Band-Vorstellungen

John K. Samson: Roadmovie mit Hauptrolle

jks14 Jahre sind seit der letzten ganz eigenverantwortlichen Veröffentlichung (“Little Pictures”) des Weakerthans-Sängers ins Land gezogen. In diesen fast anderthalb Jahrzehnten hat sich John K(ristjan) Samson zu einem der angesehensten Songschreiber im Indiefolk-Land entwickelt, der zudem für die als Liedtexte getarnten Geschichten weit über die Genre-Grenzen hinweg und über den oft zitierten Klee gelobt wird. Daher sind sich Musikpresse und Anhänger auch einig, dass die Diskographie der kanadischen Band um Samson einer Aneinanderreihung von wahren Kleinoden gleicht. Es wäre angemessen, John K. Samson in einem Atemzug mit Aushängeschildern des Genres wie Conor Oberst Will Sheff zu nennen, auch wenn dies dem bescheidenen und in sich ruhenden Mann wohl zutiefst zuwider wäre. Großangelegt hingegen ist die Veröffentlichungsreihe, die der charismatische Songschreiber aus Winnipeg für die nächsten 18 Monaten geplant hat. Eine Abfolge von Singles, die sich thematisch mit den Straßen und Highways der östlichen, kanadischen Prärieprovinz Manitoba  beschäftigen, soll in limitierter Auflage die Soloaktivitäten Samsons begleiten. Sicher ein geeigneter Topos für seine Songs, zumal  gerade die geographisch verorteten Weakerthans-Lieder stets für Gänsehaut sorgten, man denke nur an das herrlich entwaffnende “One Great City” von der Reconstruction Site.

Den Auftakt dieser Release-Reihe gestaltet die streng limitierte Single City Route 85 mit drei Songs, die die Erwartungen durchaus erfüllen, auch wenn sie nicht zu den ganz außergewöhnlichen Kompositionen des kleinen Manns mit der city-routefragilen Stimme gehören. Die A-Seite “Heart Of The Continent” ist allerdings bereits allein die Anschaffung der Single wert. John nur mit Akustikgitarre, das ist ganz und gar großartig und über jeden Zweifel erhaben. “Grace General” lädt zum Mitfühlen ein und “Cruise Night” ist ebenfalls dezent instrumentiert und wächst von mal zu mal. Letztlich sind aber selbst nur solide Songs des The Weakerthans Frontmanns dazu imstande, den Hörer in meterdicke Wohlfühlwatte zu packen.  Vielleicht ist auch nur die Tatsache, dass nach knapp 9 Minuten das neue Material bereits wieder in Stille mündet, die den Gesamteindruck leicht zu trüben vermag. Irgendwie hat man den Eindruck, dass es nach den drei Songs weitergehen müsste und man die ganz großen Momente vorenthalten bekommt. Die Single ist als Vinyl-Version mit Download-Code oder als rein digitales Release zu erwerben und zuletzt beim Grand Hotel van Cleef erschienen. Bei alten Freunden, wie Samson in diesem Interview bestätigt.

John K. Samson – Cruise Night als Free Download auf der Weakerthans-Homepage.

Kokomo: Postrock in Selbstorganisation

kokomoSelbermachen. Gerade der Drang zum D.I.Y. (Do it yourself) macht Sub- und Gegenkulturen seit mehr als 30 Jahren so spannend und attraktiv. Die Duisburger Postrock-Band Kokomo dokumentiert mit ihrer anstehenden CD-Veröffentlichung nicht allein die Liebe zu instrumentaler Musik, sondern unterstreicht ebenfalls, dass Selbstorganisation auch oder gerade in einer automatisierten Wegwerfgesellschaft von besonderer Bedeutung sein kann. Kokomo haben ihr erstes Album “Matterhorn Bob and the black fair” nicht nur in Eigenregie aufgenommen, sondern gestalten auch das Design selbst, doch damit nicht genug. Alle Fäden laufen zusammen, wenn die Band-Mitglieder zudem noch die Hülle selbst drucken und das Ergebnis  durch handverlesene Bastelarbeit jeweils zum Unikat werden lassen. Das Produkt menschelt, könnte man sagen. Kokomo zelebrieren die Veröffentlichung  vom zunächst auf 200 Exemplare limitierten Album  “Matterhorn Bob and the black fair” mit einem Konzert in angemessener Atmosphäre am 12. November im Djäzz.

