Erik Penny: Schlaglichtpop

22.03.10

bendImaginäre Feuerzeugflammen züngeln in der lauwarmen Albumnacht namens “Bend”, dem neuen Longplayer von Erik Penny. Der in Berlin lebende und aus den USA stammende Singer-Songwriter  steht für eingängigen folkPOP, der traditionell geprägt erscheint und stets in Richtung Kitsch zu Kippen droht und dennoch nicht fällt. Penny behält mittels der ihm eigenen, warm-durchdringenden Stimme die volle Kontrolle über die 12 Seelentröstern von Songs. In den besten Momenten auf “Bend” nähert sich der Wahlberliner aus Potsdam, New York der Intensität eines Elliot Smith an (“Cherry”), was referenztechnisch sicher nicht zum Nachteil gereicht. Dennoch hat der Vergleich links ein Holzbein und rechts einen Klumpfuß, da Penny statt einer brüchig-gequälten Stimme à la Smith mit vollem und selbstbewusst sicheren Gesang zu überzeugen weiß. Zudem sind die hier zu besprechenen Lieder wesentlich positiver und energetischer, wie beispielsweise “Side of the road” idealtypisch zu beweisen scheint. Besagter Song funktioniert zwar als solcher ganz hervorragend, dürfte aber auch als Soap-Soundtrack oder im Adultpop-Radio der Hausfrauenliga funktionieren.

Das ist gar nicht so abwertend gemeint, wie es sich vielleicht liest, sondern soll lediglich verdeutlichen, in welche Richtung der Hase namens Erik läuft. Nicht von ungefähr agiert Penny in der unmittelbaren Zukunft als Support für Ronan Keating. Man, man, man…! Insgesamt ist das Album, übrigens von Simon Fontzeck (Sir Simon Battle/ Tomte) coproduziert, bis ins Detail austariert und überzeugt auch was angemessene Instrumentierung anbelangt, beispielsweise das stimmungsvolle und doch dezente Cello im Titelsong (“Bend”). Stark ist auch “Say you’re crazy”, bei dem Erik Penny im puristischem Arrangement an die Nackenhaare appelliert, sich doch bitte aufzustellen, was entsprechender Weise als gelungener Rausschmeißer figuriert. Fazit? Durch und durch ein  Album mit einigen einprägsamen Hängenbleibern wie “Honey Please”, das (mir) insgesamt  beinahe zu professionell geraten ist und mehr Stadionflutlicht als Lagerfeuergeflacker ist.

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