The Bishops: Konzertbericht und Interview

8. April 2009, von benedikt

Der Name Bishop wird vielseitig genutzt. So ist es nicht nur die englische Bezeichnung für - klar - einen Bischof sondern auch den Läufer im Schach, der Name eines Panzer sowie UK Slang für Cannabis als auch ein Slang-Ausdruck für den Penis (e.g “bashing the bishop”). Des Weiteren tragen mindestens vier Bands diesen Namen.

Eine von ihnen ist The Bishops aus London und vor ihrem Konzert am 7. April im Steinbruch hatte ich die Gelegenheit ein kurzes Gespräch mit den drei Jungs zu führen.

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Natürlich ist bei ihnen der Anlass für ihren Bandnamen ein viel simplerer: Mike (Gitarre+Gesang) und Pete (Bass+Gesang) sind Zwillinge und tragen den Nachnamen Bishop. Nachdem diese in ihrer Stammbar den Barkeeper Chris kurzerhand als Schlagzeuger rekrutiert hatten und kurzzeitig mit Punk experimentierten, entdeckten sie ihre Liebe für eingängige 60s-Melodien und veröffentlichten 2007 ihr selbstbetiteltes Debütalbum.

Doch auch mit ihrer neuen Platte “For Now” ist die Suche nach ihrem Stil noch nicht beendet. So erläutert Pete, dass sie beim zweiten Album einfach etwas neues ausprobieren wollten, sie sich daher mit Brian O’Shaughnessy (Primal Scream, My Bloody Valentine) einen neuen Produzenten gesucht haben und ihren Songs durch Trompeten und Piano einen “polished & glossy Sound” verliehen haben. Wohin es in Zukunft geht, halten sich die drei aber offen: “Wir könnten natürlich einen Schritt zurück machen, zum Stil der ersten Platte. Wir könnten aber auch den neuen, moderneren Sound weiter entwickeln.” Pete ergänzt dass The Bishops nicht lediglich als rückwärtsgewandte Garage-Hommage da stehen sondern sich auch durchaus zeitgemäßen Klängen hinwenden wollten.

Bei all dem bleibt aber ihre Liebe für den Klang der 60er und Retro ist für sie kein Schimpfwort sondern im Gegenteil weiterhin Basis ihres Schaffens und Stils. Dazu gehören selbstverständlich auch die Anzüge als Bühnenoutfit. Als Konzertbesucher würde dieser bei ihnen aber eher nicht in Frage kommen, vor allem weil Mike lachend zugibt “Ich besitze nur diesen einen und wenn ich auf ein Konzert gehen würde, würde der immernoch nach unserer Show am Vortag riechen“.

Auch das Video zu ihrer letzten Single spielt auf alte Zeiten an, den Sega Arcade Klassiker Outrun:


Die Idee fanden die Jungs auf Anhieb gut und Pete ergänzt grinsend, dass es für sie zum einen entspannt war, da sie keine Filmaufnahmen hatten, zum anderen das Video aber auch super zum Song passt, da es darum geht immer “unterwegs zu sein und nicht anzukommen“.

Überhaupt war das viele Touren mit über 150 Shows die Basis für die neuen Lieder. Diese wurden zwar nicht alle während der Tour geschrieben, doch diente sie vielen Songs als Inspirationsquelle. Ob sie es schon leid sind, gefragt zu werden, wie es als Vorgruppe für James Blunt war, verneinen die drei lachend, und Pete erzählt, dass es eine gute Zeit war, besonders weil das Publikum trotz der ungewöhnlichen Kombination offen war und ihre Musik gut ankam. Pete dazu “Ich spiele lieber vor einem James Blunt Publikum als vor einem Motörhead-Publikum“.

Angesprochen auf  den Zwist zwischen Youtube und den Verwertungsgesellschaften PRS (in UK) bzw. GEMA (in DE) stellt Mike klar: “Für uns als Musiker ist es natürlich immer schwerer Musik zu verdienen und das Internet spielt eine immer größere Rolle“. Auf der anderen Seite “ist Youtube eine fantastische Möglichkeit Musikvideos zu betrachten. Es wäre sehr schade, wenn dieser Streit anhält“. Den Abschluss des Gespräches bildete dann ein gemeinsames Klagen über den Zustand von Musiksendern…

Anschließend bewiesen The Bishops, dass die neuen Songs mit ihrem “strong production element” auch außerhalb des Studios wunderbar funktionieren.

Zuvor jedoch hatten die italienischen Mojomatics die Bühne betreten, klangen nach viel mehr als nur einem Duo und spielten das Publikum mit ihrer abgefahrenen Mischung aus Garage, Punk und 60’s Rock’n'Roll warm. Übrigens auch auf Platte eine absolute Empfehlung!

Danach dann The Bishops: Eine gute Balance aus neuen und alten Liedern vortegragen mit einer Menge Spaß, der auch alsbald auf das Publikum übersprang. Mikes wiederholte Gänge zum Bühnen Rand, Posen (die man z.B. im Video zu The Only Place I Can Look Is Down ansatzweise erahnen kann) oder gar spielen der Gitarre unter Zuhilfenahme des Mikrofonständers wäre bei vielen anderen Bands einfach nur peinlich. Doch bei den Bishops kommt das nicht arrogant sondern selbst-ironisch rüber und vermittelt ihren Spaß an der Musik.

Es war kein Konzert zum durchgehenden “abtanzen”. Aber zum Fuß wippen, Kopf nicken und viel Spaß zu guter Musik haben.

Ein Kommentar
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  1. [...] immer gut angezogenen The Bishops aus London, für die “Retro kein Schimpfwort” ist, haben ebenfalls ein schickes Video abgedreht. In ansprechender und stilbewusster [...]

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