Instrumentaler Postrock verlangt musikalische Fertigkeit und das Tobias, Benjamin, Rene and Oliver diese besitzen, bewiesen sie in der Vergangenheit schon allein durch geteilte Bühnen mit Junius, This Will Destroy You, Caspian oder auch God is an Astronaut. Gute Einblicke in ihren versiert-dynamischen Laut-Leise-Sound bieten kokomo-bandsich aber auch auf der Myspace-Seite der Band. Nachdem Kokomo, die Band existiert nun seit eineinhalb Jahren, bereits quer durch Deutschland getourt und in Österreich aufgetreten sind, werden die vier Duisburger auf der anstehenden Tour ihren neuen Tonträger auch in Frankreich und England präsentieren können. Nicht nur von ihrer Musik getrieben, sondern offenbar auch von der Reiselust ergriffen, ist zudem für April 2010 eine Europa-Tour in Vorbereitung, die Kokomo bis nach Istanbul bringen wird.

Zunächst halten die Jungs aber erst noch in Duisburg die Postrock-Fahne hoch und daher sollten alle Freunde progressiver Gitarrensounds und aufgebrochener Songstrukturen am 12. im Djäzz vorbeischauen und mit der Band CD-Release feiern. Die “Matterhorn Bob and the black fair”-CD wird übrigens 5, höchstens 6 Euro kosten und das ist bei all der aufgebrachten Leidenschaft ihrer Urheber doch ein sehr geringer Preis, zumal die mitreißende Musik des Tonträgers bei aller detailverliebten Aufmachung nicht unterschlagen werden sollte.

Kokomo CD-Release “Matterhorn Bob and the black fair” am 12. November im Djäzz (Duisburg). Ab 21 Uhr und 4 Euro Eintritt.

Supershirt: 8000 Mark

8000markDer nächste brennende Baum im Rave-Wunderland. Supershirt legen mit ihrem neuem Album 8000 Mark deutlich zu, denn wo der Vorgänger Du bist Super noch ein wenig unentschlossen, zu wenig druckvoll wirkte und teilweise im Phrasenmeer baden ging, sind Tim Brenner und Faxe System definitiv in den richtigen Zug gestiegen. Das Grundprizip, Electro kollidiert mit Pop und gelegentlich mit Hip Hop, ist noch das selbe und auch die Hooklines zeugen weiterhin von Rückrat und gelungener Gesellschaftsbeobachtung, so gut dies eben in der gewählten musikalischen Form funktionieren kann. Der Beitrag “Nachtjacke” zum Audiolith-Labelsampler Doin’ Our Thing deutete bereits an, dass der Supershirt-Sound tighter, man könnte auch sagen, professioneller geworden ist. Neben dieser Beobachtung fällt zudem auf, dass auch wenn die Bässe ordentlich peitschen, 8000 Mark aufgrund der starken Eingängigkeit der Songs mit beiden Beinen im Pop steht. Dies schmälert keineswegs die Kredibilität des Ganzen, sondern funktioniert bei Supershirt ganz ausgezeichnet.

