Villagers: Schakalwerdung

06.07.10

villagers2Bei Musik mit irischer Provenienz spuckt der mit Assoziationsvisualisierung vertraute einarmige Bandit drei Mal das gleiche Symbol aus: ein stark behaarter Bizeps der aus einem Karohemd hervor lugt, ein randvolles Guiness-Glas und eine Wandergitarre. Bei Villagers aus Dublin hat man es jedoch vielmehr mit entrücktem, nachdenklichem Indiefolk zu tun, der den zerbrechlich wirkenden frühen Alben der Bright Eyes relativ nahe steht.

Hinter Villagers steht primär Conor O’Brien, der mit seiner vorherigen Band The Immediate die irische Indieszene mit avantgardistischer Note vorübergehend elektrisiert hatte. Die an den Instrumenten rotierende Band zerbrach im Mai 2007 aufgrund “existenzieller Differenzen” in ihre Einzelteile, so dass O’Brien ein neues Medium zwecks musikalischem Output finden musste. Anfangs allein mittels Akkustikgitarre den neuen Weg beschreitend, hat der blasse Dubliner inzwischen unter dem Namen Villagers erneut fähige Musiker, respektive Freunde um sich gescharrt.

villagers1Das Debütalbum der fünf Männer wurde auf Domino Records veröffentlicht, was der Band um O’Brien wohl als Sprungbrett in die Hörergunst dienen sollte. Im August wird Villagers auch das deutsche Indiepublikum via Festivalbühne (Haldern Pop) abholen und ins abgelegene Dörfchen namens “Becoming A Jackal” mitnehmen und all die kleinen, skurrilen Songbauten zur Schau stellen, die Architekt O’Brien zwar in aller Bescheidenheit, jedoch mit höchstem Anspruch an sich selbst entworfen hat.

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