Black Lips: Arabia Mountain

Die Partycrasher der Garagenrock-Szene zeigen der sogenannten Altersmilde, dafür sind die vier Herren auch eigentlich noch viel zu jung, weiterhin gekreuzte Mittelfinger. Auch auf dem sechsten Studioalbum erweisen sich die Black Lips als Glücksfall für ein Subgenre, das nicht unbedingt für Selbsterneuerung bekannt ist. The Black Lips haben sich und ihre vermeintliche Szene noch nie so richtig ernst genommen und so sprüht Arabia Mountain vor Spielfreude, kalauereskem Gehabe und dem so liebgewonnenen lo-fi Sound der ersten Bandstunde.

Neben psychedelischen Anwandelungen darf es auch mal gepflegter Sixtiespop sein, was im Band- und Albumkontext hervorragend funktioniert. Und so gelingt es den Black Lips in 41 Minuten die Genregrenzen gekonnt auszuloten und der Hörerin oder dem Hörer ein gewohnt debiles Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Allen, die nicht ohnehin bereits davon gehört haben, sei noch gesagt, dass Arabia Mountain von keinem Geringeren als Mark Ronson produziert wurde. Eine Kollaboration, die zunächst merkwürdig anmutet, aber den Black Lips offensichtlich geholfen hat, das eigene Soundspektrum sinnvoll zu ergänzen. Im Übrigen ist der Opener “Family Tree” vielleicht der perfekte Black Lips Song. Auschecken.

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