Einen Blick auf die moderne Gesellschaft bietet “German Psycho”, wobei so manches absurdes Phänomen unserer Tage abgebildet wird. An dieser Stelle sei beispielhaft der Textfetzen “Ein Twitter-Account, aber Angst vor Spionage” zitiert. “So lange das Herz rast” erinnert an die Labelmates von Frittenbude, sowohl musikalisch als auch vom Gestus her. Gefällt. Die albumtitelgebende, gleichnamige Single kracht gut aus den Boxen, aber das simple Reimschema ist eher nur beim allerersten Hörvergnügen komisch und nutzt sich schnell ab. “Haue” macht seinem Namen alle Ehre und “Ödkraft” ist ein amüsantes Intermezzo, wobei zum Glück auch die Teitmaschine wieder dabei ist. Yeah! Insgesamt halten sich auf 8000 Mark die Schenkelklopfer und die tiefergehenden Songs die Waage und die progressive Entwicklung zum Vorgängeralbum  liegt auf der Hand und ist begrüßenswert. Die Jungs von der Ostsee haben ein ordentliches Album abgeliefert, das vielleicht nicht immer spektakulär, aber stets ehrlich und solide ist. Und wer Egotronic, Frittenbude, Bratze oder auch Saalschutz mag, kennt vermutlich Supershirt ohnehin und darf hier  entsprechend zugreifen. Audiolith regelt!

Escapado: Alles wird gut

escapadoEs sah nicht gut aus. Im Sommer wurde bekannt, dass die vielversprechende (Post-)Hardcore-Band Escapado aus dem hohen Norden personellen Aderlass zu verzeichnen hat. Sowohl Sänger Helge als auch Bassist Gunnar kehrten Escapado den Rücken und das obwohl mit dem Grand Hotel van Cleef-Album “Initiale” die Zukunft der Band mehr als rosig aussah. Inzwischen waren es die Escapado-Flüchtigen, die mit positiven Schlagzeilen hausieren gehen konnten.

Helges und Gunnars Neue hört auf den Namen Grand Griffon und schlägt mit einer ansprechenden Mischung aus rotzigem Hardcore und melodischen Punk Alarm und man somit eben ein neues musikalisches Kapitel auf.  Erste Hörproben stehen auf Myspace parat und zukünftige Tonträger werden bei den alten Bekannten von Zeitstrafe das Licht der Welt erblicken. Aber nun zu den Zurückgebliebenen.

Offensichtlich stand für die verbliebenen Mitglieder rasch fest, dass man die leck gelaufene Kogge Escapado wieder seetüchtig machen würde. Nicht ganz selbstverständlich, bei einem so derartigen personellen Einschnitt, aber vermutlich wurde bereits zu viel mit der Band erreicht, als dass man das alles einfach wegwerfen könnte und wollte. Inzwischen wurde aber auch die personelle Krise beendet und das Line-Up wieder komplettiert.

Nachdem mit Felix ein neuer Bassist gefunden wurde, verkündeten Escapado heute via Myspace, dass nun auch mit Jannes ein neuer Mann fürs Mikrofon angeheuert hat. Doch damit nicht genug. Zudem wurde für Sommer 2010 ein neues Album angekündigt, an dessen Songs nur noch die Feinarbeit aussteht. Konzerttermine mit der neuen Besetzung folgen entsprechend selbstverständlich in näherer Zukunft, sprich nach der Jahreswende. Ein Happy End also und das mit Cliff Hanger und  Sequel-Versprechen. Gut so.

Helgi Jonsson: For The Rest Of My Childhood

jonsson-coverEin Album mit Herzklabaster-Gefahr, denn solch eine üppig wachsende, melancholische Schönheit muss man zunächst erdulden und verarbeiten können. Die Musik des Isländers aus dem Dunstkreis von Sigur Rós gleicht einer Naturgewalt an Gefühlseindrücken, denn hier werden wunde Punkte ungeniert berührt und seelische Risse mit bitter-süßem Honig verklebt.  Helgi Jonsson liefert mit For The Rest Of My Childhood ein ungeheuer intensives Album ab, das mehr als ein saisonaler Höhepunkt, nur ein Herbstwerk ist.

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Steeple Remove: Electric Suite – aurale Tranquillanzien

Faszinierender, zwischen diesseitig-griffig und leicht entrückt pendelnder Artpop, mit verträumten Melodien und dem gewissen Etwas. Die französische Bansteeple-removed Steeple Remove hat den Schlüssel, ergo das Besondere gefunden, welches ein gutes Ambient-Album zu einem sehr guten werden lässt. Electric Suite gelingt es, dem staubtrockenen Alltag 11 wunderbare Kompositionen entgegen zu halten, 11 aurale Tranquillanzien frei von Nebenwirkungen und (ent-)spannender als jede Thermalquelle.

