Frittenbude: Katzengold

24.05.10

katzengoldSie thronen wieder obenauf und reiten die wahnwitzige Riesenwelle ohne Rücksicht auf Folgeschäden für Körperhülle oder den neuronalen Wackelpeter namens Hürn, zeigen auf, dass das Electropunk-Ding auch 2010 noch durchaus Strahlkraft besitzen kann. Nebensächlich, dass Frittenbude sich erstmalig an einer vorhandenen Erwartungshaltung orientieren mussten, denn im Umkehrschluss kann man dem “Katzengold” attestieren, dass es gar weniger bemüht anmutet als manche Minuten auf “Nachtigall”. Die oft in ihren Texten anzutreffende persönliche Entfesselung scheint endgültig zur Bandmaxime geworden zu sein, denn die neuen Songs haben sich freigestrampelt von allen Vergleichsmaßstäben und Plagiatsvorwürfen, wirken entsprechend losgelöst, regelrecht entschlackt und vibrieren ganz und gar vor lauter eigendynamischen Trademarks. “Potential abgerufen”, könnten die Dellings und Netzers der Blogosphäre im Brustton der Überzeugung analysieren. Und Recht behalten.

Konsequent hart  und trotzdem hitig geht es auf “Katzengold” zu, so dass die Festivalkids im Sommer neue Hymnen zwecks Austickübungen geliefert bekommen. “Unkenrufe” wäre anbei zu nennen. Nicht alles fängt sofort Feuer, wobei man den Blick für die Zielgruppe nicht unberücksichtigt lassen sollte und dennoch muss man nicht “jung und abgefuckt” sein, um einen Knüllertrack wie “Ob es reicht, sie zu finden” gautieren zu können. Ohwürmchen gefällig? Einfach mal “Ein Mensch rennt” reinfahren.Den Bollerbeat-Appetit wird auch “Fetter als Gelb” anregen, das prädestiniert scheint, in engen Kellerklubs den Kondenswasserregen vom Tröpfelniveau auf die Sturzbach-Ebene zu hieven. Frittenbude haben definitiv das für sie bestmögliche Album aufgenommen. Nicht viel mehr, aber auch ganz bestimmt nicht weniger. An dieser Stelle sei noch auf die in der limitierten Version beigefügten Remix-CD verwiesen, die von “Raveland”, über die “Zerkau Deinen Knebel”-Version von “Matador” bis zum Indiefresse-Remix von “Raven gegen Deutschland” die Re-work Perlen der letzten Jahre des Audiolith-Universums zusammenfasst und entsprechend lohnt.

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