BLK JKS: Zol!

09.06.10

blk-jks_zolSeit Wochen schon häufen sich die Indikatoren, die einem vermitteln: bald ist es soweit – die Fußball WM beginnt. Sei es durch unglücklich formulierte Moderationen in Radio und Fernsehen oder durch nicht minder missglückte Werbe- und Marketingkampanien wie die Umbenennung der Airwaves Kaugummis Passionfruit Menthol in „Gelbe Karte“. Dass die neue BLK JKS EP „Zol!“ zu einem dieser Indikationen werden könnte, ist mehr als nur bedauerlich.

Der Titeltrack beginnt mit einer beschwingt melodiösen Bassline, begleitet durch einen heiteren tanzbaren Rhythmus. Die Gitarre setzt dabei kleine spielerische Akzente. Alles schreit gerade zu nach Leichtigkeit und guter Laune. Wohlwissend, dass die vier Jungs aus Südafrika kommen, überkommt mich ein mulmiges Gefühl. Kombiniere: fröhlich zugängliche Musik + aufsteigende Rockband aus Südafrika = WM-Song. Nachdem der mehrstimmige Call and Response Gesang mit Zeilen wie „Zol after Score“ oder „I Can roll and shoot at the same time“ einsetzt, ist die letzte Hoffnung auf einen Irrtum endgültig ausgeschlossen. Verbunden mit der Tatsache, dass BLK JKS nun auch bei dem Eröffnungskonzert der diesjährigen Fußball WM spielen sollen, scheint „Zol“ wirklich so etwas wie der Versuch eines inoffiziellen WM-Songs zu sein. Mit Hit-Charakter, selbstverständlich.

Zugegeben der Schock sitzt tief, doch BLK JKS reichen einem die Hand und schlagen mit Songs wie „Bogobe“, „Paradise“ und „Iietys“ einen Versöhnungston an.

In „Bogobe“ bettet sich das fast schon hypnotisch wirkende Gitarrenzupfmuster in eine Geräuschkulisse aus seichten Hallgeräuschen und wird von dem zaghaft fragmentarischen Spiel der Leadgitarre umworben. Immer wieder wird das ganze von Bass und Gesang überlagert bis dann nach über der Hälfte des Liedes das Schlagzeug einsetzt um die Transformation einzuleiten: „Bagobe“ verwandelt sich in eine wunderbare einfühlsame Ballade.

Auch in „Iiertys“ überzeugen BLK JKS durch ihr fein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel. Während das Schlagzeug konstant einen Uptempo-Rhythmus vorgibt, wird dieser durch den melodiösen Refrain scheinbar gehemmt. Wobei der meist tiefe, aber stets anmutige Gesang gepaart mit einem bedrohlich wirkenden Bassspiel eine verlockende, dunkle Atmosphäre kreiert.

Über einem schweren Glamrockriff erklingen die Zeilen „Open your eyes and welcome to paradise“. Auch hier kommt diese latent düstere Stimmung zum Tragen, die dem Sound der BLK JKS so eigen ist. Am meisten begeistert „Paradise“ jedoch durch seine antreibenden und äußerst raffinierten Tempiwechsel.

Allerspätestens hier hat man BLK JKS wieder ins Herz geschlossen. Sei ihnen der kleine Ausflug in die Fußballmarketingmaschinerie verziehen und der Titeltack vergessen. Dann ist „Zol!“ eine sehr empfehlenswerte EP. (VÖ: 8. Juni 2010)

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One Response to BLK JKS: Zol!

  1. Zola on 09.06.10 at 23:08

    Hui, der Titelsong ist wirklich fies!
    http://www.youtube.com/watch?v=Y8PPBYO6qVc

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