Audiolith Records steht seit Jahren für gesäßtretende (elektronische) Musik ohne Grenzen, und da so Pi mal Daumen
das fünzigste Release fällig war, sollte dies gebührend zelebriert werden. Da liegt es doch auf der Hand, eine Compilation zusammenzuschrauben, an der die gesamte Labelpossy beteiligt ist. So ein richtig geniales Teil mit exklusivem Kram und ordentlich Value für die Moneten. Et voilà: Doin’ Our Thing. Anlässlich der Veröffentlichung hat Labelchef Lars a.k.a. Das Audiolith einige Fragen beantwortet und plaudert dabei ein wenig aus dem Nähkästchen in Bezug auf zukünftigen Output, denn die Erfolgsgeschichte Audiolith wird sicher fleißig weiter gestrickt. Weil der Sampler so ein dickes Ding geworden ist, folgt nach dem Inter- noch ein Review, und jetzt ab mit der Tür ins Haus.
Doin’ Our Thing – besser und kompakter hätte man die Labelphilosophie kaum zusammenfassen können und anlässlich des 50. Release hat Audiolith ein richtig üppiges Paket geschnürt. Was bekommt man denn für sein Geld?
Achtzehn exclusiv für diesen Sampler aufgenommen Lieder und eine DVD mit 27 Videos der letzten Jahre. Sozusagen einmal Rundumschlag. Status Quo 2009 bei Audiolith. Außerdem sind einige Kollaborationen zu hören wie zB. Frittenbude & Egotronic oder Der Tante Renate & M T Dancefloor.
Erfreulicherweise ist “Doin’ Our Thing” nicht einfach eine Retrospektive, sondern bietet viel Neues und Exklusives. Das schreit ja förmlich nach einem Haufen Arbeit und langer Vorlaufzeit!?
Im Moment sind die neuen Alben von Supershirt, Juri Gagarin, Bratze, Egotronic und Frittenbude in Vorbereitung für Herbst 2009 und Frühjahr 2010. Die Bands sind fast die ganze Zeit am produzieren, somit ging das alles recht easy über die Bühne.
So ganz eng ist die Zahl „50″ aber nicht zu sehen oder?
Nee, auf keinen Fall. Ist halb hundert und gut ist. Der Inhalt ist das Wichtigste.
Als Labelchef ist auf der Compilation wahrscheinlich nichts, was du nicht für gut befindest, aber was sind denn deine Highlights auf dem Sampler?
Ich find alle Tracks wirklich gelungen, klar, sonst würde ich das auch nicht rausbringen. Ich versteh mich nichts als klassischer A&R oder Produzent. Die Musiker liefern was ab, ich finds geil und bring es raus.
Welches Release war denn in der Vergangenheit für dich persönlich und für das Label am wertvollsten? Kann man das sagen?
Alle Releases sind wichtig. Der Gesamtoutput macht das Label zu dem, was es ist. Ein Pool guter Musik, die keinen Genregrenzen unterliegt.
Was kann man denn in näherer Zukunft an Audiolith-Veröffentlichungen erwarten? Kommt die neue Bratze-Bombe noch dieses Jahr?
Wie gesagt dieses Jahr noch Supershirt – 8000 Mark Album und das zweite Juri Gagarin Album. Nächstes Jahr kommen dann die neuen Alben von Bratze, Egotronic, Frittenbude und Saalschutz und bestimmt noch einige Sachen mehr. Checkt www.audiolith.net für Neuigkeiten.
Zum Abschluss noch eine spekulative Frage: Bekanntermaßen ist das Konzept von Audiolith ein sehr freundschaftliches. Gibt es trotzdem Bands/Künstler die du gerne auf Audiolith rausbringen würdest, dies aber nicht stemmbar bzw. unrealistisch ist?
Wir hier bei Audiolith hab uns darauf geeinigt unsere Bands die wir über die Jahre begleitet haben noch weiter aufzubauen und mehr Energie reinzupumpen. Ich bin nicht auf der Suche nach neuen Bands. Der Umfang ist wesentlich größer geworden mit unserem neuen Verlag, der Audiolith Booking Agentur, die Artur Schock in Berlin betreut. Außerdem arbeiten wir an einer neuen Tshirtreihe und einer Singlereihe. Es ist viel zu tun.
