Lost in Translation? Vielmehr scheinen Stella auf ihrem vierten und japanischsprachigen Album so richtig fündig geworden zu sein. Augestattet mit dem Willen die bedeutende Nuance anders zu sein, erzeugt das Hamburger Trio um Sängerin Elena Lange einen Gesamtsound, der vollends futuristisch-unterkühlt erscheint und mit Überzeugung Alleinstehungsmerkmale für sich proklamiert.
Relativ minimalistisch arrangiert und doch stets durch überraschende Versatzstücke angereichert, fordert das zuweilen anstrengende Geplucker die Aufmerksamkeit des Hörers heraus und bildet mit dem japanischen Gesang ein sich ergänzendes Gegensatzpaar. Gerade die Vocals Langes bilden das menschlich-warme Element in der sterilen Albuminstallation namens Fukui und doch führen die für den nicht Sprachkundigen kryptischen Texte das Moment der Entfremdung weiter.
Oftmals erwecken Stella auf ihrem neuen Album den Anschein, als wollen sie eine Zukunftsvision musikalisch umsetzen, die eigentlich aus den 80er Jahren stammt und die somit 2010 gleichzeitig anachronistisch und futuristisch zugleich erscheint. Minimal trifft New Wave, Utopie trifft Dystopie. Mit diesem progressiven Ansatz funktioniert Fukui selbstredend eher zur Untermalung einer Vernissage in einer Kunstgalerie als zur Beschallung einer Club-Tanzfläche. Ob man das bisher elektronischste aller Stella-Alben tatsächlich ins Herz schließen kann?
Eine gute und berechtigte Frage, schließlich ist Fukui stets interessant, allerdings nicht primär fesselnd. Wer anspruchsvolle, elektronische Sounds mit unterkühlter Grundstimmung mag und bereit ist, sich in ein Album auch hinein zu graben, sollte den am 27. August erscheinenden Tonträger auf die persönliche Einkaufsliste setzen. Ein wenig Geduld kann – wie beschrieben – sicherlich bei der Albumerschließung nicht schaden und vielleicht versteht man Fukui auch erst morgen oder übermorgen oder überübermorgen…