Hector, Manolo & Soffy O.: Life’s A Soap
Vier Jahre hat es gedauert bis Soffy O mit „Life’s A Soap“ nun ihren dritten Langspieler auf den Markt wirft. Diesmal betritt sie das musikalische Feld jedoch weder alleine noch tritt sie gegen Toktok an, sondern verbündet sich mit Hector de Guerre (Nom de Guerre) und Manne Svensson aka Manolo (The Flare-Up!).
„Life’s A Soap“ ist ein gemächliches Elektropop Album, bei dem es sich mit wenigen Außnahmen inhaltlich - wie der Titel schon verrät – alles um Beziehungsprobleme, Intrigen, gebrochene Herzen, Stolz und emotionale Dilemma handelt. Eben alle melodramatischen Topics einer waschechten Seifenoper. Tja, so ist das Leben nun mal. Ist ja auch nicht so als seien Seifenopern die einzigen Formate, die solches thematisieren. Allerdings tragen sie dabei oftmals mehr als nur dick auf: die Inszenierung setzt größtenteils auf Posen, Phrasen und allem voran Klischees. Trotz altbekannter musikalischer Motive und einem Hang zu epischen Melodien, habe ich bei „Life’s A Soap“ nicht unbedingt das Gefühl das Dreiergespann würde zu dick auftragen. Und fällt etwas doch zu groß in Szene, wird es durch ein Augenzwinkern relativiert.
Erstaunlicher und gleichermaßen bedauerlicher Weise erschließt sich mir auch auf der Rezeptionsebene ein Zusammenhang zwischen Seifenopern und „Life’s A Soap“: ich nehme zwar wahr und begreife das Gemeinte, doch es berührt mich nicht wirklich.
Es fällt mir schwer zu benennen, was diesen Effekt ausmacht. Vielleicht ist es der eigenartige Klang, der zwar gut produziert ist, aber dennoch ein wenig dumpf, mit zu wenig Wucht daher kommt. Vielleicht sind es aber auch die dumpfen Texte, die aus der Feder eines 15 jährigen Jugendlichen hätten stammen können, dessen Englisch zwar nicht seine Muttersprache ist, der aber dennoch sein Inneres - verpackt in englischsprachigen Songs - nach außen kehren will. Wobei, seit wann sind denn „gute“ Texte (was auch immer das heißen mag) Impulse für Affekte?
Nichtsdestotrotz ist „Life’s A Soap“ ein durchaus solides und unterhaltsames Album, das einige Glanzstücke birgt. Höhepunkte sind zum Beispiel die pompöse Tanznummer „A New Embrace“ oder der Song „Progress“, der das Unheimliche eines futurischen Stummfilms an sich hat. Überzeugend ist auch „Why You’re Weeping“, wo unter der sonoren Stimme von Soffy O computerspielartige Sounds lauern.
Vielleicht ist „Life’s A Soap“ einer dieser Platten, die eine Vielzahl an Hördurchgängen braucht um an Hörgenuss zu reifen. Vielleicht ist es letztendlich auch einfach nur Geschmackssache. (VÖ: 16. Juli 2010 Snowhite)


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