Eigentlich bin ich kein großer Fan von tonnenweise Testosteron schleudernden Bands wie den Eagles of Death Metal, die bekanntlich kein RRRCK-Klischee unzitiert lassen können. Oberproll, Megamacho und Oberlippen-Schnurrbart-Träger Jesse Hughes wirkt jetzt auch nicht gerade integrativ und sympathisch, doch dann kam die Werbung eines bekannten Sportschuhherstellers mit dem großartigen “Don’t Speak (I Came To Make A Bang!)”. Nun fing meine Voreingenommenheit allmählich an zu bröckeln und mit dem ersten Free Download “Wanna be in L.A.” aus dem neuen Album hatte sie mich dann. Mit recht!
Denn der Song ist eben kein a-typischer sleazy Hardrock-Abklatsch, sondern überraschend filigran, leicht psychedelisch und dabei verdammt eingängig. Was Hughes und Queens of the Stone Age-Frontmann Josh Homme auf ihrem dritten Longplayer “Heart On” abliefern, ist insgesamt schon ziemlich gut und sich dagegen zu wehren schwer. Auch wenn der ironisch wirken sollende Humor nicht unbedingt meiner ist, musikalisch herrscht hier nicht gerade Sparflamme, sondern Bunsenbrenner. Dynamischer groovy Rocksound mit einigen Überraschungen, der zum Glück noch mehr nach Garage als nach nervigen AC/DC-Stadionrock klingt. Teilweise immer noch zu beliebig, zu gewollt albern, doch Spaß entsteht beim Hören von “Heart On” unweigerlich. Nennt es versöhnlich!