Faszinierender, zwischen diesseitig-griffig und leicht entrückt pendelnder Artpop, mit verträumten Melodien und dem gewissen Etwas. Die französische Ban
d Steeple Remove hat den Schlüssel, ergo das Besondere gefunden, welches ein gutes Ambient-Album zu einem sehr guten werden lässt. Electric Suite gelingt es, dem staubtrockenen Alltag 11 wunderbare Kompositionen entgegen zu halten, 11 aurale Tranquillanzien frei von Nebenwirkungen und (ent-)spannender als jede Thermalquelle.
Radio Kill Surfers” klingt irgendwie Bowie-esk, als wenn der Thin White Duke es nochmal wissen wollte und dabei wunderbarer, zeitgenössischer Artpop ans hart-grelle Licht der Welt gezerrt würde. Ähnlich beeindruckend mäandert sich “Yellow Loop” durch eine kleine Songwelt, in deren Zwielicht auch Air oder Kasabian gesichtet werden könnten. Andere Songs wie “Magnetosphere” oder “Do It Right” bestätigen den Eindruck, dass man es hier mit exzellentem Wohlfühlpop zu tun hat, der zuweilen ein wenig damit kokettiert, avantgardistisch zu sein. Steeple Remove gelingt es mit ihrem dritten Album, sich mittels effektiver Song-Widerhaken bereits beim ersten Durchgang dauerhaft im Geschmackszentrum des Hörers festzusetzen. Wie spannend Electric Suite eigentlich ist, offenbart sich beispielsweise anhand der Stimmungsamplitude zwischen “Images”, das in den 90ern Pulp auch gut zu Gesicht gestanden hätte, und dem sphärischen 6 Minuten Sedativum namens “Somerset Lights”. Auf ähnliche Weise gelingt es auch “Jeunesse Problematique” zu verzaubern, mit Klangteppich und vokalen Fetzen, die aus der Ferne an das wohlwollende Ohr drängen. Zum Abschluss des Albums zeigen die aus dem französischen Rouen stammenden Steeple Remove noch einmal, dass sie auch sehr wohl mit gefälligem Radiopop überzeugen könn(t)en, wobei auch dabei das Besondere im Gewöhnlichen nicht fehlen darf.

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