20.000 Ampere und mehr: mit einem großen Knall ist Duisburg in Sachen alternative Rocksounds wieder back on the map, denn die Whateverism EP von What? besitzt locker die Stromstärke eines grellen Blitzeinschlags. Die drei Songs sind nicht nur energiegeladen und mitreißend, sondern stehen auch gleichzeitig für beachtlichen Tiefgang, denn hier werden einige Gefühlslagen miteinander verschmolzen. Zwischen Melancholie und Wut pendelnd, finden What? die richtige Stimmung für ihre ausgefuchsten, zum Teil außergewöhnlichen Arrangements. Kurt Ebelhäuser (Blackmail) hat zudem der Band aus dem Ruhrgebiet eine amtlich druckvolle Produktion beschert, womit das entstandene Bild absolut rund wirkt. Man muss sicher nicht erstmal die Kristallkugel polieren, um die Prognose zu stellen, dass What? noch einiges in petto haben und die Whateverism EP erstmal nur der Vorbote für zukünftige Großtaten darstellt. Aber jetzt erstmal zur Gegenwart.
Der Titeltrack “Whateverism” sorgt bereits nach den ersten Tönen für große Ohren. Allein die Strophen des Songs besitzen eine Intensität, die zuweilen an Placebo erinnert, wobei diese Assoziation sich schnell als fehl am Platze erweist. Der energetische Refrain stellt eine prägnante Zäsur dar, die gekonnt in den Song eingebaut ist, der insgesamt einen beachtlichen Spannungsbogen aufweist und in der Klimax einer emotionalen Eruption gleicht. Das Beste ist jedoch, dass der Song ein echter “Grower” ist und sich von mal zu mal immer stärker ins Hirn schraubt. Wer jetzt glaubt, dass die anderen beiden Songs den Ball sicherlich flacher halten, der irrt gewaltig. “Odium Of Being” ist ein wahres Monster, was Spielfreude und unkonventionelle Instrumentierung anbelangt. Dabei drückt die Band das Gaspedal ordentlich durch, ohne dabei platt und monoton zu wirken, was wiederum unterstreicht, dass What? ein gutes Gespür für spannende Songstrukturen besitzen. Wer jetzt noch ruhig auf dem Sofa hockt, der wird spätestens beim abschließenden “Lost Beyond Recall” richtig umgeblasen, denn dem aus den Boxen dröhnenden Orkan kann man nur schwer Widerstand leisten. “Lost Beyond Recall” geht gewaltig nach vorne, setzt geschickte Pausen, um anschließend die große Keule zu schwingen und für offene Münder zu sorgen.
Genau das ist auch der Effekt nach dem Genuss dieser knackigen 11 1/2 Minuten progressives Gitarrengewitter zwischen Alternative Rock, Hardcore, Metal und was sonst noch so alles bei What? einfließt. Man merkt es Ingo (Gesang), Skotty (Gitarre), Schrör (Bass) und Marc (Drums) allemal an, dass die Jungs bandtechnisch bereits einiges auf dem Kerbholz haben und es jetzt so richtig wissen wollen. What? ist eine gut geölte Rockmaschine mit reichlich Dampf und Druck hinter den Kolben und die Whateverism EP ein echter Glücksgriff für Leute, die von konventionellem Rockeinheitsbrei die Nase gestrichen voll haben. Das Teil ist bei iTunes und Amazon zu erwerben, also ran an den Speck!
Ein sehr schöner Artikel! Ich kann inhaltlich vollkommen zustimmen, irgendwann packt einen die Musik von What?
[...] What? – progressives Gitarrengewitter zwischen Alternative Rock, Hardcore, Metal und viel mehr. Review der Whaterverism EP der “Alles ist Pop”-Lieblinge hier! [...]
[...] mit ihrer ersten EP namens Whateverism zugenüge unter Beweis gestellt. “Alles ist Pop” berichtete beinahe überschwänglich. Mit Recht. Nun haben What? ihr erstes Video zum Titeltrack der EP [...]