BRMC: Beat The Devil’s Tattoo

18.03.10

brmcKetzer! Wer mit dem Debütalbum vom Black Rebel Motorcycle Club im Jahre 2001 nichts anfangen konnte, wurde wieder in die Rock ‘n’ Roll Grundschule zwangsversetzt. Nach 2 Jahren Lederjackenhegemonie knüpfte “Take Them On, On Your Own” am staubtrockenen Erfolgskonzept der Band aus San Francisco an, während der BRMC nachfolgender Weise immer stärker polarisieren sollte. “Howl” negierte den gefälligen Bluespunk der frühen Tage zugunsten von Folk und Americana, was so manche Erwartungshaltung enttäuschen sollte, während der harte Kern der Fanbasis weiterhin das Trio frenetisch bejubelte. 2007 erwies sich “Baby 81″ als Durchgangsalbum und irgendwie passte es ins Bild, dass der langjährige Schlagzeuger Nick Jago nicht ganz freiwillig Lederjacke und Sonnenbrille am Eingang des Proberaums abgeben musste. Ausgedrumt quasi. Mittlerweile hat sich Leah Shapiro am verwaisten Schlagzeug festgespielt und musikalisch schließt sich mit “Beat The Devil’s Tattoo” 2010 der Kreis bis hin zu den Anfangstagen der Band, auch wenn der energetische Overkill inzwischen ausbleibt.

Verzerrtes Feedback, umherwirbelnder Staub und breitbeinige Pose so kennt und liebt man den Black Rebel Motorcycle Club und der neue Longplayer “Beat The Devil’s Tattoo” umschmeichelt diese Vorstellung in gelungener Manier, mit wenigen Abstrichen. Nach dem furiosen Auftakt in Form des psychedelischen Openers und dem neuen BRMCstandard im Live-Repertoire “Conscience Killer” drosselt “Bad Blood” das Tempo in charmanter Weise, bevor “War Machine” dreckigen Groove in Deluxe-Ausführung offeriert. “Sweet Feeling” schielt dann in Richtung Singer-Songwriter Gefilde und kann dabei nur bedingt begeistern. “Mama Taugt Me Better” bringt Melodie und Knarzoffensive in Einklang, auch wenn langsam Langeweile aufzukommen droht, was der Sohn eines Bluesbastards “River Styx” zu verhindern weiß. Nach erneut akustischem Zwischenspiel wird “Aya” dann so richtig düster und die jeweilige Länge der Songs stetig zunimmt, im 10 Minuten und 18 Sekunden Songepos “Half-State” ausufernd. Für Neuentdecker  ist  “Beat The Devil’s Tattoo” dennoch nur bedingt und Freunden der ausschließlich ersten Alben mit gerecktem Zeigefinger zu empfehlen, da die Hemmschwelle zum Skippen zuweilen gering ist. Man muss schon ein wenig Geduld aufbringen, um mit den Songs so wirklich warm zu werden, was dann hoffentlich auch gelingen mag. Letztlich bleibt doch alles beim Alten: der BRMC macht weiter sein Ding und das Ergebnis ist hoch ambitioniert, wird allerdings nicht immer dem eigenen Anspruch gerecht.

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