zeit bereit waren für ihre Ideale einzutreten, düfte in der Frühphase von Gang of Four auch der britischen Yellow Press nicht entgangen sein, da die Band für mehr oder weniger handfeste Skandalen bekannt wurde. Mit dem in der damaligen Verhütungsdiskussion kontrovers aufgefassten “At Home He’s A Tourist” kam es bei Top Of The Pops zum Eklat, da die Band den Text des Songs nicht abändern wollte. Neben diesem beinahen zum Klassiker für Bands avancierten Zwischenfall bei dem bekannten Fernsehformat, kam es u.a. bei einem Konzert in ihrer Heimatstadt Leeds zu einer Massenschlägerei, die für alle vier Musiker im Krankenhaus endete. Grund: zu große Lautstärke. Dennoch sei noch einmal zu betonen, dass Gang of Four mit einer Mischung aus politischem Sendungsbewusstsein und einem innovativen Sound – gespeist aus kühl-minimalistischen Songstrukturen, gezielten Kracherruptionen, messerscharfen Bassläufen und groovenden Dub-Rhythmen – ihre Bedeutung für die musikalische Nachwelt generiert haben.

1984 aufgelöst, ab 1990 reformiert war der Zauber der ersten Alben “Entertainment!” (1979), “Solid Gold” (1981), “Songs Of The Free” (1982) und “Hard” (1984), wobei vor allem die ersten beiden Longplayer Grundlage für die noch heute anhaltende breite Rezeption sein dürfte, leider verflogen. Eigentlich sicher legitim, dass die Band vor einigen Jahren versuchte an dem Erfolg ihrer Epigonen zu partizipieren, doch das 2005er Album “Return The Gift”, welches Remixe von Yeah Yeah Yeahs, Ladytron, Hot Hot Heat, Dandy Warhols etc. und Neuinterpretationen ihrer vermeintlich besten Stücke enthielt, darf getrost ignoriert werden. GO4 ist in jedem Fall eine der wichtigsten und einflussreichsten Bands der Post-Punk-Ära, so dass es kaum verwundert, dass in vielen zeitgenössischen Musikrezensionen der Leeds Vierer immer noch erwähnt wird, auch wenn die Band nie über den Status als unbequeme Band aus dem britischen Underground herausgekommen ist, um das ganze ahistorisch zu zuspitzen. “Entertainment!” sollte man also zumindest mal gehört haben, wenn man sich für eingangs genannte Bands begeistern kann.

Bloc Party: Reeemix!

Aus dem im Mai erscheinenden Intimacy Remixed gibt es jetzt einen kostenlosen Song als Appetizer  und zwar Signs (Armand van Helden Remix). Tausendsassa Armand van Helden liefert mit seiner gelungenen Arbeit in der Tat einen vernünftigen Kaufanreiz.

Melt! 2009 – Auf den Putz gehauen!

Das Melt! Festival dürfte wohl auch in diesem Jahr ein echter Besuchermagnet sein! Kein Wunder, bei den heute Nachmittag bekannt gegebenen Acts: Oasis, Bloc Party, Klaxons, Simian Mobile Disco, Aphex Twin, Digitalism, Foals, Jochen Distelmeyer, Mediengruppe Telekommander, MSTRKRFT, The Whitest Boy Alive, WhoMadeWho und vielen mehr. Liest sich gut!

Bloc Party: Überraschungsparty

Angekündigt war das neue Album ‘Intimacy” schon länger und die merkwürdige ‘Mercury’ Single verstört /entzückt Freunde der vier Briten bereits seit einer ganzen Weile. Innerhalb der vergangenen Woche überschlugen sich jedoch regelrecht die Ereignisse im Bloc Party Kosmos, denn seit gestern kann man das neue Album bereits käuflich erwerben. Dies allerdings zunächst nur als Download via Band Homepage. Kele Okereke & Co haben somit nicht nur für eine gewaltige Überraschung gesorgt, sondern auch was Promo anbelangt, die bereits bewährte Radiohead/Nine Inch Nails Strategie angewendet. Read more »