Das Millieu britischer Kleinkrimineller hat es Regisseur Guy Ritchie offensichtlich angetan und er hat allen Grund sich diesem künstlerisch verpflichtet zu fühlen. So ist auch das Sujet seines neuen Films Rock N Rolla im zwielichtigen Untergrund Londons verankert und steht damit voll und ganz in der Tradition Ritchie´s Kultsreifen Bube, Dame, König, grAs (1998) und Snatch (2000). Diese stoffliche Rückbesinnung kommt nicht von ungefähr, waren doch seine letzten Projekte allesamt gefloppt. Dazu ist wohl auch die Ehe mit Madonna zu zählen, doch das ist eine andere Baustelle. Fakt ist jedoch, dass Rock N Rolla vielleicht die letzte Chance für Ritchie ist, um sein verlorenes Publikum zurückzugewinnen und vor allem um seine Reputation wiederherzustellen. Ab dem 19.3. ist die Gangster-Komödie auch in deutschen Kinos zu sehen.
Eigentlich ist es kaum tragbar, dass Rock N Rolla erst jetzt den Weg nach Deutschland gefunden hat, fand doch die Premiere des Streifens bereits im vergangenen September statt. Mittlerweile ist bereits die DVD- und Blu-ray-Version im United Kingdom und den USA erschienen. Genauso skurril erscheint es, dass für den deutschen Markt der Filmtitel nicht wie gedacht “RocknRolla” lautet, also zusammengeschrieben wird, sondern sich getrennt schreibt. Nun aber zum Wesentlichen. Der Film selbst scheint vom Plot her keine besonders großen Überraschungen aufzuweisen…
…drei Kleinkriminelle geraten durch ein missglückte Spekulation an den Boss der Londoner Unterwelt und müssen nun ihre Schulden in Höhe von zwei Millionen Pfund begleichen. Um dies zu bewerkstelligen trickst man einen skrupellosen russischen Miliadär aus, der selbst ein krummes Ding am Laufen hat. Dabei ergaunern sich die drei Protagonisten 7 Millionen Pfund und die Geschichte nimmt ihren Lauf. Typisch für Ritchie ist dabei wohl die Lawine an Verstrickungen, die sich aus der Ausgangssituation heraus durch den gesamten Film wälzt und eben die “coole” Inszenierung dessen. Natürlich erweckt das alles den Anschein, als ob Guy Ritchie einfach seine ersten beiden Filme in einen Topf geworfen, einmal umgerührt, aufgewärmt und dem Publikum als neue Komposition verkauft hätte. Wenn dabei aber ein ähnlich amüsanter Film wie “Bube, Dame, König, grAs” und “Snatch” entstanden ist, soll sich niemand daran stoßen, dass man es lediglich mit einem Aufguss aus Altbekanntem zu tun hat. Wieviele Kinofilme sind schon wirklich innovativ? Letztendlich soll Kino, zumindest dieser Art, unterhalten und den Zuschauer zerstreuen. Ein Kriterium an dem sich Rock N Rolla messen lassen muss.
Der Soundtrack des Films ist übrigens auch erwartungsgemäß mit Hochkarätern gespickt: The Clash, The Hives, The Sonics, Lou Reed, The Subways, The Beat, Wanda Jackson und, und, und! Ritchie hat also seine Hausaufgaben vernünftig erledigt, was aber auch wohl nicht all zu schwer war. Schließlich wiederholt er die Klasse gerade…
Kinostart – Rock N Rolla : 19.03.