Radio Kill Surfers” klingt irgendwie Bowie-esk, als wenn der Thin White Duke es nochmal wissen wollte und dabei wunderbarer, zeitgenössischer Artpop ans hart-grelle Licht der Welt gezerrt würde. Ähnlich beeindruckend mäandert sich “Yellow Loop” durch eine kleine Songwelt, in deren Zwielicht auch Air oder Kasabian gesichtet werden könnten. Andere Songs wie “Magnetosphere” oder “Do It Right” bestätigen den Eindruck, dass man es hier mit exzellentem Wohlfühlpop zu tun hat, der zuweilen ein wenig damit kokettiert, avantgardistisch zu sein. Steeple Remove gelingt es mit ihrem dritten Album, sich mittels effektiver Song-Widerhaken bereits beim ersten Durchgang dauerhaft im Geschmackszentrum des Hörers festzusetzen. Wie spannend Electric Suite eigentlich ist, offenbart sich beispielsweise anhand der Stimmungsamplitude zwischen “Images”, das in den 90ern Pulp auch gut zu Gesicht gestanden hätte, und dem sphärischen 6 Minuten Sedativum namens “Somerset Lights”. Auf ähnliche Weise gelingt es auch “Jeunesse Problematique” zu verzaubern, mit Klangteppich und vokalen Fetzen, die aus der Ferne an das wohlwollende Ohr drängen. Zum Abschluss des Albums zeigen die aus dem französischen Rouen stammenden Steeple Remove noch einmal, dass sie auch sehr wohl mit gefälligem Radiopop überzeugen könn(t)en, wobei auch dabei das Besondere im Gewöhnlichen nicht fehlen darf.

What? – Whateverism EP

whateverism20.000 Ampere und mehr: mit einem großen Knall ist Duisburg in Sachen alternative Rocksounds wieder back on the map, denn die Whateverism EP von What? besitzt locker die Stromstärke eines grellen Blitzeinschlags. Die drei Songs sind nicht nur energiegeladen und mitreißend, sondern stehen auch gleichzeitig für beachtlichen Tiefgang, denn hier werden einige Gefühlslagen miteinander verschmolzen. Zwischen Melancholie und Wut pendelnd, finden What? die richtige Stimmung für ihre ausgefuchsten, zum Teil außergewöhnlichen Arrangements. Kurt Ebelhäuser (Blackmail) hat zudem der Band aus dem Ruhrgebiet eine amtlich druckvolle Produktion beschert, womit das entstandene Bild absolut rund wirkt. Man muss sicher nicht erstmal die Kristallkugel polieren, um die Prognose zu stellen, dass What? noch einiges in petto haben und die Whateverism EP erstmal nur der Vorbote für zukünftige Großtaten darstellt. Aber jetzt erstmal zur Gegenwart.

Der Titeltrack “Whateverism” sorgt bereits nach den ersten Tönen für große Ohren. Allein die Strophen des Songs besitzen eine Intensität, die zuweilen an Placebo erinnert, wobei diese Assoziation sich schnell als fehl am Platze erweist. Der energetische Refrain stellt eine prägnante Zäsur dar, die gekonnt in den Song eingebaut ist, der insgesamt einen beachtlichen Spannungsbogen aufweist und in der Klimax einer emotionalen Eruption gleicht. Das Beste ist jedoch, dass der Song ein echter “Grower” ist und sich von mal zu mal immer stärker ins Hirn schraubt. Wer jetzt glaubt, dass die anderen beiden Songs den Ball sicherlich flacher halten, der irrt gewaltig. “Odium Of Being” ist ein wahres Monster, was Spielfreude und unkonventionelle Instrumentierung anbelangt. Dabei drückt die Band das Gaspedal ordentlich durch, ohne dabei platt und monoton zu wirken, was wiederum unterstreicht, dass What? ein gutes Gespür für spannende Songstrukturen besitzen. Wer jetzt noch ruhig auf dem Sofa hockt, der wird spätestens beim abschließenden “Lost Beyond Recall” richtig umgeblasen, denn dem aus den Boxen dröhnenden Orkan kann man nur schwer Widerstand leisten. “Lost Beyond Recall” geht gewaltig nach vorne, setzt geschickte Pausen, um anschließend die große Keule zu schwingen und für offene Münder zu sorgen.

