Buch: Christoph Lampert – We Call It Punk

06.12.09

we-call-it-punkIm Grunde gibt es nichts nervigeres als die zig Hobbyfotografen, die eine Konzertatmosphäre mit ihren vielmals stümperhaften Versuchen, auch nur ein einziges, vernünftiges Bild zu schießen, beinahe ruinieren. Andererseits gelingt es einem gekonnten Schnappschuss durchaus oder zumindest ansatzweise die spezielle Energie einer Live-Perfomance für die Nachwelt einzufangen. Christopf Lampert gehört mit Sicherheit zu den Fotografen, die von genannten Glücksfällen oftmals heimgesucht wurden, schließlich ist er seit 20 Jahren für verschiedene Fanzines (Kabeljau, ZAP, 3rd Generation Nation, mittlerweile fürs Ox) auf Punkkonzerten unterwegs, um diese in Bildern zu dokumentieren. Der erschienene Fotoband “We Call It Punk” veranschaulicht  in knapp 150 Bildern und auf 180 Seiten die Arbeit Lamperts, wobei dies einen Querschnitt aus besagten zwei Dekaden der Bildberichterstattung darstellt. Die Fotografien sind zum Teil in schwarz-weiß und zum Teil in Farbe gehalten, was die Authenzität der älteren Aufnahmen unterstreicht. Es gibt in entsprechender Weise eine Einteilung in klassische und digitale Aufnahmen.

Insgesamt 77 Bands hat Lampert vor die Linse bekommen bzw. für den Fotobildband ausgewählt, doch damit nicht genug, denn zu jeder Band gibt es auch eine entsprechende, von Zeitzeugen verfasste Story. Als spezielles Gimmick gehört zu der auf 444 Exemplare limitierten Hardcover-Publikation eine Vinyl-Single, die exklusive Songs von Pascow, Samiam, Soulside und The Vernon Walters beeinhaltet. Wenn das mal nicht etwas für den Gabentisch ist (nicht sehr punkrock-mäßig, ich weiß). Zu den fotografierten Bands gehören verschiedene Genre-Schwergewichte (wie  Bad Religion, Ignite, Nirvana, The Business, Die Ärzte, Fugazi, Samiam, Good Riddance, Turbo Ac’s, Youth of Today, Anti-Flag und viele, viele mehr), wobei auch der Blick über den Tellerrand gegeben ist, schließlich haben auch viele Postpunk-, Alternative-, etc. Kombos den Weg in den Band gefunden. Vor Art Brut über The Rifles und The Thermals bis zu The Gaslight Anthem sind es auch aktuelle Indie-Lieblinge, denen Lampert in seinem Buch Platz einräumt. Besonderer Fokus liegt sicher auch auf der einheimischen Szene, wie Bilder und Stories zu EA80, The Bottrops, Boxhamsters, Dackelblut, Dritte Wahl, Spermbirds, Turbostaat oder ZSK beispielsweise belegen.

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One Response to Buch: Christoph Lampert – We Call It Punk

  1. [...] Weiterlesen auf http://www.alles-ist-pop.de [...]

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