Badly Drawn Boy: Mr. Soundtrack?

3. Mai 2010, von jan

bdb-ostEs gibt nicht wenige Leute, die behaupten, dass der “About A Boy”-Soundtrack das beste Output des Mannes mit der Strickmütze darstellt, was eine gewisse pikante Note beinhaltet, schließlich wollte Badly Drawn Boy seinerzeit die Filmmusik gar nicht als eigentliches Album verortet wissen. Falsche Bescheidenheit oder doch nur eine weitere schrullige Anekdote des kauzigen Briten? In jedem Fall hat sich seit besagtem O.S.T von 2002 einiges getan und Damon Gough, wie der BDB mit bürgerlichem Namen gerufen wird, hat seit dem mit seinen Veröffentlichungen nicht nur begeistern können.

Vielmehr haben “Have You Fed The Fish?” aus dem selben Jahr, “One Plus One Is One” (2004) und “Born In The U.K.” (2006) vielerorts für Lange Gesichter gesorgt und immer stärker polarisierende Wirkung entwickelt. Dieser Eindruck wurde keineswegs durch die kruden Konzertmomente erhellt, die der passionierte Barträger sein Publikum immer mal wieder erleben lässt.

Seit “Born In The U.K.” sind nun bereits einige Jahre ins Land gezogen und bezeichnender Weise handelt es sich beim aktuellen Lebenszeichen des Badly Drawn Boy, die Veröffentlichung von “Is There Nothing We Could Do?” am 21. Mai 2010, ausgerechnet wieder um einen Soundtrack. Die musikalische Standortbestimmung Damon Goughs, welche sich in 15 neuen Studiosongs äußert, wurde durch den britischen TV-Film “The Fattest Man In Britain” inspiriert und dient diesem eben als Soundtrack. Das Album ist übrigens bereits im Dezember des letzten Jahres in Großbritannien erschienen und nun wird auch der hiesige Markt erschlossen.

Allein aus ökonomischer Sicht wird es wohl nicht einfach werden, einen Soundtrack zu einem hier unbekannten Film zu vermarkten und die ersten Höreindrücke halten dem nicht zu vermeidenen Vergleich mit der musikalischen Untermalung der Nick Hornby Verfilmung aus dem Jahre 2002 auch nicht wirklich stand. War der “About A Boy”-Soundtrack eine geniale Mischung aus einfühlsamen Songgroßtaten und passenden, außergewöhnlichen Score-Sequenzen, so zeigt “Is There Nothing We Could Do?” Badly Drawn Boy ausschließlich von seiner Empathischer-Songwriter-Seite. Ob man das wirklich braucht oder nicht bzw. von ihm noch braucht, muss wohl ohnehin jeder für sich selbst entscheiden. Ob Badly Drawn Boy verlorene Sympathien zurückgewinnen kann, wird sich entsprechend nur im Einzelfall entscheiden können. Stückwerk!

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