Beat! Beat! Beat!: Lightmares

lightmaresDa wurde den Jungs von Beat! Beat! Beat! ein ganz schöner Rucksack voller Erwartungen aufgebunden, den man erstmal Schultern muss, ohne orthopädische Schäden davonzutragen. Ganz ohne Fehlhaltung erscheint nun mit Lightmares das Debütalbum der Band aus dem niederrheinischen Viersen, auch wenn die Vorschusslorbeeren der britischen Hypemaschinerie NME ( “Germany’s answer to Foals”) so gar nicht beim Charakterisieren des gebotenen, lockerleichten Indiepops zu helfen scheinen.

Anders als beim Foals-Debüt, das die Verspieltheit des Mathrock mit der Zackigkeit von Gang of Four kreuzte, präsentieren Beat! Beat! Beat! auf ihrem Erstling die Bandbreite modernen Gitarrenpops mit gelegentlichen Ausflügen in experimentellere Gefilde, was den Viersener ganz hervorragend zu Gesicht steht. Natürlich überstrahlt beim ersten Hördurchgang immer noch das inzwischen wohl bekannte “Fireworks” seine Songbrüder und doch stehen viele seiner Geschwister dem Überraschungshit der Band in Sachen Leuchtkraft in nichts nach.

Nach dem netten Einstieg mittels des gefälligen “Hard To Cherrish”  geht die erste Single “We Are Waves” eine sprudelnd-chemische Verbindung ein, die man sonst nur aus Mentos-Cola-Experimenten kennt oder wie das britische Magazin mit den drei Buchstaben verlauten lassen würde: huge hit! Wie auf einem guten Mixtape nimmt nun “Graveyard” ein wenig Tempo raus, wobei auch hier die eingängige Melodie Wiedererkennungswert besitzt. “You’re bbbDesigner” ist dann ein absolut herausragendes Stück, da es jegliche Indiepop-Niedlichkeit hintersichlässt und tatsächlich in die Foals-Richtung schielt, Postpunk und Nebelmaschine gleichermaßen bemüht. Großartig, wirklich großartig! Der Titelsong der “Stars EP” rudert dann wieder zurück in seichteres Gewässer und ist immer noch ein solides Liedchen in bester Kooks und Konsorten Manier, dabei auf den Punkt poduziert.

Apropros. Labelchef und Produzent Dennis Schneider (Ex Muff Potter) hat  Beat! Beat! Beat! tatsächlich den Sound auf den oder die Leiber, nun ja,  geschneidert. Ein  Maßanfertigung ist das bereits abgehandelte “Firework” ohnehin, auch wenn die ältete Version des Songs sogar noch ein Stück weit charmanter war. Eine weitere Facette gewinnen die Viersener dem eigenen Sound in “I See It Glisten” ab, das tatsächlich an eine der Lieblingsband der vier Jungs erinnert – The Strokes-, jedoch in einer entschleunigten Variante, was ebenfalls funktioniert.

Einen potentiellen Ohrwurm schenken Beat! Beat! Beat! mit dem abschließenden “Lightheavy Rapture” die Freiheit und das musikalische Getier dürfte noch einige Gehörgänge heimsuchen. Pssst. Der spärlich instrumentierte Hiddentrack ist ebenfalls als gelungen zu bezeichnen und rundet sehr trefflich ab. Alles in allem ist Lightmares ein beeindruckendes Debütalbum geworden, auch wenn man der Band noch ein wenig mehr Mut zu unkonventionellen Elementen wünschen würde, doch da die musizierenden Abiturienten am Anfang einer Entwicklung stehen, kann man diesen Punkt getrost unter den Rezensionsteppich kehren und nur raten: kauft Lightmares. Draft of the season!

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