Ich kann mich noch gut an mein letztes Maritime Konzert erinnern. Im Düsseldorfer Zakk trug Sänger Davey von Bohlen einen nicht zu gewinnenen Kampf mit dem Mikrofonständer aus, ging immer wieder in die Knie, um seine Vocals in die dafür vorgesehene Apparatur zu leiten. Eine kuriose Performanc
e, schließlich ist ein Mikrofonständer weder ein schwer zu justierender Gegenstand noch Mr. von Bohlen ein wahrer Hüne, was diverse Tauchversuche immerhin hätte erklären können. Ein denkwürdiger Abend allemal, da die Band aus Wisconsin selbst ihre entspanntesten Songs, denen eigentlich eine wohlige Schläfrigkeit innewohnt, in einem schier aberwitzigen Tempo ins Publikum feuerte. Letztgenanntes zeigte sich dann auch begeistert von der lancierten Spielfreudigkeit der Herren aus dem sogenannten Dachsstaat der USA.
Danach verabschiedeten Maritime sich aus der (deutschen) Öffentlichkeit, obwohl 2007 mit Heresy and the Hotel Choir ein neues Album bei Grand Hotel van Cleef erschien. Hierbei handelte es sich um eine solide Songwriting-Leistung mit gelegentlichen Highlights, wie den äußerst gelungenen Singles “Guns of Navarone” und “For Science Fiction”. Eine Album begleitende Tour gab es nicht, jedenfalls kann ich mich nicht an eine solche erinnern. In den letzten Jahren wurde es schließlich mucksmäuschenstill um die Freunde des maritimen Klimas, so dass die in diesen Tagen kursierende Nachricht von einem bald erscheinenden neuen Tonträger durchaus überraschen konnte. Am 8. April erscheint Human Hearts wieder beim Hamburger Label von Wiebusch & co und der musikalische Vorbote “Paraphernalia” findet sich hier als Free Download. Um zu begeistern, muss das Album noch eine Schippe drauflegen, denn der Song, dessen Titel sich auf die Mitgift einer Braut bezieht, ist gerade mal nett und das ist zumeist kein schmeichelhaftes Qualitätsurteil für eine Band. Ob Davey inzwischen einen Mikrofontauchschein gemacht hat, kann noch nicht geklärt werden. Tourdaten sind bisher nicht bekannt.




