Band-Vorstellungen

Pulp: Do You Remember The First Time?

Um mal eines vorab zu klären: Die folgenden Zeilen handeln nicht von dem weit über die Grenzen Duisburgs hinweg bekannten “Eventschloss”, denn das ist eine ganz andere Baustelle. Hier geht es vielmehr um eine verdienstvolle Band, die seit nun über 6 Jahren einen als Schaffenspause betitelten Dornröschenschlaf schläft. Ob Pulp jemals wieder reaktiviert werden ist dennoch, wenn nicht unwahrscheinlich, dann doch immerhin fraglich. Frontmann Jarvis Cocker geht egozentrisch und unbekümmert seinen Weg, der ihn u.a. eine Rolle in einem Harry Potter Film eingebracht hat. Schon merkwürdig für einen Mann, der in der Vergangenheit eher durch demonstrierte Unangepasstheit aufgefallen ist und sich nun scheinbar hemmungslos in den Mahlstrom der Unterhaltungsindustrie wirft.

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1000 Robota: Angenehm unbequem

Hamburg wieder und es bleibt dabei: Die norddeutsche Metropole dient oft als Produktbeschreibung, mit der man eine deutschsprachige Indie-Band zum Ritter schlagen kann. Verdammtes Vorurteil. Oder doch nicht? 1000 Robota stammen aus besagter Stadt und sie sind relevant, werden relevant sein. Ihre Debüt-EP kündete: Hamburg brennt! Ihr Sound steht dem in nichts nach: hibbelig, hysterisch, launisch und dringlich. Wie 1000 Ameisen wuseln sich ihre Songs in Bauch und Birne und fordern, vergessen aber auch nicht zu geben. Ende September erscheint ihr erster Longplayer auf Tapete Records. Read more »

Octo Wallace: Schön, wenn es schmerzt…

Octo Wallace gehen dahin, wo es schmerzt. EIne Floskel, die hier, wie in den meisten Fällen, gar nicht negativ konnotiert ist.  Ihr selbst aufgenommenes Album ‘Fast Women Slow Horses’ ist schon ein ziemlicher Brocken, der dem Hörer unvermittelt auf den großen Zeh fällt und seine Spuren hinterläßt. Auch das Gehör muss man erst auf die verbratene Stilbandbreite der Band justieren. Ist dies gelungen, stößt man auf  ein interessantes, meist instrumentales Progrock Album. Read more »

Vom Ende des Kapitalismus zu Melancholie und Gesellschaft

“Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck” – Wie wahrscheinlich bei vielen anderen waren diese Zeilen im Jahr 2000 mein erster Kontakt mit Peter Licht. Und auch Jahre später immernoch die erste Assoziation. Zusammen mit “Achja, da war ja noch dieses andere bescheuerte Videoalles ziemlich … sinnfrei, ganz lustig, aber irgendwie… neee”. Das nächste Album “Stratosphärenlieder” hatte ich schon gar nicht mehr bemerkt. Die 2006 folgenden “Lieder vom Ende des Kapitalismus” dann trotz des Neugier-weckenden Albumtitels einfach mal provisorisch ignoriert. Ein großer Fehler wie sich 2 Jahre später herausstellte.

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O’Death: Drei Schritte vom Abgrund entfernt

O’Death! Ein Name, der vermuten läßt, dass der Sound dieser Band vermutlich nicht mit “Easy Listening” zu beschreiben ist. Erwartung erfüllt. Die Band aus Brooklyn klingt wie ein zünftiges Besäufnis während einer Bootstour auf dem Styx. Unheimlich, verwegen, und einzigartig. Stilistisch eine Gradwanderung zwischen Country, Blues, Folk mit einer Note Punk. Stürmisch und zerbrechlich zugleich wirken ihre Songs und ihnen einen Anflug von Wahnsinn zu unterstellen, liegt mir fern. Recht, könnte man damit aber durchaus behalten… Read more »

Los Campesinos! – Wales? Wirklich?

Kaum zu glauben, dass die Band mit dem südländischen Namen aus dem nicht gerade Sonnenschein verwöhnten Wales stammen. Denke ich an Wales, so kommen mir satte, grüne Wiesen, Rugby, Pubs, starker Wind und reichlich Regen in den Sinn. Weit gefehlt – sicher nicht. Wenn man jedoch das 2008er Debütalbum “Hold on now, Youngster” von Los Campesinos! als Beispiel nimmt, so muss man sich eingestehen, dass beispielsweise schlechtes Wetter nicht zwangsläufig aufs Gemüt schlagen muss. Mich begleitet dieses fröhlich, vequere Album schon seit Monaten und das ebenfalls witterungsunabhängig. Nun gibt es im Herbst bereits Nachschub… Read more »

Neon Sleep: One Man Pop Army

Wenn das Sommerloch mit zutiefst wechselhaft-launischem Wetter angerichtet und serviert wird, bekommt man schnell Appetit auf tröstende, stimmungsvolle Musik. Auf einen Soundtrack, der zuckende Blitze und unverhältnismäßige Regenschauer vergessen macht. Der Elektropop von Henning Sommer a.k.a. Neon Sleep bietet die willkommene Abwechslung, denn seine Songs schwirren und flackern zwischen pathetischer Schönheit und erhabener Fragilität.

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Bedouin Soundclash…City Rockers!!!

Unzählige Bands haben sich bereits die Zähne daran ausgebissen, den vakanten Thron von The Clash einzunehmen. Qualitativ schwankte das Ergebnis zwischen peinlichen Epigonen, großzügig entlehnt und authentisch in Sache und Haltung. Bedouin Soundclash aus Kanada tragen die Reminiszenz an die oft kopierte und selten erreichte Referenzgröße nicht nur im Namen… Read more »

Fleet Foxes – Sun Giant/Fleet Foxes

Als ich letzte Woche die erste Lieblingsliste, der Intro-Redaktion studiert habe, bin ich auf das wirklich beeindruckende Stück “Mykonos” von Fleet Foxes gestoßen. Wie das nun mal so ist, musste ich mir natürlich direkt die EP “Sun Giant”, auf der der besagte Song zufinden ist, und das selbstbetitelte Debut des Seattler Qunintets zulegen. Und ich wurde wahrlich nicht enttäuscht, höchst wahrscheinlich waren es die best investierten 20 Euro der letzten Monate. Read more »

Spiritualized – Songs in A&E

Jason Pierce aka J Spaceman hat mit seiner Band Spiritualized sein neues (sechstes) Album veröffentlicht. Es trägt den wunderbaren Namen “Songs in A&E” und ist Ende Mai in Großbritannien und Amerika erschienen. Seit dem letzen Album “Amazing Grace” sind 5 Jahre ins Land gezogen, umso erfreulicher ist es, dass trotz Spaceman’s schwerer Drogensucht und beinahigem Ableben, die Band es geschafft hat ein neues Album zu veröffentlichen. Read more »