Danke und auf die nächsten 50. Veröffentlichungen!!!
Ich danke dir!
Die CD + DVD Compilition “Doin’ Our Thing” brennt ein ziemliches Feuerwerk an Beats ab und ist zudem randvoll gepackt, ergo Qualität und Quantität reichen sich die Hände. Den Auftakt macht Knarf Rellöm X und der Songtitel zeugt von programmatischer Herangehensweise und assoziativer Etikettierung. “Der neue Beat (Für Audiolith)” ist dann auch typisch Knarf Rellöm: ein wenig schräg, ein wenig eigenwillig, doch ein guter Einstieg in den Sampler, denn nach den knapp drei Minuten hat man Bock auf mehr. Es folgt die erste Kollaboration und zwar zwischen den alten Hasen Egotronic und der personifizierten Frischzellenkur Frittenbude. Berlin trifft auf Bayern und das Ergebnis “Die Schande” geht in die Vollen und pumpt mit mächtig Druck durch die Boxen. Keine Überraschung, aber richtig gut! Ähnlich fies ballert der neue Bratze Track “Pelikan” vor sich hin. Wird Zeit, dass Kevin und Norman den zweiten Longplayer nachschieben. Rockt das neue Album wie der hier vertretene Song, dann wird das ganz großer Sport, aber Füße stillhalten – dauert noch! Ein neues Lebenszeichen gibt es auch von den Schweizer Technopunks Saalschutz in Form einer standesgemäßen neuen Hymne names “Der Widerspruch”: …volle Kraft in keine Richtung!
“Give Or Take” von Juri Gagarin kommt mit weiblichen Vocals daher und weiß zu gefallen, während ClickClickDecker mit dem wunderbaren “Durch die Bank” die Rakete in Sachen Geschwindigkeit ein wenig drosselt. Mit dem Hamann’schen Erfolgsrezept Gesang-Gitarre und überraschenden Beatzutaten – toller Song. Die Kooperation Basslaster & Ira Atari drückt dann wieder auf das Gaspedal, während The Dance Inc. ein melodisches Ausrufzeichen in dem ihren Stil abliefern. Dass Frittenbude die ganze Bude abfackeln, wundert niemand mehr: “Jung, abgefuckt, kaputt und glücklich”, der Pyromane des Samplers! Ein tiefes Clubmonster von einem Track steuert Krink mit “Hoax (Noise Remix)” dazu – well done! Supershirt haben mit “Nachtjacke” aus was feines am Start, wobei Ausfälle ohnehin mit der Lupe zu suchen sind. Man hat beinahe den Eindruck, die vertretenen Künstler hätten allesamt nur die Pralinen des Konfektsortiments bereitgestellt. Das letzte Highlight, wobei die im Review ausgesparten Tracks keineswegs zu verachten sind, ist das Feature Der Tante Renate und M T Dancefloor. “Full Force Funky Fresh” tanzt nochmal in der Asche und kloppt die letzten Ruinen in Grund und Boden. Heftiger Stoff, wie man es von den beiden Protagonisten erwarten durfte. Wer jetzt noch nicht genug hat, kann ja gleich noch die DVD ins geeignete Abspielgerät verfrachten und sich an den 27 Videos ergötzen. Dabei sind Perlen wie “Hightowers Herz” von Bratze, “Wer hat mir auf die Schuhe gekotzt” von ClickClickDecker, “Mindestens in 1000 Jahren” von Frittenbude, “Raven gegen Deutschland” von Egotronic, Olli Schulz und der Hund Maries “Kaiserwetter”, The Dance Inc. mit “Don’t run to the suburbs” und etlichen mehr. Die absolute Audiolith-Vollbedienung in jedem Fall!!!
Für lau gibt es übrigens noch das nicht auf dem Sampler vertretene Ultrnx vs. Ira Atari – “Doin’ our thing”. Hier der Link!

Sauber!
Knallt! Besonders gut gefällt mir “Dadajugend Polyform” und “Basslaster & Ira Atari” während rasanter Autofahrten
… Auch der Rest steht in meiner elektronischen Gunst. Ein richtig schöner Sampler!