Konzerte

Devilside Festival 2009: Feldversuch der härteren Art

devilside1Es ist sicher nicht ganz einfach, ein völlig neues Festival aus dem Boden zu stampfen und der erste Schritt auf diesem Weg ist, wie eigentlich immer, ein zugkräftiges Line-Up.  Zugesagt für das neue Sommerspektakel  Devilside Festival (28. Juni 2009) haben bisher Bands wie Motörhead, Anthrax, Soulfly, aber auch Millencolin und die Halb-Playback Veteranen von der Bloodhound Gang. Insgesamt düfte das Profil des Festivals demnach eher Freunde der härteren musikalischen Gangart ansprechen, wofür auch die weiteren bisher bestätigten Bands sprechen. Kein Wunder, lautet das Motto ja auch “The Sunday Matinee From Hell”.

Veranstaltungsort für das eintägige Festival ist der beliebte Landschaftspark Duisburg-Nord, der seinen besonderen Charme aus der “industriell geprägten Natur- und Kulturlandschaft” zieht. Was Konzerte anbelangt, ist der Landschaftspark allerdings negativ vorbelastet, war doch die bisher größte Veranstaltung, der Auftritt der Red Hot Chili Peppers im Sommer 2003, ein verhältnismäßig großer Flop. Die Reaktion vieler Besucher bewegte sich zwischen den Polen “nichts gesehen” und “nichts gehört”. Beides für sich nicht erfreulich, in der Kombination selbstverständlich fatal. Mit diesen Erfahrungswerten sollte einem gelungenen Festival organisatorisch hoffentlich nicht viel im Weg stehen.

Mit Motörhead  und dem medizinischen Wunderwerk Lemmy Kilmister wurde jedenfalls ein beliebter Headliner präsentiert, der Fans der musikalischen Zielgruppen “Rock, Metal, Punk, Hardcore und Alternative” gleichermaßen begeistern dürfte.  Als weiterer Headliner konnte die Thrash Metal Legende Anthrax verpflichtet werden, die wohl auch das Festival um 11 Uhr morgens eröffnen soll. Frühstück mit Scott Ian, wer hätte das gedacht. Auch Max Cavalera wird mit Soulfly schweres Metall unter die Festivalbesucher bringen. Ebenfalls bestätigt sich die Schweden von Millencolin, die nachwievor eine beliebte Punkrock-Band sind, obwohl die Luft bei den Jungs raus zu sein scheint. Die Irren von der Bloodhound Gang dürften wohl eher als der Comedy Act des Festivals fungieren, denn ernstzunehmen sind die ja kaum. Ebenfalls dabei sind die Niederländer von Peter Pan Speedrock, die das zuzuordende Genre bereits im Bandnamen tragen. Neben Motörhead und Anthrax wurde kürzlich  aber auch eine weitere auftretende Bandlegende bekanntgegeben, nämlich das New York Hardcore Urgestein Cro-Mags. Ansonsten sind bisher die Metalcore-Truppe All Shall Perish, die alten Hardcore Haudegen von Hammerhead und Discipline (Streetpunk/Oi!) aus Eindhoven bestätigt. Das Line-Up wird sich aber sicher in den nächsten Wochen  noch kontinuierlich erweitern.

Die Karten für das Devilside Festival kosten 39 Euro und dazu kommen noch die obligatorischen Vorverkaufsgebühren. Obwohl das Line-Up noch nicht komplett ist, läßt sich doch sagen, dass man es hier mit einem sehr fairen Preis zu tun hat. Insgesamt wirkt die Außendarstellung des Festivals sehr positiv und wenn die Organisation vor Ort glatt läuft, steht dem Debütant im Festivalsommer ein gelungener Einstand ins Haus.

