Baconflex sind bis an die Zähne mit Synthesizer bewaffnet und warten nur darauf die Disco zu annektieren. Die Skandinavierer machen keinen Hehl daraus, dass ih
r Sound in Richtung Tanzfläche schielt, auch wenn man nicht unbedingt eine Nebelmaschine daheim braucht, um dem Album “Stereo Commander Luxus” Positives abzugewinnen.
Die Band um Sängerin Lady Fox bietet aber dennoch in erster Linie Gebrauchsmusik, der ein wenig die Seele abgeht, obwohl Songs wie “Zero Can’t Die” oder “Catch me” Ohrwurmpotential nicht abzusprechen ist. Natürlich kann man fragen, wieviel Tiefgang man von dieser Musikrichtung überhaupt erwarten darf und dennoch. Manchmal würde man sich etwas weniger Lady Gaga (fieser Vergleich, sorry!) und mehr La Roux oder ähnliches wünschen. Handwerklich ist das alles als einwandfrei zu bezeichnen, was die Band mit den verspulten Künstlernamen wie Silverfoxdancer, Disco Papa, The Intruder und der bereits erwähnten Sängerin mit ihrem Zweitwerk in den (Tanz-)Raum stellt. Gerade Songs wie die erste Single “Jupiter Boy” gehören aber eher in die Großraumdisco als in den Indieclub. Dass die Band auch anders kann, zeigt sich an leicht aus dem Rahmen fallende Tracks wie “The Foxhunt” oder “Shadow Beach”.
Wer jedoch funky, leicht sterile Dancemusic mit einer kleinen Prise Punk-Attitüde vorbehaltlos mag, der ist bei Baconflex sicher an der richtigen Adresse. Der Indienerd oder Electrofan sollte hier vorsichtig sein und sich ein eigenes Bild machen. Dass die Dänen auch hierzulande ihre Freunde finden werden, ist unbestreitbar und auch gut so. Trotzdem höre ich jetzt lieber erstmal das aktuelle Zoot Woman Album.