Genau das ist auch der Effekt nach dem Genuss dieser knackigen 11 1/2 Minuten progressives Gitarrengewitter zwischen Alternative Rock, Hardcore, Metal und was sonst noch so alles bei What? einfließt. Man merkt es Ingo (Gesang), Skotty (Gitarre), Schrör (Bass) und Marc (Drums) allemal an, dass die Jungs bandtechnisch bereits einiges auf dem Kerbholz haben und es jetzt so richtig wissen wollen. What? ist  eine gut geölte Rockmaschine mit reichlich Dampf und Druck hinter den Kolben und die Whateverism EP ein echter Glücksgriff für Leute, die von konventionellem Rockeinheitsbrei die Nase gestrichen voll haben.  Das Teil ist bei iTunes und Amazon zu erwerben, also ran an den Speck!

The Pains Of Being Pure At Heart

tpobpahDa der Verfasser dieser Zeilen einstweilen kein Freund langer oder gar überflüssiger Rede ist, folgt die Kernaussage auf dem Fuße: The Pains Of Being Pure At Heart spielen zur Zeit den schönsten traurigen, traurig-schönen Indiepop, den man sich vorstellen kann. Zwischen Shoegaze und Twee-Pop, zwischen My Bloody Valentine und Primal Scream bietet die Band auf ihrem selbstbetitelten Debütalbum alles, was das Herz begehrt, ohne dabei allerdings herausragend innovativ zu sein. Es gelingt der jungen Dame und den drei Herren aus New York einfach emotional die richtigen Knöpfe zu drücken, mit dem Ergebnis, dass man das Gefühl hat, sich in dieser Platte sofort heimisch zu fühlen. Allein die Single Young Adult Fiction ist ein vortreffliches Sympathie-Steinbrett und da sind einige so große und gleichzeitig intimer Momente auf dem Longplayer.

Ein weiteres Argument pro The Pains Of Being Pure At Heart ist sicherlich der zweite, vom Label Slumberland Records zur Verfügung gestellte Free Download Everything with you, der zudem noch repräsentativer für das Album ist. Ein wunderschöner, in zart-bitterer Schokolade getauchter Song. Chapeau! Es bleibt aber zu bedauern, dass es “Kurt Cobain’s Cardigan”, der großartige Lo-Fi-Song von der 2008er Split-Single mit The Parallelograms, nicht auf den Longplayer geschafft, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.  Wer also mit oben genannten Bands oder auch Bell & Sebastian oder gar frühen Ash-Sachen was anfangen kann oder anderen Dream-Pop-Kram mag, sollte sich einmal mit der jungen Band aus New York beschäftigen.


Cama Maya: All The Stars

camasingle1Nach einer leichten Verzögerung der Veröffentlichung, bedingt durch Überlastungen im Presswerk, ist die Debütsingle von Cama Maya (Interview hier!) seit Ende April zu erwerben, und was soll man sagen: Das Warten hat sich wahrlich gelohnt. Schickes Artwork und eine brillante A- und eine großartige B-Seite. Eine rundum gelungene Sache, die sowohl als limtierte und handnummerierte Vinyl-Single als auch in einer CD-Version erhältlich ist.

