The Gaslight Anthem – American Slang

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Immer mitten rein in die vermeintliche Sommerpause: The Gaslight Anthem sind zurück und wählen zum dritten Mal die einzig diskutable Jahreszeit für die Veröffentlichung ihres neuen Longplayers. Im Rock’n'Roll-Westen nichts neues also? Mitnichten. Das liegt allein schon daran, dass “American Slang” noch heißer erwartet und in einer abermals breiteren Öffentlichkeit beachtet wird als seine beiden Vorgänger. Zu groß waren die Erfolge von “Sink or Swim” und insbesondere “The ’59 Sound”, zu sehr lagen Kritiker und Fans der Band zu Füßen, zu umjubelt (und reihenweise ausverkauft) waren ihre Gigs.

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Editors – Verlustängste

editors_itlaote6“I swear to god, I heard the earth inhale, moments before it spat its rain down on me.” Boom. Die Editors sind zurück und eröffnen ihren Drittling In this light and on this evening mit gewohnt großer Geste. Fast zweieinhalb Jahre nach dem bärenstarken An end has a start und nach Vorankündigungen, die beim Kollegen bereits schlimme Befürchtungen aufkommen ließen, traue auch ich mich kaum an diese Platte heran. Zu viel steht auf dem Spiel, zu ratlos ließ einen die Vorabsingle “Papillon” zunächst zurück. Doch alle Furcht vor dem Verlust einer Lieblingsband nutzt nichts, also rauf mit der neuen Platte auf den Plattenteller… und plötzlich sind alle Gedanken weg! Der Titelgebende Opener wummert einen mit zu Beginn zitierter Zeile gleich mal tief in dunkle Gedanken- und Gefühlswelten – mitten in den Editors-Kosmos also. Keine Gitarren in der Nähe? Kein Schlagzeug? Tom Smiths Stimme eher flüsternd als singend zu kaum mehr als ein paar Synthie-Spielereien? Für all diese Beobachtungen bleibt überhaupt keine Zeit, so packend ist das Intro. Nach knapp drei Minuten folgt eine Explosion, eine Klimax die wachrüttelt -  und nach nur einem Song herrscht plötzlich große Vorfreude auf die acht noch folgenden Stücke.

Also alles gar nicht so schlimm mit dem “neuen” Synthies-Future-Sound? “Bricks and Mortar” dämpft zunächst die gerade erst aufgebauten Erwartungen. Drumcomputer angeworfen, eine einfache Basslinie und – natürlich Keyboard mit ordentlich Hall drüber – hmm. Wäre da nicht diese Stimme, die sich langsam erhebt und in Stärke und Ausdruckskraft ganz weit vorne dabei ist, wär’s wohl nichts Besonderes. Es folgt mit “Papillon” Bekanntes. Wenngleich tighter und beatlastiger als die meisten seiner Song-Kollegen, bleibt das Schema stoischer, fast monotoner Rhythmen und Melodiewiederholung über fünfeinhalb Minuten gepaart mit Lyrics, die als einzige Konstante Editor’schen Schaffens zu bleiben scheinen, erhalten. “Darling, your’re born, get old and die here – well that’s quite enough for me.”

Halt, stopp! Es geht weiter. Die Stimmung inzwischen leicht gedämpft. “You Don’t Know Love” läuft. Ein Knaller. Nicht nur, weil der gerade beschriebene Songstruktur plötzlich aufzugehen scheint, als hätte es nie andere Editors gegeben – nein, plötzlich ist Sie wieder da: Die Gitarre! Perfekt harmonierend mit dem ebenso einfachen wie Gänsehaut erzeugenden Refrain in dutzendfacher Dauerschleife. Gänsehaut, ich liebe dich!  ”The Big Exit” ist danach leicht zu übersehen, vorhanden, aber nicht weiter wichtig – eine kleine Verschnaufpause eben. Die ist dringend nötig, denn das nächste Highlight baut sich bereits turmhoch auf. “The Boxer” setzt auf melodiösen Minimalismus. Fallen lassen und Smith lauschen, der nun endgültig zu Höchstform aufläuft, ist das Motto. “The Boxer isn’t finished, he’s not ready to die.” Eine Kampfansage auf höchstem Niveau. Doch emotionale Höhen werden inhaltlich natürlich nicht gestattet und mit einem klagenden “Dazed in the final rounds” sogleich wieder einkassiert. Wow!

Das gilt auch für “Like Treasure”, das in mancher Hinsicht ein zweites “You don’t know Love” markiert und vielleicht auch deshalb nur fast an eben dieses heranreicht. Das Ende naht, die Erwartungen sind inzwischen wieder weit oben, weil das Gefühl wächst, das das Quartett aus Birmingham gar keine andere Wahl hatte, als genau dieses Album aufzunehmen. Kälter als die beiden ebenso fantastischen wie in großen Teilen ähnlichen Vorgänger, die auf gleichem Niveau wohl kaum einen dritten Bruder hätten bekommen können. Ohne ein treibendes “The Racing Rats”, ein dauerexplodierendes “Bullets”, ohne sich aufdrängende Singles neben dem bereits veröffentlichen Schmetterling. Mit “Eat Raw Meat = Blood Drool” folgt im Übrigen noch der einzige Ausfall des Albums, zu stumpf wird hier das neu entdeckte Songprinzip durchgedrückt – schade. Das Finale gelingt hingegen wieder zu hundert Prozent Geschmackssicher und entlässt einen in bester The Back Room-Manier in die Freiheit. Was bleibt? Das gute Gefühl, dass Ängste in einem positiven Ende aufgelöst werden können und die Editors auch nach diesem herausfordernden Wurf eine Lieblingsband bleiben dürfen!



