Interview: Kinkats - Viel mehr als nackte Haut
Sex, Drugs, Rock ‘n’ Roll - das klischee-beladene Triumvirat alternativen Lebensstils erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit, und das wohl völlig zurecht. Gerade die Verbindung Subkultur und Erotik ist ein echter Dauerbrenner, der durch die Möglichkeiten des World Wide Web seit Jahren einen echten Aufschwung erlebt. Neben der weltweit agierenden Marke Suicide Girls, sorgt seit einiger Zeit eine aus Deutschland stammende Alternative über Szenegrenzen hinweg für Furore. Kinkats präsentiert sich nicht nur im Internet als “Sexy-Substyle-Community”, sondern auch am Kiosk in einer schmucken Magazin-Variante. Für beides gilt, dass stilvoll weit mehr als “nur” nackte Haut präsentiert wird. Vielmehr deckt Kinkats ein breites Themenspektrum ab, dass wie gesagt nicht nur Szenekundige begeistern dürfte. Nachfolgend ein Interview mit Hanna von Kinkats, Modelbeauftragte und stellvertretende Chefredakteurin, über Subkultur und Erotik, Suicide Girls, das Printmagazin, echte Interview-Highligts, zukünftige Perspektiven und Sexismus-Vorwürfe und Anfeindungen.
Seit wann gibt es Kinkats und wie entstand die Idee dazu?
Die Onlineplattform gibt es seit 2007, das Printmagazin ist jetzt seit Anfang 2008 auf dem Markt. Erotik ist ja mittlerweile weit verbreitet, bei uns steht aber die Idee dahinter, dass Mädels und Jungs, die einen alternativen Lifestyle leben, die Möglichkeit bekommen, sich in professionellen Fotos erotisch zu präsentieren und so individuell, wie sie selbst sind. Tattoos und Piercings sind bei uns kein Hindernis, sondern sehr willkommen, auch muss man als Frau keine 90-60-90-Maße und wasserstoffblondes Haar haben.
Welche Möglichkeiten bieten sich dem potentiellen User?
Auf kinkats.com kann sich der User für wenig Geld durch mittlerweile über 20.000 Fotos klicken, sein eigenes Profil erstellen, selbst Bilder hochladen und mit unseren Models über Pinnwandeinträge und private Nachrichten in Kontakt treten. Über unser gut frequentiertes Forum kann er oder sie fleißig über Themen wie Musik, Filme, Events, Kunst und natürlich KinKats mitdiskutieren. Außerdem haben wir ein täglich aktualisiertes Onlinemagazin mit Interviews, Berichten, Reviews, Verlosungen uvm.
Was denkst du über das Gesamtpaket Suicide Girls? Besteht da eher ein gesundes Konkurrenzverhältnis oder kann man dabei vielleicht sogar von einem Vorbild reden, dem es nachzueifern lohnt? Eine gewisse Parallele ist nicht von der Hand zu weisen.
Das ist richtig, das leugnen wir auch nicht. Allerdings sehen wir durchaus auch Unterschiede zwischen KK und SG, zum einen natürlich durch unser Printmagazin und zum anderen dadurch, dass bei uns die Atmosphäre sehr viel familiärer ist. Viele Models, Fotografen und User kennen sich bei uns nicht nur durch gemeinsame Shootings, sondern auch unsere bisherigen Partys in Essen und München persönlich, Freundschaften sind entstanden. Wir haben auch keine Probleme damit, wenn unsere Models auch bei Suicide Girls oder anderswo vertreten sind, da schränken wir niemanden ein.
Seit einiger Zeit wird der Zeitschriftenhandel durch das Kinkats Magazin bereichert. Inzwischen ist Ausgabe 8 mit bunt gemischtem Inhalt im Umlauf. Erklär doch mal kurz die Zusammensetzung der Heftthemen.
Kurz und knapp beschäftigen wir uns mit allem, was mit Rock’n’Roll zu tun hat. Natürlich gibt es in jeder Ausgabe mehrseitige Fotostrecken unserer Models, jeweils vier Mädels und ein Männermodel. Bisher hatten wir da auch schon Prominenz wie Evil Jared von der Bloodhound Gang und Charly Jungbluth aus Hamburg, die für uns blank gezogen haben. Darüber hinaus decken wir alles ab, was Menschen, die sich in der alternativen Szene bewegen, interessiert. Musik ist da natürlich sehr wichtig, und wir beschränken uns nicht auf eine einzige Richtung, sondern bedienen Fans von Punk Rock, Metal, Psychobilly, Rock’n’Roll, Gothic und vielem mehr. Ansonsten beschäftigen wir uns mit Schauspielern, Autoren, Tattoo-Künstlern, Autothemen und vielen Kultfiguren, in der aktuellen Ausgabe ist beispielsweise neben Interviews mit Kat von D, NOFX, Social Distortion, Duff McKagan’s Loaded, Frank Zander und Boyd Coddington auch ein Feature über den Wrestler Bret „The Hitman“ Hart zu finden.