SoulPeddler: Künstler treffen Veranstalter

soulpeddler

Aus dem beschaulichen Duisburg Serm ging im September des letzten Jahres mit SouldPeddler ein Startup Online, das sich auf die Fahnen geschrieben hat durch eine kostenlose Webzwonull Plattform den Kontakt zwischen Bands und Veranstaltern zu verbessern.

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Haldern Pop 2008 – Der Rückblick

Haldern Pop ist ohne Zweifel eine Oase des guten Geschmacks und den Veranstaltern gelang es auch in diesem Jahr, ein interessantes, abwechslungsreiches Line-Up auf die Beine zu stellen. Da zudem das kleine, gemütliche Festival einen riesigen Wellness-Faktor aufweisen kann, war der 25. Geburtstag des Haldern Pop eine rundum gelungene Angelegenheit. Die apokalyptische Wettervorhersage erwies sich ebenfalls als nicht zutreffend. Wechselhaft war es schon, aber die Veranstaltung soff weder ab, noch trug sie der Sturm davon.

Foals1

Die Jubiläumsausgabe brachte aber auch organisatorische Neuerungen, so spielten erstmals bereits am Donnerstag zwei Bands auf der Hauptbühne auf. Gut so, denn diese Auftritte hatten es wahrlich in sich. Vor den fantastischen Foals setzte der erste Platzregen ein und dieser machte seinem Namen alle Ehre. Der leer gespülte Platz füllte sich allerdings wieder rasch, als die fünf Jungs aus Oxford die Bühne enterten. Die Himmelsschleusen hatten sich wieder geschlossen und nach einem langen, psychedelischen Intro feuerten Foals die Hit-Granaten ihres ersten Albums ‘Antidotes’ in die begeisterte Menge. Ein sensationeller Auftritt, der gleichermaßen Hüften in Bewegung setzte und offene Münder hinterließ.

Der Abschluss des ersten Tags brachte dann noch die aufwendigste, ja bombastischste Perfomance des Festivals. Vom manisch überdrehten ‘Host’ als der größte Kindergeburtstag der Welt angekündigt, setzten Flaming Lips alles daran, sich nachhaltig ins Gedächtnis der Anwesenden zu brennen. Die Bühne wurde auf beiden Seiten von jeweils um die zehn Statisten in Teletubby-Kostümen flankiert, hinter dem Schlagzeuger wurde die offenkundig bandeigene, hochauflösende LCD-Leinwand ausgiebig genutzt, gleiches galt für die installierten Laser und die zahlreichen Konfetti-Kanonen von Sänger Wayne Coyne. Die vielen riesigen grünen Luftballons vollendeten eine Bühnenshow, die man erstmal visuell erfassen musste. Einige Details habe ich sicher noch vergessen, aber es dürfte deutlich geworden sein, dass diese Performance eine außergewöhnliche war.

Am frühen Freitagnachmittag spielte der ‘Ein-Frau-Act’ My Brightest Diamond im traumhaften Spiegelzelt seine mal schrägen, mal schöngeistigen Songs und polarisierte mit sirenenhaften, Glas zum bersten bringenden Gesang. Anschließend wusste Alles-ist-Pop-Spalter und Indie-Institution Bernd Begemann das Publikum ausnahmslos zu begeistern. Begemann gab zwar fast mehr zotige Bemerkungen und geniale Ansagen zum Besten als er Songs spielte, doch anders hatte man dies ja auch nicht erwartet. Einige Hits gab es dennoch – inklusive der ersten deutlichen Zeitüberschreitung des Wochenendes.

Mit Kula Shaker gab es danach aber auch die erste, große Enttäuschung. Mit britischer Arroganz kann man diesen seelenlosen Auftritt keinesfalls rechtfertigen. Oder wie Alles-ist-Pop Bastian spitzfindig bemerkte, der im Spiegelzelt eingesetzte Pausenfüller DJ St. Paul war auf Grund expressiven Hüftschwungs, der einzige “coole Shaker” an diesem Wochenende. Brit-Award Gewinnerin Kate Nash und Begleitband konnten auch nicht (vollends) überzeugen. Aus dem schwammigen Sound stachen gerade einmal die Singles “Foundations” und “Mouthwash” plus zwei, drei weitere Songs heraus. Vielleicht doch nicht stark genug, das preisgekrönte “Made of Bricks”-Album.

