Danko Jones – Below The Belt

11.05.10

djonesZwinkert das eine Auge? – der Titel des Albums steht breitbeinig zwischen Sachbeschreibung und ironischer Note. Alles neu auf “Below The Belt” und es klingt wie immer im Hause Danko Jones, schließlich weiß man inzwischen, was man an dem Kanadier mit der auffälligen Zunge entweder mag oder eben nicht. Das ganz in Schwarz gekleidete Trio mit dem namensgebenden Frontmann bietet auch im fünften Anlauf hechelnde Rockköter, die nicht nur laut bellen, sondern gelegentlich auch noch zubeißen. Dabei setzt sich sich die Entwicklung fort, die bereits nach dem quasi-Debüt, der Compilation “I’m Alive And On Fire”, einsetzte und spätestens nach dem ersten regulären Studiorelease “Born A Lion” stärker spürbar wurde, nämlich die Annäherung vom Garagenrock hin zu der stiefmütterlich behandelten Kategorisierung Hardrock. Auf “Below The Belt” ist der Schweinrock alter Tage durchaus noch präsent, doch der melodisch-prollig auftretende Hardrock gibt den Vorarbeiter, denn Danko Jones arbeitet immer noch ehrlich auf der Rockklischee-Baustelle. Ohne Helm und mit dicker Lippe.

“Had Enough” zieht die Aufmerksamkeit auf sich, wird dann aber vom Highspeed-Kracher “(I can’t handle) Moderation” überholt und allein diese Songfolge verdeutlicht das Albumprinzip: stufenweise raufschalten und den Bleifuß immer mal durchdrücken. Überflüssig erscheint vielleicht “Tonight is fine”, das in verschiedenen Variationen auf jedem Danko Jones Album zu finden ist, die Blaupause des groovenden Machorockers wurde einfach zu oft schon von Mr. Jones nachgezeichnet. Trademark, könnte man brüllen, aber auch Selbstplagiat. Dann doch lieber so geifernde Bluesbestien wie “The Sore Loser”. Schmerzfrei kommt man dennoch nicht unter der Gürtellinie wieder weg, denn für peinliche Nummern wie “Like Dynamite” braucht man schon einige Promille im Blut, um sich nicht fremdzuschämen. Aber “Apology Accepted”, denn der gleichnamige Song rückt das schief hängende Bild sogleich wieder gerade – ein gemeiner, versiert vorgetragener Beweis, dass Danko Jones trotz mancher Klischeefallen in seinem Metier eine Autorität ist und man sich der Band nicht gänzlich entziehen kann. Ihr bestes Album ist “Below the belt” allerdings keineswegs geworden.

Danko Jones – Below The Belt (VÖ 14. Mai 2010, Bad Taste Records)

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2 Responses to Danko Jones – Below The Belt

  1. Tomas on 04.06.10 at 10:44

    Ich persönlich finde das neue Danko Jones Album sehr gut gelungen und im Gesamtbild auch sehr ausgewogen. Natürlich befinden sich unter den Songs ein paar schwarze Schafe, die nicht ganz mit dem Rest der Platte mithalten können. Nach dem eher schwachen “Never too loud” finde ich dieses Album allerdings wirklich erstklassig!

  2. Jan on 04.06.10 at 12:35

    Da sind wir uns relativ einig, allerdings sollte die wirklich schwache “Never too loud” keineswegs Vergleichsmaßstab sein. Die Frage ist natürlich, wieviele Platten man in diesem Stil aufnehmen kann, ohne als AC/DC-Selbstkarikatur zu enden. Beste Grüße

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