Kurzgefasst: Belle and Sebastian, Eric Eckhart, Hunger For Distance

12.10.10

bsBelle and SebastianWrite About Love. Achtung, das ist keine Rezension. Die schottischen Schöngeister Belle and Sebastian haben in der vergangenen Woche bereits ihr achtes Studioalbum veröffentlicht und pflegen immer noch einen vor Harmlosigkeit triefenden Twee Pop, der gerade durch ausgezeichnetes Songwriting und trotz der chronischen Abstinenz von Reibungspotenzial den Status der Band als Indiepop-Darlings aufrecht erhalten wird. Obwohl ich selbst bereits mehrere B&S-Alben besitze, weiß ich immer noch nicht so recht, was ich von Stuart Murdoch und seinen Mitstreitern halten soll.

Letztlich genießt die Band einen Kultstatus, vor allem im United Kingdom, den man sicherlich respektieren sollte, doch bereits erste Höreindrücke aus Write About Love nötigen einem nicht gerade die Bereitschaft ab, sich näher mit dem alles in allem niedlichen Gesamtsound des Albums zu beschäftigen und in die sicherlich vorhandene Tiefenstruktur einzudringen. Die vermeintliche Wand des entspannt-gemächlichen Songwritings könnte ebenso die Auftürmung von Langweile und Austauschbarkeit sein. Man lerne: Handwerk und Talent müssen nicht folglich dazu befähigen, die weite Ebene der Mittelmäßigkeit zu verlassen, doch vielleicht ist dies genau die Kunstfertigkeit der schottischen Band, nämlich das eigentlich Geniale in Durchschnittlichkeit zu tarnen. Vielleicht werde ich es nie herausfinden.

Eric EckhartThis Is Where It Starts. Ein Name, wie ein Hammerschlag in eineeer Stahlmanufaktur. Auch ohne klingenden Künstlernamen kann der amerikanische Wahlberliner auf 25 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken und tauchte beispielsweise im Vorprogramm von Broken Social Scene, Fionn Regan oder Ocean Color Scene auf. Ebenfalls auf der Habenseite steht neben reichlich Lebenserfahrung, gehörig Stage Time auch noch eine angenehm warme Stimme, die wunderbar zum zwischen Singer-Songwriter-Kram und sonnigen Rock pendelnden Sound passt. Besonders viel Energie transportiert Eckhart bei den weniger popigen Songs wie “Bring Me Down” oder dem mitreißenden “Better Way”. Nett!

Hunger For Distance – Bremslichtdisko. File Under schrammeliger Indierock, was gar nicht mal negativ gemeint ist. Die 8 Song starke EP rumpelt da, wo sie muss und deswegen passt hier auch endlich mal das Prädhfdikat “Indie” in seiner ursprünglichen Wortbedeutung. Das ist frischer und authentischer (Post-)Proberaumsound, der wohl austariert ist und von einem guten Gespür für Laut-leise-Dynamik zeugt. Natürlich hat das alles mehr Demo- als einen professionellen Charakter, ist zum Teil sehr windschief und entsprechend leicht anstrengend zu hören, doch insgesamt keineswegs substanzlos.

Mit einer besseren Aufnahme und ausgefeilterem Gesang könnte die Band aus Duisburg, Köln und Mülheim  sicher mehr überzeugen, denn Songs wie “Reminiszenz” oder das leicht an Muff Potter erinnerende und absolut gelungene “Luzern (+1)” zeugen von vorhandenem Potenzial. “Das Schwerste ist es nicht, jemanden zu Verlassen, das Schwerste ist es, nicht zurückzukommen.” Wichtig ist es sicherlich, dass die Band nun den Sprung nach vorne schafft, um besagtes Etikett der bemühten Proberaum-Band loszuwerden. Falls dies gelingt, geht hier noch was, doch bis dahin gilt das Prinzip “support your local scene”, denn die EP ist für günstige 4€ (+ Porto) in diesem Geiste zu beziehen.

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3 Responses to Kurzgefasst: Belle and Sebastian, Eric Eckhart, Hunger For Distance

  1. Eric Eckhart on 12.10.10 at 15:01

    Many thanks for your lovely review! I’m glad you enjoyed the album and wish you the very best!! Cheers, Eric

  2. Gavin for Distance on 12.10.10 at 16:53

    Zehn Herzen an euch für die Wahrheit und das Verstehen!

  3. Stimmwunder on 18.01.11 at 13:33

    Danke für die Hinweise. Habe mich mal auf die Suche gemacht und bin teilweise fündig geworden. Hat sich aber gelohnt.

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