Restlos entschädigt wurde man jedoch durch den nachfolgenden, schlicht und ergreifend genialen Editors-Auftritt. Sänger Tom Smith füllte allein mit seiner tiefen Stimme und einer unglaublichen Präsenz die gesamte Bühne aus. Atemberaubend, wie er auf dem Piano stehend, Gitarre spielend performte und für die ein oder andere Gänsehaut sorgte. Welch Intensität…

Der abschließende Samstag begann gleich mit einem Paukenschlag und damit ist nicht der 90er Jahre Euro-Dance-Wahnsinn um 8 Uhr morgens auf dem Zeltplatz gemeint. Die hippie-esk und/oder nach Glamrock aussehenden Jumbo Jet weckten mit ihrem überraschenden, melodischen und rhythmusorientierten, Female Fronted New School Noisecore das noch apathische Publikum auf. Auch den noch verquollenen Augen boten Jumbo Jet in der Mittagshitze einiges. So wurden beispielsweise Bandmitglieder mit dem Fahrrad angefahren, über die Bühne geisterten einige, an Theater erinnernde Statisten und zu guter Letzt wurden für die Backing Vocals spontan Kinder aus dem Publikum rekrutiert. Richtig gute Nummer…

Okkervil River waren von dem ihnen entgegen gebrachten Zuspruch ebenso begeistert wie die Zuhörer von ihrer Performance. Klassisch abgefeiert und das mit Recht. Die Band genoss die entfachte Begeisterung im Publikum sichtlich. Ihre Indie-Folk-Hymnen rannten offene Türe ein und man kann sich nur auf das bald erscheinende neue Album freuen. Alamo Race Track aus Amsterdam wurden im Spiegelzelt ebenso herzlich begrüßt wie anschließend ihre gute Performance honoriert… und schon neigte sich das Haldern Pop 2008 langsam aber sicher seinem Ende zu. Zwischenzeitlich kursierten zwar wilde Gerüchte bezüglich eines weiteren, geheimen Headliners – am Donnerstag hatten bereits Fettes Brot unangekündigt vor einem Bruchteil der Festivalbesucher im Spiegelzeit für Stimmung (???) gesorgt – doch Maximo Park waren wirklich der abschließende Act auf der Hauptbühne. Grundsolide, aber zum Teil zu anbiedernd, wurden die Briten ihrem Headliner-Status durchaus gerecht. Der Großteil der Besucher kam bei diesem finalen Auftritt jedenfalls auf seine Kosten. Genug bekannte Singles haben Maximo Park ja inzwischen auch in petto…

Die abschließende Verabschiedung durch einen weiteren “Host” war eher sehr dürftig. Keine Zugabe durch Maximo Park, dafür Geburtstagsgrüße und merkwürdige Danksagungen (“Danke Diebels, Danke Pizza Pizza, Danke Döner…”). Trüben konnte dieser Umstand das tolle Festivalereignis Haldern Pop 2008 jedoch nicht. Auch das Fehlen eines Knüllers von einer Überraschungsband (“Was? The White Stripes? Cool!”) fiel nicht weiter ins Gewicht, denn genug großartige Bands verwöhnten Augen und Ohren gleichermaßen. Die Vorfreude auf die 2009er Ausgabe von Haldern Pop kann und darf beginnen…

The Streets auf Tour

My gosh, don’t you just know it: Mike Skinner und seine Handlanger betreten (fast) pünktlich zum neuen Album wieder deutsche Bühnen. Das Album “Everything Is Borrowed” erscheint voraussichtlich am 19. September und am 1. November beehrt Skinner im Rahmen der RuhrNächte2008 sogar das schöne Duisburg:

01.11. Duisburg – Kraftzentrale

11.11. Köln – Live Music Hall

Alle Termine hier und das neue Video da!

