Bücher

Bret Easton Ellis: Unter Null

Der US-Schriftsteller Bret Easton Ellis ist den meisten vor allem durch seinen Skandalroman ‘American Psycho’ ein Begriff. Der Roman trat nach seinem Erscheinen (1991) eine enorme Welle der Empörung los, gerade im prüden Amerika, aber auch in Deutschland wurde er ab 1995 indiziert und dies erst 2001 wieder aufgehoben. Die radikale Darstellung von Sex und Gewalt und gleichsam damit verknüpft, eine enthüllt-verzerrte Sicht auf die amerikanische Gesellschaft und ihre Ideale, brachten Ellis zwar einen zweifelhaften Ruf, doch auch einen enormen Bestseller und Kultstatus ein.

Bei dem nachfolgend empfohlenen Roman handelt es sich nicht um eine neue Veröffentlichung, sondern um das Debütwerk des so stark polarisierenden Autors. Auch bei ‘Unter Null’ entwirft Ellis ein unbequemes Bild gesellschaftlicher Missstände. Read more »

Indie Travel Guide

Touristen wollen am liebsten dort sein, wo keine Touristen sind. Und die Indie-Touristen (ahä?) erst! Schluss mit den ewig gleichen Städtereisen und kompetente Einblicke in die Szene vor Ort verspricht ein Reiseführer, in dem über 100 Bands “ihre” Stadt vorstellen. Quasi die Indipedia in Interviewform für Unterwegs: “Die besten Läden und Plätze zum Shoppen, Chillen oder Ausgehen”.

So führt beispielsweise Hugh Harris (The Kooks) durch Brighton, Anders Wendin (Moneybrother) durch Ludvika und Olli Schulz durch Hamburg.

Monarchie&Alltag urteilt: “…eine sehr gute Idee, die sicherlich auch für das Erste eine gewisse Berechtigung hat. Doch wären wir hocherfreut, wenn in der zweiten Auflage etwas mehr recherchiertes Inhaltsfleisch dem Bandinterviewskelett anwächst und die Gespräche in Schriftdeutsch übertragen werden”.

Das Buch erschien am 1. September im Rockbuch Verlag und kostet 19,90 EUR.

Buch-Tipp: Die vielen Leben des Tom Waits

Reptilien sind schon merkwürdige, geheimnisvolle Tiere, und ähnlich skurril-schillernd wirkt das Chamäleon Tom Waits auf seine Umwelt. Selbst seinen treuen Fans ist das umfangreiche Schaffen des kauzigen Kaliforniers oft ein Rätsel. Gleichermaßen war und ist Waits als Sänger, Komponist, Schauspieler und Autor tätig und seine Vielseitigkeit und Kreativität scheint unerschöpflich. Umso erfreulicher ist es, dass endlich eine gelungene Biographie in deutscher Sprache vorliegt. Autor Patrick Humphies gelint das schier Unmögliche: Waits wird plastisch, wird nahbar und bleibt dennoch schrullig. Große Erleichterung! Read more »

Irvine Welsh: Die Bettgeschichten der Meisterköche

Endlich liegt der neueste Irvine Welsh Roman in der deutschen Erstausgabe vor. Selbstredend ist der kauzige Autor aus Edinburgh maßgeblich selbst an den immensen Erwartungen an eine neue Publikation schuld. Nicht nur Trainspotting, sondern auch seine anderen Romane wie Klebstoff, Porno oder Drecksau sind ebefalls längst zu Kultschmökern avanciert. Eine große Bürde und gleichzeitig der Maßstab, an dem sich der neueste Streich mit dem etwas sperrigen Namen messen lassen muss. Read more »

Ungelesene Kritik der ungehörten Platten

Dem gemeinen Musikkritiker ist nicht zu trauen. Man muss Phil Collins schließlich nicht gehört haben, um zu wissen, dass er scheisse klingt. Und auch wer kein einziges Dylan Album kennt weiss, dass er zu den ganz Großen gehört.

Warum sollte man sich also die Mühe machen all die Musik wirklich zu hören bevor man darüber schreibt? Nicht anders gehen wir bei Alles ist Pop auch vor. Schließlich müssen wir die Massen an Zusendungen ja abarbeiten. Und mal ehrlich: Es fällt doch keinem auf…

Das Buch “Kopfhörer – Kritik der ungehörten Platten” treibt diesen “Du hast das Album ja gar nicht gehört”-Vorwurf auf die Spitze: (Musik-)Journalisten, Popliteraten, Musiker, Radiomoderatoren, Fanziner etc. schreiben fiktive Plattenkritiken über Pink Floyd, Tocotronic, Velvet Underground und viele weitere Bands frei nach dem Motto “Kenn’ ich nicht, schreib’ ich aber trotzdem drüber”.

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