Es gibt Musiker, die begründen ein ganzes Genre, prägen es nachhaltig. Es gibt auch Musiker, die eine ganze Stilrichtung ermeucheln, da sie die Charistika des Stils via musikalischem Copy & Paste Verfahren geradezu ins Groteske entstellen. Echte Kunstkiller sozusagen. Und dann gibt es Musiker wie Tom Waits, die schlicht und ergreifend ein Genre sind, jegliche Referenzen obsolet werden lassen und sich potenzielle Epigonen nicht trauen, eine stilistische Kombination aus Strg + C und Strg + V durchzuführen.
Nun also “Bad as me”, ein neues Waits Album nach 7 Jahren Longplayer-Pause. Erstaunlicherweise habe ich überhaupt keine Erwartungen mehr an das One Man Genre, was mir eine Besprechung von “Bad as me” durchaus erleichtert. Waits zelebriert in unnachahmlicher Weise einen brillanten Freak Boogie Woogie, der gleichsam auf einer Theaterbühne, in einem verrauchten Jazzkeller und im heimischen Refugium Wirkung erzielen kann. Während Waits auf den Fotos im Booklet gewaltig gealtert aussieht, demonstrieren einige Songs des neuen Albums einen recht jugendlichen Tatendrang. Zwischen Rockabilly, Blues, Jazz und düsterem Folk zu verorten, ist “Bad as me” das bewegende Alterswerk eines echten Pioniers. Zuletzt sei noch angemerkt, das Waits Stimme beinahe samtig wirkt, die einzige große Überraschung nach 7 Jahren Albumabstinenz.
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