Kokomo: Postrock in Selbstorganisation

02.11.09

kokomoSelbermachen. Gerade der Drang zum D.I.Y. (Do it yourself) macht Sub- und Gegenkulturen seit mehr als 30 Jahren so spannend und attraktiv. Die Duisburger Postrock-Band Kokomo dokumentiert mit ihrer anstehenden CD-Veröffentlichung nicht allein die Liebe zu instrumentaler Musik, sondern unterstreicht ebenfalls, dass Selbstorganisation auch oder gerade in einer automatisierten Wegwerfgesellschaft von besonderer Bedeutung sein kann. Kokomo haben ihr erstes Album “Matterhorn Bob and the black fair” nicht nur in Eigenregie aufgenommen, sondern gestalten auch das Design selbst, doch damit nicht genug. Alle Fäden laufen zusammen, wenn die Band-Mitglieder zudem noch die Hülle selbst drucken und das Ergebnis  durch handverlesene Bastelarbeit jeweils zum Unikat werden lassen. Das Produkt menschelt, könnte man sagen. Kokomo zelebrieren die Veröffentlichung  vom zunächst auf 200 Exemplare limitierten Album  “Matterhorn Bob and the black fair” mit einem Konzert in angemessener Atmosphäre am 12. November im Djäzz.

Instrumentaler Postrock verlangt musikalische Fertigkeit und das Tobias, Benjamin, Rene and Oliver diese besitzen, bewiesen sie in der Vergangenheit schon allein durch geteilte Bühnen mit Junius, This Will Destroy You, Caspian oder auch God is an Astronaut. Gute Einblicke in ihren versiert-dynamischen Laut-Leise-Sound bieten kokomo-bandsich aber auch auf der Myspace-Seite der Band. Nachdem Kokomo, die Band existiert nun seit eineinhalb Jahren, bereits quer durch Deutschland getourt und in Österreich aufgetreten sind, werden die vier Duisburger auf der anstehenden Tour ihren neuen Tonträger auch in Frankreich und England präsentieren können. Nicht nur von ihrer Musik getrieben, sondern offenbar auch von der Reiselust ergriffen, ist zudem für April 2010 eine Europa-Tour in Vorbereitung, die Kokomo bis nach Istanbul bringen wird.

Zunächst halten die Jungs aber erst noch in Duisburg die Postrock-Fahne hoch und daher sollten alle Freunde progressiver Gitarrensounds und aufgebrochener Songstrukturen am 12. im Djäzz vorbeischauen und mit der Band CD-Release feiern. Die “Matterhorn Bob and the black fair”-CD wird übrigens 5, höchstens 6 Euro kosten und das ist bei all der aufgebrachten Leidenschaft ihrer Urheber doch ein sehr geringer Preis, zumal die mitreißende Musik des Tonträgers bei aller detailverliebten Aufmachung nicht unterschlagen werden sollte.

Kokomo CD-Release “Matterhorn Bob and the black fair” am 12. November im Djäzz (Duisburg). Ab 21 Uhr und 4 Euro Eintritt.

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