Ein Honigglas, das man mit voller Wucht an die nächste Wand wirft. Male Bonding klingen so: irgendwie klebrig-süß und dennoch zuweilen wütend. Der Lo-fi-Charme, der ihr ausgezeichnetes Debütalbum kennzeichnet, rückt das Trio in die Nähe der Durchstarter Surfer Blood und doch scheint die Sub Pop Entdeckung doch eher einem kleineren Kreis von Connoisseuren vorbehalten zu sein. Die Band aus Großbritannien hat ihr aktuelles Album “Nothing Hurts” bereits im Mai veröffentlicht und dennoch lohnt sich ein erneuter Blick auf dieses Release und dessen Urheber.
Male Bonding klingen authentisch, was im besten Fall bedeutet, dass sie die junge und zutiefst talentierte Band aus dem Proberaumbunker an der Ecke sein könnten. Ein wenig ungeschliffen, aber eben unbekümmert und mit dem instinktiven und untrüglichen Gespür für das ausgestattet, was sie eben tun und was obendrein als so richtig erscheint.
Und so rumpeln und schraddeln sich die Drei durch ihre energetischen Gitarrenpopentwürfe, streifen dabei Surf und Garagenrock und sind dennoch weit entfernt von hipper Indierockigkeit. Zudem gibt es ein wenig 80er-Atmosphäre und Shoegaze-Beschaulichkeit (“Franklin”), es dominieren jedoch die unprätentiösen Vorwärtsdränger in ihrer Dilettantenverkleidung. Bei allen 13 Stücken bewegen sich Male Bonding souverän zwischen Demotape und Kunstdiplom und “Nothing Hurts” ist dabei wahnsinnig unterhaltsam und kurzweilig. Also einfach mal das Sommerloch mit Frühjahrsplatten stopfen. Es funktioniert.
Free Downloads:
Passend zum Bandnamen ist das Video zu “Year’s not long”: http://vimeo.com/11645745
Und hinter diesem Link – http://www.seancarnage.com/2010/07/01/new-carnage-video-male-bonding-behind-the-scenes-with-director-vice-cooler/ – verbirgt sich ein interessantes Interview mit dem Regisseur Vice Cooler sowie ein “behind the scenes”, wo Cooler vom Aussehn her ein bisschen an Zed aus dem Film Police Academy erinnert.