Interview: Cama Maya

12. Februar 2009, von jan

Cool Britannia! Doch die Wellen, dir hier von der Insel ans Festland zu schwappen scheinen, sind trügerisch. Nicht aus Manchester, Liverpool oder London, sondern aus Dinslaken stammen die nachfolgend vorgestellten Cama Maya. Tanzbarer Indierock, erkennbarer 60´s Einschlag und feines Melodiegespür - die vier Jungs überzeugen spielend. Das heilige Hype-Königreich kann man also vorrübergehend getrost  außer Acht lassen. Hier kommen Cama Maya! 

Alles-ist-Pop: Zu Beginn gleich ein Kompliment: Eure Musik ist verdammt catchy und klingt zudem sehr (authentisch) britisch. Zu euren Favoriten gehören schon Künstler von der Insel oder? Wer oder was beeinflusst euch?

Cama Maya: Hey, danke für’s Kompliment. Ja, es stimmt, wir ziehen einen stattlichen Teil unserer Einflüsse aus Großbritannien. Zu nennen wären z.B. unsere All-Time-Favorites wie Kula Shaker, Supergrass, The Charlatans oder Maxïmo Park.

Wir versteifen uns nicht auf eine bestimmte Musikrichtung um uns nicht in eine gewisse Szeneabhängigkeit zu begeben, sondern versuchen möglichst abwechslungsreich zur Sache zu gehen. Sicherlich sind Indie und Powerpop unser Fundament, wir sind jedoch weitgehend offen für jeden Sound, auch fernab der Insel.

Dieses Jahr soll ja euer Debütalbum erscheinen? Wie ist der aktuelle Stand der Dinge? Schon alles im Kasten und ab wann darf man damit rechnen? Und vor allem…wie wird es klingen?

Ende letzten Jahres ist ein Label an uns herangetreten, das unsere Debüt-Single im April veröffentlichen wird und wir sind sehr gespannt darauf die Scheibe in unseren Fingern zu halten. Vorher und nachher werden wir uns intensiv mit unseren Songs auseinandersetzen, weitere Studioarbeit und eine kleine Tour machen. Wir werden zwar hart arbeiten, aber wir wollen nicht überstürzt in 1,2 Monaten ein unfertiges Album rausbringen, sondern es auf den Punkt bringen. Wie in der letzten Frage schon ansatzweise erwähnt, wird der Sound powerpoppig-uptempo, melodisch und mitunter auch (northern)-soulig sein.

Der Eindruck drängt sich auf, dass ihr dieses Jahr ganz schön durchstarten wollt. Habt ihr einen Masterplan in der Schublade? Welche Ziele und Wünsche habt ihr für 2009?

Einen Masterplan haben wir nicht, wir versuchen durch Touren, Medienpräsenz und Studioarbeit das Jahr 2009 so erfolgreich wie möglich zu gestalten. Wir sind Anfang 2009 auch managementtechnisch unter Vertrag genommen worden, so dass uns organisatorische Aufgaben abgenommen werden und wir uns ganz auf unsere Musik konzentrieren können, was ein erheblicher Vorteil ist, wie wir feststellen können.

Dank den Kilians ist Dinslaken Rock City ja wieder “back on the map”. Gibt es bei euch eine besonders ausgeprägte Szene? Schon erstaunlich, denn in Duisburg gibt es, zumindest was diese Musikrichtung anbelangt, ja kaum vielversprechende Bands…

Wir denken, dass das mit Dinslaken zufällig bedingt ist. Eine ausgeprägte Szene mit festgelegten Treffpunkten gibt es nicht. Wir freuen uns aber, dass es in unserer Heimatstadt Bands gibt, die gute Musik machen.

