Das erste, was man vom schlicht mit “Songs” betitelten Album hört, ist eine beinahe wehmütig in die Stille schneidende Mundharmonika und dies erweist sich als präfigurativ für die folgenden 47 Minuten mit durchaus hoher emotionaler Dichte. Was Cody aus Dänemark dem geneigten Zuhörer präsentieren, ist eine überzeugende Mixtur aus Folk, Alternative Country und anderen der populären Musik entstammenden Versatzstücken. Mit der bereits angesprochenen Wehmut sei breits die Grundstimmung der “Songs” angemessen umschrieben, doch stets ist es Zuversicht und Hoffnung, die den Liedern der Dänen den sprichwörtlichen Stempel aufdrückt. Das äußert sich zwar oft nur im Detail, aber dann in so wunderbaren Liedern wie “Down in the Dark”.
Eines der am häufigsten in Musik betreffende Rezensionen vorkommenden Kriterien ist das Schlagwort Intensität und trotz des inflationären Gebrauchs dieses Wortes, erweist es sich auch im Falle von Cody nicht als reine Worthülse. Dabei sind es gerade die auf den ersten Blick simplen Songs wie “I want you”, die zielsicher in der Mitte zwischen Bauch und Kopf berühren. Die sechs Bandmitglieder von Cody überzeugen trotz manchen Songs ohne ersichtlichen Spannungsbogen mit ihrem Entwurf von abwechslungsreicher Musik irgendwo zwischen Folk und Country.
Die zum Teil aufwendigen instrumentalen Arrangements verbieten allerdings eine Reduzierung auf einzelne genannte Genres, obwohl gerade die zurückgenommenen Songs wie “Catch the Straw” eine solche Charakterisierung nahelegen würden, zumal dies die stärksten Momente auf “Songs” sind. Bis an die oft ikonisierten Altmeister des Alternative Country wie Bonnie ‘Prince’ Billy, mit dem Cody sich bereits die Bühne teilten, reicht es für die in ihrer Heimat schon recht bekannten Dänen nicht heran, doch wer besagte Musikstile und ähnliche Künstler mag, der kann sich ganz bedenkenlos mit “Songs” arrangieren. Die Belohnung erfolgt in Form von Nackenhaar stimulierende Werke wie das Album schließende “Your Window”. Album out now!