Endlich kann man den beschwingten Tanzflächenfüller “All The Stars” auch auf dem heimischen Plattenteller genießen und muss sich nicht mehr mit mieser Qualität irgendwelcher Myspace-Player herumplagen. Mit besagtem Song haben die Dinslakener einen richtigen Hit in petto, der definitiv das Zeug hat, um auch außerhalb des regionalen Dunstkreises für Furore zu sorgen. Ein poppiger Indierock-Kracher, der die Endorphin-Ausschüttung kräftig ankurbeln kann, und der auch den internationalen Vergleich nicht zu scheuen brauch. Hinzu kommt ein Text, der symbiotisch der Musik gerecht wird: “I hope I wont become sober – Music never leaves me alone” – Wer kennt dieses Gefühl nicht. Well done!

Die B-Seite “Liberty” kommt offiziell als Demo-Version um die Ecke, aber wenn das hier nur das Demo ist, kommt noch einiges auf uns zu. Ein wirklich toller Song, der sich gut auf dem letzten The Rifles Album gemacht hätte. Oder doch eher The Futureheads? Eigentlich auch ganz egal, was man hier herauszuhören meint: Cama Maya machen ihr Ding und das klingt wirklich gut. Also schön am Ball bleiben.

Die Single kann im Webshop der Band erworben werden oder auch direkt über das Label Independent Supreme Records (Mail an ) bezogen werden.

Des Weiteren spielen Cama Maya am 23. Mai um 12 Uhr 30 einen exklusiven Instore-Gig im Duisburger Plattenladen Garageland. Weitere Infos auch auf der Myspace-Seite der Band.

Graham Day: Wenn Mr. Garage zu Gast ist

graham-dayWenn man von Legenden spricht, klingt dies oft nach schierer Übertreibung oder nach Künstlern, die bereits gehörig Staub angesetzt haben. Beides trifft auf Graham Day keineswegs zu, denn Mr. Day’s Vita weist einige Stationen auf, die untrennbar mit der Geschichte des Garagenrock verbunden sind. Allein die Tatsache, dass Day zusammen mit Billy Childish bei The Buff Medways und Thee Mighty Caesars gezockt hat, wäre eigentlich schon Referenz genug, doch hinzu kommen noch die kultigen The Prisoners, The Prime Movers und etwaige andere Kapellen. Mit anderen Worten, Graham Day hat bereits einiges auf dem Buckel und etliche Abzeichen in Sachen Garage erworben.  So ist es kaum verwunderlich, dass Day’s aktuelle Band im Rücken The Gaolers ebenfalls hochkarätig besetzt ist. Das letzte Album von Graham Day & The Gaolers, Triple distilled betitelt und im Oktober 2008 auf Damaged Goods erschienen, entsprach dann auch dem Qualitätsstandard, den man erwarten konnte. Graham Day besitzt allerdings fast auschließlich in der Garage-, Beat- und Mod-Szene einen ausgezeichneten Namen, aber das ist doch schon einmal was. Graham Day & The Gaolers sind zur Zeit auf Tour und diese sei nicht nur Sympathisanten besagter Szene ans Herz gelegt, denn der ausgelassene Rocksound der Band dürfte auch Szenenunkundigen bestens gefallen.

Beispielsweise ist die Band am Samstag, den 16. Mai im Rahmen des feinen Monkey Cave 60s Club (Party mit dem Schwerpunkt Beat, Soul, Psych, Garagepunk) ab 22 Uhr zu Gast im ebenso feinen Djäzz in Duisburg. Läppische 10 Euro kostet der Spaß und natürlich ist der Eintritt für den Nighter inklusive. Wenn das mal nicht eine lohnenswerte Abendgestaltung darstellt. Nachfolgend die weiteren Tourtermine:

Fr, 15.05.2009 Rennes-Mondo Bizarro
Sa, 16.05.2009 Duisburg-Djäzz (plus Monkey Cave 60s Club Party)
So, 17.05.2009 Aachen-Musikbunker
Mo, 18.05.2009 Münster-Gleiss 22
Di, 19.05.2009 Berlin-Cortina Bob
Mi, 20.05.2009 Hamburg-Hafenklang
Do, 21.05.2009 Bremen-Towerbar
Fr, 22.05.2009 Antwerpen-Bar Mondial
Sa, 23.05.2009 Bourges-Cosmic Trip Festival

(via Triggerfish)