Unsere Maxime ist es, dem Leser viele Facetten der alternativen Szene zu präsentieren, denn beispielsweise Musikmagazine, die sich auf einen bestimmten Bereich konzentrieren, gibt es bereits zuhauf. Wir möchten alles verbinden, was jemanden, der auf härtere Sounds und Subkultur steht, anspricht.
War es schwer, dass Magazin auf dem Markt zu etablieren und wie hoch ist die Auflage?
Wir haben bereits mit der ersten Ausgabe viele Leute erreicht und angesprochen. Wir haben offensichtlich einen Nerv getroffen und etwas geschaffen, was es in dieser Form noch nicht auf dem Zeitschriftenmarkt gibt. Das KinKats Magazine hat eine Auflage von 30.000 und ist vornehmlich in Deutschland, aber auch in Österreich, Schweiz, Holland, Belgien und Slowenien erhältlich, außerdem natürlich im Abonnement.
Welche Highlights würdest du denn aus den letzten Ausgaben besonders hervorheben?
In jeder Ausgabe gab es bereits Themen, die für viel Begeisterung gesorgt haben und auch uns selbst sehr am Herzen lagen. Abgesehen von oben erwähntem und um nur einige zu nennen: das Exklusiv-Interview mit Glenn Danzig (übrigens das einzige Interview seit Jahren in einem deutschem Magazin) in Ausgabe 7, außerdem die Gespräche mit Twisted Sister, Alice Cooper, „Freddy Krueger“-Legende Robert Englund, Rob Zombie, Hustler-Gründer Larry Flynt, „Die drei ???“-Sprecher Oliver Rohrbeck (alias Justus Jonas), Skaterguru Tony Hawk, Biohazard, Pornostar Ron Jeremy, Kultregisseur David Lynch und viele viele mehr.
Gibt es Pläne für die Zukunft oder bist du mit der bisherigen Entwicklung vollstens zufrieden?
Wir sind zwar mit der Entwicklung sehr zufrieden, aber Stillstand gibt es natürlich nicht. Wir planen noch einiges mehr in unterschiedlichen Bereichen. Allzu viel möchte ich noch nicht verraten, aber unsere „KinKats – Die Party“ im März in München mit Auftritten von Mad Sin und Emilie Autumn als Burlesquetänzerin war ein so großer Erfolg, dass wir solche Events gerne wiederholen möchten. Allgemein wollen wir KinKats nicht nur als Internet- und Magazinpräsenz betrachten, sondern den Namen zu einer etablierten Marke machen. Man wird also noch einiges von uns hören und sehen!
Denkst du, Kinkats ist ausschließlich ein Subkultur-Ding oder über die Szene-Grenzen hinaus bekannt?
Da wir wie gesagt viele Szenen vereinen, sehe ich nicht die Gefahr, nur in eine Nische zu passen. Bei uns tummeln sich viele Leute unterschiedlichster Couleur, und da wir sowohl von unseren Models als auch von unseren Themen her bereit gefächert und vielfältig aufgestellt sind, denke ich, können wir ein ebenso unterschiedliches Publikum erreichen.
Ist Sexismus und ähnliches ein Thema für euch? Also auch von außen herangetragen…
Man hat zum Teil natürlich auch mit Gegenwind zu kämpfen, das scheint aber bei jedem Projekt, das versucht, etwas anders zu machen, so zu sein. Die große Mehrheit der Reaktionen von allen Seiten, seien es Bands, Labels, Marketingpartner und natürlich Leser, war einfach großartig. Da sich bei uns auch die Männer nackt zeigen, können wir denjenigen, die uns falsche Darstellung von Frauen vorwerfen möchten, sehr gut Paroli bieten. Wer sich unsere Fotos und Themen anschaut, der merkt auch, dass es bei uns nicht nur um nackte Tatsachen und Zurschaustellung geht, sondern um sinnliche und erotische Kunst, bei der sich das Model voll ausleben kann. Bei uns präsentieren sich Mann und Frau so, wie sie es möchten, wie es ihrer Persönlichkeit entspricht und wie sie wahrgenommen werden wollen. Und da steckt weit mehr dahinter als nur entblößte Haut.
Vielen Dank für das interessante Inteview und alles Gute!!!





Super Interview, super Magazin! Weiter so!
Yeah !
ja ein klasse interview…
Schönes Magazin,kann ich bestätigen!
Und ein interessantes interview!
Thumbs up!
Yep, prima Interview, sehr cooles Magazin. Keep on Rockin`.