Editors: Harte Fakten und seifiges Gewäsch

29. Juli 2009, von jan

editors-bandManche Bands überbrücken die für den interessierten Hörer zum Teil recht lange Wartezeit bis zu einem neuen Release dadurch, dass sie kryptische Pressemitteilungen verbreiten. 90 Prozent solcher Meldungen besitzen allerdings einen Informationswert, der gegen Null tendiert. Dazu gehören gleichsam märchenhafte Töne, die meist lediglich die Gerüchteküche anheizen, und floskelhafte Standardankündigungenen, die sich fast immer auf den stark innovativen Charater und die hohe Qualität des neuen Materials beziehen. Im Falle der Editors, das letzte Album “An End Has A Start” ist bald zwei Jahre alt, herrschte lange Zeit das große Schweigen im Wald, doch jetzt nehmen die Zukunftspläne der Band schärfere Konturen an. Das neue Machwerk der Band um Tom Smith bekommt den wohlklingenden Namen “In This Light And On This Evening” und wird mutmaßlich am 9. Oktober den Weg in die Öffentlichkeit finden. Passend dazu, wird die Band im November und Dezember durch Europa touren. Dabei wird es die Editors auch für fünf Konzerte im November nach Deutschland verschlagen. Auf der Landkarte darf bei Köln (12.11.), Bielefeld (20.11.), Dresden(22.11.), München (29.11.) und Stuttgart (30.11.) ein fettes Kreuz eingetragen werden. So weit so gut. Alle anderen durchgesickerten Infos verstören eher als positiv zu stimmen, sind aber eben auch mit Vorsicht zu genießen.

Beispielsweise nannte Sänger Tom Smith gegenüber dem NME zwei Filmklassiker, die als Einflüsse auf den neuen Longplayer zu nennen seien. Die Überraschung weicht nur langsam angesichts der Tatsache, dass Smith den Ridley-Scott-Klassiker “Blade Runner” sowie den Blechmann-Epos “Terminator” nannte. Futuristisch und natürlich düster soll das dritte Album der Band also klingen. So, so! Das “synth-heavyalbum” soll laut Smith quasi seine Wurzeln in der Zukunft besitzen, daher muss es natürlich futuristisch klingen, und auch die verstärkt eingesetzten eletronischen Elemente ergeben sich aus diesem Sachverhalt. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass jene Neuerungen den Editors-Klang zwar bereichern, jedoch nicht grundlegend ändern. Die Ankündigungen des offensichtlich Science-Fiction begeisterten Frontmanns lassen sich wohl erst bei der Albumveröffentlichung genau einordnen. Bis dahin wird sich die Promo-Wäschetrommel mit Sicherheit weiterhin fleißig drehen.

Ein Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. [...] gewohnt großer Geste. Fast zweieinhalb Jahre nach dem bärenstarken An end has a start und nach Vorankündigungen, die beim Kollegen bereits schlimme Befürchtungen aufkommen ließen, traue auch ich mich kaum an [...]

Schreibe einen Kommentar