Konzertbericht: Ich heiße Jonah … ich mache glücklich

Letzten Freitag beehrte uns Jonah Matranga im Cafe Steinbruch in Duisburg. In privater Atmosphäre vor 70 bis 80 begeisterten Zuschauern, spielte Jonah ein ca. 100 minütiges Set (siehe Tracklist). Zur großen Freude der Alles-Ist-Pop-Redaktion war Herr Matranga sehr von unserem T-Shirt Design angetan und da wir gerade ein Shirt dabei hatten, schenkten wir ihm dies. Jonah würdigte die Geste, indem er es direkt anzog und uns ein Interview versprach, welches hier bald zu lesen sein wird. Read more »

And you will know us by the Akustik Trauma

Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um auf ein Konzert von “…And You Will Know Us by the Trail of Dead” zu gehen ohne sich einen Gehörschutz mitzunehmen?

Ein kombinierter Konzert- und Gesundheitsbericht in zwei Teilen.

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Wie ich Sylt zu schätzen lernte…

Redaktionsintern wurde sich schon gewundert, warum ich denn nichts zum neuen Kettcar Album schreibe. Tja… öhmm also. Hier mein Erfahrungsbericht ;)

Anfänglicher Skepsis zum Trotz habe ich nach 1,5 Wochen Dauerrotation diese Platte sehr zu schätzen gelernt. Vorher musste ich mich allerdings von den befindlichkeitsfixierten Songs der alten Alben verabschieden und mich auf die recht lose Zusammenstellung einzelner, politischer Titel einstellen.

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Es führten Sie durch 13 Jahre Band-Geschichte: Slut

slut.pngMein lieber Scholli, das gab auf die Ohren. Ein großes Problem bei vielen Konzerten ist, dass die Band das neue Album featured und die tollen alten Stücke außen vor lässt. Das war gestern anders. Slut haben eine herrliche Auswahl an Songs, in einem 105 minütigen Rockspektakel gespielt, quer durch die fast 13 jährige Bandgeschichte.

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Senore Matze & Absynthe Minded: Ein Abend in Bildern

051.jpgIch glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass das erste von Alles ist Pop präsentierte Konzert in jeder Hinsicht ein voller erfolg war. Organisation und Werbung waren von Veranstalter Kellergeister06 so gut, dass Künstler und Publikum ihren Spaß hatten und die Live-Darbietungen waren über jeden Zweifel erhaben. Statt eines genauen Berichts, was Senore Matze Rossi und Absynthe Minded am 7. März im Steinbruch fabriziert haben, gibt es jetzt eine ‘Review in Bildern’ – zur Erinnerung für alle, die da waren und zum noch ein bisschen mehr ärgern, für die, die fern geblieben sind. Wem die aus Format- und Größengründen etwas zusammengestauchten Fassungen der Fotos nicht genügen, der kann sich bei Rapidshare auch die ganze Pracht herunterladen!

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Musikpiraterie im Fifty-Fifty

© Annette JonakWas passiert, wenn man keine musikalische Neugier besitzt, müssen nun schmerzlich große Teile meines Freundeskreises erfahren. Als ich ihnen euphorisch von den ResisTanzen2 im Fifty erzählte lehnten sie dankend ab. „PIRATENPOLKA!“, war mein überzeugendstes Argument, was ich ihnen um die Ohren warf. Mich wundert es, dass so viele diese Genrebezeichnung so gar nicht überzeugend finden. Ich jedenfalls wurde letzten Samstag, den 23. Februar von den ResisTanzen2 kein bisschen enttäuscht. Und das werde ich meine Freunde wohl noch wochenlang spüren lassen.

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