Eine reine Throwback-Platte ist es nicht geworden, auch wenn vieles beim neuen Cypress Hill Release an die Glanztaten des Westcoast-Raps erinnert. Dennoch ist “Rise Up” keine reine Nostalgieangelegenheit, dafür wirken die Tracks von B-Real, Sen Dog, DJ Muggs und Percussion-Experte Bobo viel zu frisch und unverbraucht. Zwischen Kifferklischee und Gangsterglorie sind Cypress Hill immer noch State of Art, auch wenn manches den Skipfinger reizt. Die Nicht-Vinyl-Falle schnappt quasi zu. Doch gerade die beiden Songs mit Tom Morello (Rage Against The Machine) besitzen gehörige Sprengkraft und die funky Detonation hat appellativen Charakter a là “Jump Around”. Wobei man schon gleich bei Everlast wäre. Nicht ganz so gelungen wie das B-Real Feature auf dem La Coka Nostra Album ist die Revance von Mr. White bei “Take My Pain”, auch wenn der Track schön neunzigermäßig abrumpelt.
Hängenbleiben wird mit Sicherheit das exquisite “Get It Anyway”, weil es, was Eingängigkeit anbelangt, an den richtigen Schrauben dreht und gleichsam nach vorne geht. “Pass The Dutch” ist trotz der abgeaschten Dope-Thematik gefällig und wird in der Gunst des Hörers dennoch von tiefergelegten Bangern wie “Get ‘em up” abgelöst. In der illustren Gästerunde fällt allerdings das Feature mit Daron Malakian, bekannt von System Of A Down, völlig raus. Das wirkt ein wenig, wie eine peinliche Erinnerung an schlimme New Metal Tage. Dann lieber das melancholische “Carry Me Away” mit dem Linkin Park MC Mike Shinoda am Mic, auch wenn dessen Hauptband ja überhaupt nicht klar geht. Dass Pitbull und Marc Anthony (ja, genau der!) im abschließenden “Armada Latin” zum Zuge kommen, verwässert einen insgesamt recht guten Eindruck von “Rise Up”. Willkommen zurück in der Spur, Zypressenhügel.