Phantom Planet: Erfolgreich freigespielt!

Gibt es sie noch oder sind sie dem Zahn der Zeit, Besetzungswechseln, Richtungskonfusionen und Labellosigkeit erlegen? Wird das noch was mit einem würdigen Nachfolger für das inzwischen fast 6 Jahre alte ‘Album zum Liebhaben’ The Guest? Es geht natürlich um Phantom Planet und die Fragen, die sich um diese Band rankten, ließen eigentlich nur wenig Positives erahnen. Zu schwer wog das unsägliche, O.C. California-Kiddies geschuldete Erbe der bekannten ‘Übersingle‘ und zu durchwachsen geriet das letzte Lebenszeichen des kalifornischen Quartetts.

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Thrice: Elementarteilchen

1.jpgIn diesen Tagen schließen Thrice das bislang ehrgeizigste Projekt ihrer Bandgeschichte ab: Mit nicht weniger als einer EP-Collection über die vier Elemente wollte die kalifornische Band ihre beeindruckende Diskografie bereichern. Ein Vorhaben, dass mich vollends Zerrissen zurücklässt.

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Sidewaytown: Kognitive Homevideos

cover2.jpgMarkus Baltes ist offenkundig ein Getriebener. Der ehemalige Autumnblaze-Sänger fand sich nach eigener Beschreibung nach dem Ende der 10 Jahre existierenden Band in einem Loch wieder, aus dem es rauszuklettern galt. Doch anstatt mühsam zu kraxeln, packte Baltes sein Jetpack aus und flog los – das erstaunliche Ergebnis seiner Reise liegt jetzt vor. Read more »

Senore Matze & Absynthe Minded: Ein Abend in Bildern

051.jpgIch glaube, ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, dass das erste von Alles ist Pop präsentierte Konzert in jeder Hinsicht ein voller erfolg war. Organisation und Werbung waren von Veranstalter Kellergeister06 so gut, dass Künstler und Publikum ihren Spaß hatten und die Live-Darbietungen waren über jeden Zweifel erhaben. Statt eines genauen Berichts, was Senore Matze Rossi und Absynthe Minded am 7. März im Steinbruch fabriziert haben, gibt es jetzt eine ‘Review in Bildern’ – zur Erinnerung für alle, die da waren und zum noch ein bisschen mehr ärgern, für die, die fern geblieben sind. Wem die aus Format- und Größengründen etwas zusammengestauchten Fassungen der Fotos nicht genügen, der kann sich bei Rapidshare auch die ganze Pracht herunterladen!

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Rocky Votolato LIVE @ Rex Kino Köln

rocky1Was für eine Massierung Glückseligkeit versprechender Ereignisse: Die letzten Stars-Klänge noch im Ohr geht es keine 24 Stunden später zu Rocky Votolato. Dreieinhalb Jahre nach seinem ersten offiziell verzeichneten Abstecher in unsere Lande ist das Interesse an den Live-Künsten des ehemaligen Waxwing-Frontmanns riesig. Fast jedes der 9 Deutschland-Dates ist ausverkauft und/oder wurde in größere Venues verlegt. Beides gilt auch für sein Kölner Gastspiel, das obendrein aber ein besonderes zu werden versprach. In ein Kino lud Veranstalter Underdog Records – ein Mann, seine Gitarre und 500 plus X Menschen in Sesselatmosphäre lautete die Zauberformel. Read more »

Angels & Airwaves: Gegendarstellung

ava.jpgFür diesen Rezension wurden mir einige  das frisch ausgerufene „alles ist pop” wohl am liebsten um die Ohren hauen. Dennoch: Angels & Airwaves haben nur anderthalb Jahre nach ihrem Debüt „We Don’t Need Tor Whisper” im Oktober mit „I-Empire” nachgelegt. Medial und kommerziell blieb der Longplayer hierzulande bislang weitgehend unbeachtet – zu Unrecht. Read more »

Jonah Matranga vs. Lüdenscheider Landjugend

jonah11.jpgKaum verlasse ich meinen popkulturellen Elfenbeinturm zu Köln, schon habe ich ein Kopfschüttel-Erlebnis fürs Leben weg. So oder so ähnlich kann man den Konzertbericht für Johna Matranga in Lüdenscheid zusammenfassen. Die Ausgangssituation: Mr. Matranga aka Onlinedrawing, Mastermind von New End Original usw., besucht mit seinem Homie Ian Love und dem ersten Studioalbum unter eigenem Namen im Gepäck im Dezember deutsche Lande. Mich verschlägt es dabei trotz eines Kölner Konzerts ins tiefmärkische Lüdenscheid, genauer gesagt die Alte Druckerei. Read more »