Dass eure Songs Appetit auf eine Live-Präsentation machen, steht außer Frage. Welche denkwürdigen Konzerte habt ihr schon gespielt? Bestes Konzert, schlechte Erfahrungen, wilde Anekdoten…

Wir wollen immer tanzbar bleiben und unser Publikum zum Mitfeiern und Mittanzen anheizen.Wir haben viele tolle Konzerte gespielt, aber die schönste Belohnung bei einem Konzert ist, wenn wir Fans gewinnen, die uns nachträglich unterstützen. Wir haben, um mal ein kleines Beispiel zu nennen, nach einem Konzert in Berlin zwei Mädchen kennengelernt, die uns nun mit vollem Enthusiasmus street-team-mäßig unterstützen. Sowas ist ein unheimlicher Anreiz dafür immer mehr Gas zu geben.

Was wir als Konzertgänger absolut unangenehm finden, vermeiden wir. Dazu zählt unter anderem, wenn Bands nach dem Konzert direkt Backstage verschwinden. Diese kleinen Dinge, also das Gespräch mit Fans suchen, ein Bierchen zu trinken oder auch mal für ein Foto bereitstehen, machen wir genauso gerne wie unsere Songs zu spielen.

Nun driftet die Fragestunde gänzlich ins Triviale ab. Mit welchem Künstler oder welcher Band würdet ihr gerne mal die Bühne teilen? Verstorbene dürfen selbstverständlich auch genannt werden!!!

Da gibt’s sicherlich einige, grad im Moment wäre es schön mit Kings Of Leon oder Vampire Weekend die Bühne zu teilen. Einen Wunsch, den wir sicherlich mit vielen anderen Bands teilen…

Und zum Schluss die absolute No-go-Interviewfrage: Wie seid ihr denn auf den Bandnamen gekommen? Ich muss dabei rein assoziativ an irgendeine Metalband denken, aber versteht mich nicht falsch. Klingt schon gut und so…geheimnisvoll!

Ja, der Name sorgt immer wieder für Nachfragen. Dass er geheimnisvoll ist, war sicherlich nicht direkt unsere Absicht, aber gut finden wir es dennoch. Simon hatte in diversen Büchern geblättert und den Namen zusammengebastelt. Nachdem wir mit einigen ausländischen Bands die Bühne geteilt haben, ist uns aufgefallen, dass der Name anscheinend in jeder Sprache einwandfrei ausgesprochen werden kann, was noch ein weiterer toller Nebeneffekt ist – und wenn uns dann, wie gestern geschehen, eine britische Band auf der Bühne mit englischem Akzent lobt, dann lacht unser Herz.

Vielen Dank und alles Gute!

Geplante Konzerte:

13. Februar - Chilldahalle (Oberhausen)

06. März      - Jägerhof (Dinslaken)

13. März      - Jugendzentrum Grafenwald (Bottrop)

27. März      - Parkhaus (Duisburg)

14. Mai        - Campus Club (Bochum)

10. Juli         - Druckluft (Oberhausen)

5 Kommentare
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  1. …und am 12. April (Ostersonntag) ist die Band übrigens auch mal wieder im Rahmen der BTC bei uns im Djäzzz.

    Glück auf!

  2. Nix für ungut aber als ich die live gesehen habe, dachte ich ich wär in einer relativ durchschnittlichen Schulaula. Ich wünsch den Jungs das sie sich weiterentwickeln.
    Für das Alter ganz ordentlich, aber wir wollen mal nicht übertreiben ;)
    Is wohl Geschmackssache…
    Nich meiner

  3. Hab die Jungens nun sowohl im Parkhaus als auch im DJÄZZ gesehen und fand sie richtig toll. Besonders Liberty und All The Stars sind richtige Ohrwürmer wie ich finde.

  4. [...] bedingt durch Überlastungen im Presswerk, ist die Debütsingle von Cama Maya (Interview hier!) seit Ende April zu erwerben, und was soll man sagen: Das Warten hat sich wahrlich gelohnt. [...]

  5. [...] zudem noch reichlich Verstärkung mit. Beispielsweise werden auch Cama Maya aus Dinslaken (Interview hier!) für Furore sorgen. Aus selbiger Stadt stammen auch The Rumours und komplettiert wird der Abend [...]

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